Deutsche Dogge als erster EIGENER Hund?

21 Antworten

also ist mir durchaus bewusst wie viel ungebändigte Kraft in großen Hunden steckt

Ist dir nicht. :) Wenn die Dogge den Allrad-Antrieb in die Erde stemmt, liegst du flach. Glaube es mir. Ich bin alles andere als ein "Fliegengewicht", und selbst mich zieht so ein Tier entspannt in die Horizontale, wenn es mich überraschen kann.

Aber das ist okay und keinesfalls Ausschlusskriterium.

aber was für ein toller Hund !

Absolut. Doch die Rezeption deiner Umwelt solltest du nicht vernachlässigen. Ganz besonders, wenn es "Büro" bzw. "Uni" heißt.

1- Sie sabbern und sabbern und sabbern. Sobald sie Futter auch nur erahnen, kannst du anfangen zu duschen. Und das überall. Richte dich also darauf ein, zu Hause ständig Sabberpfützen zu haben. Gleiches gilt natürlich, wenn der Schreibtisch-Nachbar in der Firