Was war die fatalste Entscheidung eures Lebens?

131 Antworten

Schwierig. Ich weiß nicht, wann ich so geworden bin, wie ich bin, wann das ganze begann, ob ich selbst überhaupt eine Entscheidung getroffen habe....
Ich fange einfach mal an:
Ich komme aus nicht gerade gutem Haus, finanziell betrachtet, meine Eltern haben sich getrennt, als ich ein Jahr alt war, ich bin damit aufgewachsen, dass sich alle gegenseitig hassen und man niemandem vertrauen sollte, wobei ich dass erst später gelernt habe, auch wenn meine Großeltern mir das mit 5 auf eine sehr unschöne Art beibringen wollten (man gebe einem Kindergartenkind Chilischokolade und lacht sich dann kaputt). Allgemein kenne ich das "heile" Familienleben nicht, so etwas gab es in meiner Familie seit dem ich denken kann nie.
Meine Stiefmutter und meine Mutter haben praktisch einen Krieg gegeneinander geführt, in dem ich das Hauptkampfmittel war, indem man mich ausgefragt hat, um irgendeine Info zu kriegen, mit der man dem Gegenüber Probleme machen kann. Dazu kam, dass meine Stiefmutter nicht mit Kindern umgehen kann, das habe ich selbst erfahren müssen, wie auch meine beiden kleinen Geschwister, die ihre leiblichen Kinder sind. Sie ist höchst aggressiv, gewalttätig, fühlt sich von allem provoziert, ist immer genervt etc....
Meinen Vater habe ich nur alle 2 Wochen am Wochenende gesehen. Eigentlich nicht, er war fast nie da, ich war eigentlich immer mit meiner Stiefmutter alleine. Teils hat ihre Art auf mich abgefärbt, was mir bis zur 7. Klasse große Probleme bereitet hat.
Was meine Stiefmutter damals mit mir gemacht hat, kann ich nicht sagen, darüber kann ich mit niemandem sprechen.
Mit 10 habe ich versucht, mich zu erhängen. Vielleicht war das die fatale Entscheidung. Andererseits hatte es auch sein gutes.
Meine Mutter andererseits hat mich auf der geistigen Ebene fertig gemacht. Sie war bei weitem nicht so gewalttätig wie meine Stiefmutter, psychisch hat sie mich aber komplett zerstört, bis ich mich nicht mehr traute, irgendeine Reaktion von mir zu geben, weil sie oft wirklich alles zum Ausrasten gebracht hat.
Der Grund war, dass ich es nicht mehr ausgehalten habe, jeden Nachmittag nach der Schule zu meine Stiefmutter geschickt zu werden (das ging ca. 2 Jahre so, weil sie mit meinem Vater recht nah an meine Schule und die weiterführende Schule gezogen ist).
Als ich das versucht habe, war meine Mutter aber zu Hause, als ich ihre Schritte hörte, habe ich sofort aufgehört, an meinem Hals hat man aber natürlich die Spuren gesehen.
Daraufhin hat sie mich sofort da weg geholt. Meinen Vater bat sie, seine Frau mal zurecht zu weisen, hat er wahrscheinlich nicht gemacht.
Als ich dann 1 1/2 Jahre später in eine offene Tagesklinik gesteckt wurde, bekam ich erstmals ein gewisses Medikament, dass gegen eine Stoffwechselkrankheit verschrieben wird, bekommen.
Dieses Medikament habe ich 6 Jahre lang genommen, hatte einen Großteil der erwähnten Nebenwirkungen, unter anderem häufiger Verlust des Bewusstseins für einen kurzen Moment, Verlust des physischen Schmerzempfindens (was ich aber eher als Vorteilhaft empfunden habe), Depressionen, Verlust der emotionalen Empfindung (bei mir beschränkt auf das positive Gefühlsspektrum), Verstärkung des schlechten Empathieverhaltens, was ohnehin schon durch die Krankheit gegeben war, etc.
Ich habe mir nach dem Umzug mit 12 in eine neue Stadt praktisch ein Gefängnis geschaffen und mich unbewusst immer zu selbst gestraft. Ich habe mich abgespalten, isoliert und bin nach der Schule immer sofort nach Hause, bin nur selten raus gegangen. Freunde habe ich erst später gefunden, allerdings entwickelte sich eine zweite Persönlichkeit, die immer so tut, als wäre alles in Ordnung, so lange andere Leute anwesend sind.
Kurz nachdem ich 18 geworden bin, gab es einen Tag, an dem ich glaubt, gestorben zu sein. Ich habe an diesem Tag nichts mehr empfunden. Keine einzige Emotion, ich war in einem komplett apathischen Zustand, physisch habe nichts mehr gespürt, es war, als säße ich nur an einem Bildschirm und beobachte das Geschehen über eine Überwachungskamera. Ich hatte nur noch einen einzigen Gedanken im Kopf: es zu beenden. Nicht aus Schmerz oder Leid. Der Gedanke war ganz plötzlich da, und da in meinem Kopf scheinbar absolute Leere herrscht, gab es dann keinen Gedanken mehr. Und ich weiß, dass ich nie zuvor in meinem Leben so entschlossen war, etwas zu tun.
Letztlich habe ich unbeabsichtigt doch geschafft, mich irgendwas abzulenken, weil ich aus dem Fehler, den ich 7 Jahre zuvor begangen hatte, nicht wiederholen wollte: dass meine Mutter mir in die Quere kommt.

Am nächsten Tag habe ich sofort aufgehört, das Medikament zu nehmen und ich nehme es seit dem auch nicht mehr.
Der zuständige Therapeut hat versäumt, genau zu überprüfen, wie es mir mit dem Medikament geht, dachte, einmal fragen, wie es so geht, würde reichen.

Vielleicht war der Fehler auch, dass ich es beim zweiten Mal nicht geschafft habe.

Nun bin ich 19. Bin vor 2 1/2 Monaten zwecks Ausbildung ausgezogen und wohne 250km von meiner Familie entfernt.
Der Übergang war praktisch nahtlos, es hat sich gefühlt nichts geändert: ich bin genau so alleine und auf mich selbst gestellt, wie vorher auch. Allerdings habe ich mehr Freiheiten. Denn nach meinem Umzug wurde mir so richtig klar, dass man mir von Anfang an eingetrichert hat, dass es für mich weder Zeit, noch Geld, noch Ressourcen gibt. Es hat sich kaum jemand um mich gekümmert, Taschengeld habe ich nie bekommen und habe ich mich auch nie getraut, nach zu fragen, da meine Mutter schon ausgetickt ist, wenn ich nur gefragt habe, ich draußen spielen darf. Entsprechend verhielt es sich natürlich auch mit Sachen für mich. Ich habe den Großteil der Zeit am Laptop verbracht, wo ich keinen störe, wo ich nach nichts fragen muss, etc.

Aber während des Umzugs hat sich gezeigt, dass ich ein Trauma aus dieser Kindheitszeit, vor allem in Bezug auf den "Krieg" zwischen meiner Mutter und meiner Stiefmutter habe.
An einem Wochenende waren meine Großeltern da, um mir zu helfen und meine Mutter hat angerufen. Die Situation war eh schon seit Wochen angespannt und dann hat mein Opa angefangen, meine Mutter aufzuziehen, die hat natürlich nicht gemerkt, dass er sie nur aus Spaß provoziert und letztlich und letztlich hat meine Oma angefangen, meinem Opa zu sagen, er solle aufhören, hat er natürlich nicht gemacht und irgendwann haben sich alle nur noch angeschrien, während mein Körper schon wirklich vor Anspannung gebebt hat und ich dann einfach mit einem lauten Türknall abgehauen bin.
Als ich zwei Stunden später dann gegen meinen Willen doch wieder zurück gegangen bin, habe ich mich stillschweigend auf mein Bett gesetzt, und es blieb erstmal ruhig. Dann hat mein Opa mit mir angefangen zu diskutieren und da habe ich dann plötzlich angefangen zu heulen, was ich vorher jahrelang nicht gemacht hat.
Und zwar weil es genau so war, wie damals zwischen meiner Mutter und meiner Stiefmutter.
Auf die Frage, warum ich denn auf einmal weine, habe ich geschrien:"Weil das genau die gleiche Scheiße ist, wie damals mit meiner Mutter und meiner Stiefmutter, als die mich benutzt haben, bis ich mich umgebracht habe!"

Und ich glaube, das hat meine Großeltern erschrocken, als die realisiert haben, wie viel ich mitbekommen und verstanden habe, auch wenn meine Oma meinte, es sei gut, dass ich das endlich mal gesagt habe, da sie scheinbar alle wussten, dass ich keine gute Zeit mit meiner Stiefmutter hatte.
Seitdem sind alle komisch zu mir. Viel zu fürsorglich und vorsichtig. Also auch meine Mutter und meine Großeltern, selbst meine Großtante schreibt mich plötzlich öfters an. Das wirkt so verdächtig.
Das hatte ich damit nicht beabsichtigt, denn die Fürsorge ist ungewohnt und erschreckend. Mit so etwas komme ich nicht klar, mit Komplimenten kann ich nichts anfangen, jegliche Tat, die eigentlich nur positiv gemeint ist und mir helfen soll, wirkt befremdlich und wird von mir negativ wahrgenommen oder ignoriert.

Ich weiß, sowas sollte man eher einem Therapeuten erzählen, aber von Angesicht zu Angesicht kann ich über sowas nicht sprechen.
Vielleicht findet ja jemand anderes heraus, wo ein Fehler gelegen haben könnte. Vielleicht sogar bei irgendwas, dass ich gar nicht erwähnt habe, die Leute hier sind überraschend.

Mir fällt hier ein Satz ein, mit dem ich Deine lange Geschichte kommentieren möchte. Ich weiß aber nicht, ob Du ihn verstehst, er ist aber positiv gemeint:

Wenn Du die Vergangenheit nicht los lässt, kannst Du Dich nicht der Zukunft zuwenden.

Ich wünsche Dir alles Liebe <3

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Grüß dich! Du hast es nicht leicht gehabt, leider. Damit sich etwas an deiner Situation ändert, würde ich doch zu einem Therapeuten/einer Therapeutin gehen.

Du meinst, das es nicht möglich ist, einer Person, die mit dir im Raum ist, all die Dinge, so erschreckend sie sind, zu erzählen.

Das mußt du in der Form auch nicht. Es geht auch anders. Jedenfalls ist es wichtig, dass dir therapeutisch geholfen wird.

Du kannst dich hinsetzen und all die Dinge verständlich aufschreiben. Dabei ist es wichtig, dass du alles detailliert formulierst. Der Therapeut muss ja die Probleme genau erkennen können, damit sich möglichst bald für dich etwas ändert.

Bedenken musst du nicht haben. Ein Therapeut hat schon so viel von Patienten gehört, und natürlich auch in seiner Ausbildung erfahren. Er wird sich auch nicht darüber wundern, wenn du über viele Dinge nicht direkt sprechen, sondern lieber schreiben magst. Das hat zudem den Vorteil, dass du ihn/sie auf diese Weise genau informierst, dabei nichts Wichtiges vergisst, was im Gespräch nur zu schnell vorkommt.

An deiner Stelle würde ich mich - auch wenn es dir verständlicherweise nicht leicht fällt - sehr bald um eine Behandlung bemühen. Dir selbst soll es immerhin besser gehen! Wenn du deine mißliche Lage beschreibst, ist es nur von Vorteil, wenn du dabei ganz konkret formulierst. So weiß der Therapeut, wie ernst die Situation ist, die du aus eigenem Willen! ändern willst mit Hilfe von Fachleuten. Du kannst auch direkt schreiben, was du nicht sagen magst. Auf diese Weise kann sich die behandelnde Person ein besseres Bild machen, und besser vorbereitet auf dich eingehen. - Peinlich sein muss dir gar nichts.

Dir wünsche ich, dass du weiterhin so stark bleibst, wie du es viel zu oft sein musstest, ebenso, das sich für dich alles zum Besseren, Guten wendet!

Viel Erfolg und ganz liebe Grüsse!

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vergiß das alte - fange Neues an!

Laß Gott Dein Leben führen, Du hast es ja nicht im Griff.

Er wird Dir helfen. Bitte ihn im Namen Jesus um Hilfe.

Er sagt, wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen..

Wer sucht, der findet, wer anklopft, dem wird geöffnet.

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Die fatalste "Entscheidung" war, dass ich früher immer auf andere Menschen gehört habe- nur nicht auf mich selbst.

Mir ist zu einem Zeitpunkt aufgefallen, dass es IMMER negative Auswirkungen auf mich und mein Leben hatte, wenn ich auf andere Menschen gehört habe. Anstatt meinem Herzen zu folgen, habe ich meistens zu sehr auf die Meinung/Worte anderer gepocht und danach gehandelt.

Irgendwann habe ich gelernt auf mein Herz und Bauchgefühl zu hören und danach zu handeln. Die Meinung anderer Menschen (über mich und mein Leben) ist mir mittlerweile egal. Seitdem ich meinem Herzen folge und nur noch auf meine innere Stimme höre, widerfährt mir so viel Positives. Es gibt nichts mehr, was ich hinterher bereue und mein Selbstvertrauen ist so stark wie noch nie. Ich weiß nun, dass ich immer die richtigen Entscheidungen für mich treffe, solange ich auf meine innere Stimme höre, die ich viel zu lange unterdrückt habe.

Ob dus glaubst oder nicht, aber gegen diese /deine fatalste Entscheidung konntest du dich deshalb noch nicht auflehnen , weil du von Anfang an indogtriniert , sowie auch programmiert wurdest, so zusein wie man dich haben wollte und genau das geschah bereit in deinem ganzen Umfeld auch schon vorher...... Du hattest gar keine andere Wahl , da dir durch fehlendes Selbstbewusstsein jede Handlungsfreiheit genommen wurde ... Und man kann sich davon nur befreien wenn man seinen eigenen Weg geht, ohne Wenn und Aber...Erst dann erkennt man das eigendliche Dilema in dem man sich befand...und beginnt das wahre Leben zu leben und zu genießen...

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@AlphaundOmega

Stimmt. Ich hätte jedoch öfter ''Nein'' sagen und meine Zähne fletschen müssen, aber das habe ich mich früher nie getraut, weil ich Angst hatte. Wäre ich damals so gewesen, wie ich heute bin, hätte ich mir vielleicht vieles erspart. Naja, aber man lebt und lernt.

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Die fatalste "Entscheidung" war, dass ich früher immer auf andere Menschen gehört habe- nur nicht auf mich selbst.

Ja, ich glaube da kann wohl fast jeder ein Lied von Singen! Irgendwann muss man einfach aufhören auf andere zu hören und anfangen sein eigens Leben zu leben! Sonst kommt man überall hin, bloß nicht da wo man hin will! Ist einfach so!

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Meine zwei fatalsten Entscheidungen:

Erstens, ich habe mit 14 das Gymnasium geschmissen, da mir meine Mutter einredete, ich sei zu blöd. Mann, wie konnte ich das nur glauben? Wieso habe ich nicht geschnallt, dass das nicht wahr ist? Wenn ich gewusst hätte, dass ich gar nicht dumm bin, wäre ich niemals gegangen. Im Nachhinein betrachtet hätte ich es leicht geschafft, tja, diese Entscheidung hat jetzt meine Bildungslaufbahn überm Haufen geworfen.

Zweitens, jetzt wird es etwas komplizierter. Eines Abends, als ich etwas suchte, fiel mir das Klassenfoto in die Hände. Da schaute ich ganz intuitiv auf eine Mitschülerin, bei der ich mich erinnern konnte, dass sie mal gesagt hat, ihre Mutter wäre der Meinung, sie sei psychisch krank. Sie selbst verneinte diese Tatsache. Ich flüsterte vor mir hin "bitte tu dir nichts an." Da bei vielen psychisch kranken Menschen die Gefahr besteht, dass sie sich was antun. Allerdings war es bei der Mitschülerin ja noch weniger als eine vage Vermutung, es gab ja nicht mal ne Diagnose. Ich hatte kurz die Idee, sie anzuschreiben und nachzufragen wie's ihr geht, ob sie Selbstmordgedanken hat. Allerdings tat ich das nicht, da ich erstens mit ihr nichts zu tun hatte (was jetzt kein Grund wäre, nicht zu helfen) und zweitens mich selbst für verrückt erklärte. Ich wurde sehr sehr oft in meinem Leben als verrückt, kindisch und überempfindlich bezeichnet. Ich sagte zu mir " -name- du bist verrückt. Jetzt glaubst du auch noch du kannst hellsehen? Du bist nicht mehr ganz klar im Schädel, wenn du sie jetzt anschreibst machst du dich zum Gespött und sie fühlt sich wahrscheinlich komplett verarscht. Und mit Selbstmord spaßt man nicht. So aus heiterem Himmel. Blödsinn, warum soll es ihr schlecht gehen? Sie lacht doch jeden Tag, ist gut in der Schule, hat viele Freunde und war grad letztes Wochenende feiern. -name- du spinnst einfach." Somit hab ich nicht geschrieben, in der Meinung, ihr geht es gut und ich spinne einfach. Tja, am nächsten Tag brachte sie sich um. Das habe ich mir nie verziehn. Auf der einen Seite denke ich mir, ob sie sich mir überhaupt anvertraut hätte, wenn ich ihr geschrieben hätte, denn sie schien mich nicht wirklich gemocht zu haben, sekierte mich manchmal. Auf der anderen Seite habe ich mich lange so gefühlt, als hätte ich sie umgebracht. (Obwohl das nicht stimmt.) Ich hatte rational keinen Anhaltspunkt für ihren Selbstmord, ich wusste nicht viel von ihrem Leben, kannte sie nur oberflächlich, ein drohender Suizid schien absurd. Ihre Freunde entdeckten ebenfalls keine Anzeichen, der Grund ist bis heute unbekannt, der Suizid kam für jeden wie aus heiterem Himmel. Wenn ich gewusst hätte, dass sie wirklich selbstmordgefährdet war, hätte ich alles getan, um ihr zu helfen! Das steht außer Frage! Aber ich dachte ich bin verrückt. Das machte mich eine Zeit lang so fertig, dass ich dachte, ich hätte versagt, hätte jetzt deshalb keine Daseinsberechtigung mehr und könnte nur noch Gerechtigkeit wieder herstellen, indem ich auch Selbstmord begehe. Vielleicht denke ich auch so, da ich als Kind für vieles alleinverantwortlich gemacht und geschumpfen wurde, wo das eigentlich gar nicht hätte passieren dürfen und wo es auch keinen erzieherischen Wert hatte. Ich weiß ja, dass ich mit ihrem Tod nichts zu tun hatte. Aber ich komme mir irgendwie wie ein furchtbarer Mensch vor, da ich sie nicht angeschrieben habe und hatte die ganze Zeit ein Kopfkino davon, wie Gott den Kopf schüttelt, mich für eine schreckliche Versagerin hält und ich in die Hölle wandere. Ich habe die ganze Zeit das Gefühl, nichts Gutes im Leben mehr verdient zu haben und dass die (übernatürliche) Strafe noch kommen wird. Ich fühle mich irgendwie ohnmächtig und verloren.

So, das war mein (langer) Senf. Bitte macht es nicht so scheise wie ich.

Manchmal hat man einfach eine Eingebung - ich mach dann einfach trotzdem, auch wenn es natürlich peinlich werden kann. Aber ich habe die Erfahrung gemacht: Lieber ist es mir peinlich, als dass jemand anderem etwas passiert.

@savann, du brauchst dir aber keine Vorwürfe zu machen außer mehr auf dich selbst zu hören - in dem Wissen vielleicht ist es etwas vielleicht nicht.

Ich sehe es manchmal so: Uns Menschen ist es manchmal gegeben zur richtigen Zeit an die richtige Sache zu denken. Warum das so ist, ist unerklärlich, aber es ist nunmal so.

Was die Menschen unterscheidet ist, wie sie mit dieser Eingebung umgehen. Ich denke die meisten Menschen ignorieren solche Spontanideen und alles läuft wie gewohnt. Andere Menschen nutzen diese Eingebungen und verändern ihre Umwelt.

Wir Menschen haben die Macht unsere Umwelt und das inkludiert unsere Mitmenschen zu führen und leiten - schlichtweg zu verändern. Wir können das Schicksal der Menschen um uns herum beeinflussen.

Manchmal sind es viele kleine Zufälle, die zu einem Ergebnis führen.

Im positiven, wie im NEgativen. Ich habe mal eine Bewerbung für ein Praktikum dauernd aufgeschoben. Am Ende ist unbeabsichtigt etwas passiert, was die meisten Menschen als "viel Pech" bezeichnen würden. Mir ist aber klar geworden, dass der Weg zu diesem "viel Pech" nur durch meine vielen Vermeidungsentscheidungen provoziert wurden.

Ich habe mich in meiner Freizeit viel mit Ernährung etc. beschäftigt.

Irgendwann hab ich mal mit meinem Bruder darüber geredet, dass ich das Gefühl habe unser Vater hat demenzartige Erscheinungen. Er wirkte vergesslich wenn nicht sogar verwirrt. Ist aber nur uns in seiner Art aufgefallen. Wir haben ihm dann einen gewissen Stoff empfohlen und seitdem geht es ihmdeutlich besser.

Abschließend kann man nicht sagen, ob etwas passiert wäre.

Hättest du mit deiner Kameradin geredet und sie hätte sich nicht umgebracht, dann bist du immernoch unsicher. Weil du in diesem Fall nicht gewusst hättest, ob sie sich wirklich umgebracht hätte.

So oder so. Entweder du fühlst dich schuldig oder du fühlst dich verrückt :D

Deshalb musst du den 3. Weg wählen und einen Flck auf die Meinung anderer geben :D wie due s beim Abi hättest auch machen sollen :P

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@BIOwarFIRE
Uns Menschen ist es manchmal gegeben zur richtigen Zeit an die richtige Sache zu denken. Warum das so ist, ist unerklärlich, aber es ist nunmal so.

Nun so unerklärlich ist das gar nicht , da wir im Bewusstsein alle verbunden sind ... Das einzige was diese Verbindung mehr oder weniger bewusst werden lässt , ist , das es dabei Menschen gibt, die sich mehr anziehen und eine bessere Verbindung haben können, als andere die sich mehr abstossend verhalten, weil sie von Natur aus anders gepolt sind ... Das ist genauso wie bei Plus und Minus Magnete... Jemand der Vorahnungen bei bestimmten Menschen hat, wird sie also nicht bei jeden anderen Menschen auch haben können..., weil so weit sind die meissten noch nicht sich selbst so umzupolen das eine Verbindung dennoch aufgebaut werden kann...

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Hallo SavannA,

bei manchen Menschen spüre ich es auch. Und es bringt mich immer wieder in große Unruhe. Mach ich was, mach ich nix, wie kann ich denn bloss nix machen, was kann ich überhaupt wirklich tun ausser Behörden, Polizei einschalten, usw. Ich kann mit der Person sprechen, manch einem kann das helfen. Allerdings ist es sehr wichtig, dass man sich selbst dabei nicht aufgibt. Was unglaublich schwer ist in anbetracht der Umstände. Und man kann die Verantwortung für das Leben eines anderen so nicht tragen. Meiner Erfahrung nach, kann man jemanden, der das unbedingt und wirklich will, nicht abhalten. Anderen kann man helfen. Was ich eigentlich sagen will: Es ist ein Riesenthema.

Du hast nichts falsches getan.

ich kann dir nur raten: " Denke daran, du bist nicht für die ganze Welt verantwortlich UND es ist allein ihre Entscheidung gewesen zu "gehen".

Diese Schuldgefühle gehören zu diesem Thema dazu. Lasse dich nicht von ihnen beherrschen.

Wünsche dir alles Gute.

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HÄTTEST du sie kontaktiert, hätte sie sich dennoch umgebracht. Dann würdest du jedes Detail + jeden Satz wieder + wieder durchgehen;

und du würdest meinen, es hätte etwas mit DIR zu tun gehabt.

Du könntest sogar glauben, DU hättest sie erst auf die IDEE gebracht.

Mache dir bitte keine Gedanken, dass dir deshalb etwas Schlechtes widerfahren könnte.

Unser Freund hat sich auch auf schreckliche Weise umgebracht.

Keiner konnte es fassen.

Und er hat nie gejammert oder es gab absolut keine Anzeichen.

Ich wünsche dir wieder ein befreites Leben!

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Wie lerne ich wichtige Entscheidungen treffen zu können?

Hallo,

ich habe ein großes Problem und zwar mit Entscheidungen treffen. Ich habe gemerkt, dass ich nicht in der Lage bin, für mich Entscheidungen zu treffen. Ich kann mir Vorteile und Nachteile aufschreiben oder Nächte drüber schlafen, aber eine Entscheidung kann ich danach immer noch nicht treffen.

Bei kleinen Entscheidungen ist es nicht so schlimm. Aber wenn es wirklich um ernste, wichtige Angelegenheiten geht, dann steh ich völlig verzweifelt und hilflos da. Ich brauche jmd., der mir schlicht die Entscheidung abnimmt und mir gute Gründe für diese Entscheidung liefert. Aber das geht nicht! Ich muss es selber lernen, aber ich weiß einfach nie wie. Andere haben ein gutes Bauchgefühl oder sonst was. Ich habe einfach gar nichts. Bei mir ist es mit Entscheidungen treffen so, als würfle ich, dann steht es 50 zu 50.

Ich muss sagen, dass ich meistens immer die falsche Entscheidung treffe und es ist nicht einmal vorgekommen, dass ich sie zutiefst bereut habe!!!

Sogar meine Mutter sagt, so kann das nicht weiter gehen. Ich muss doch wissen, was ich will. Nicht nur sie, auch andere sagen das. Meine Familie/Freunde können mir nur Ratschläge geben, aber entscheiden muss ich schon selber können. Ich kann mir ihre Meinungen anhören, aber das hilft nichts. Ich komme mir dumm vor.

Dieses Entscheidungsproblem kommt bei mir in allen Lebensbereichen vor. Es ist einfach ein generelles Problem, und zwar ein ganz großes. Damit komme ich nicht sehr weit im Leben!

Wie lerne ich das oder wo liegt das eigentliche Problem bei mir? Ich bin 23, also kein Teenager mehr.

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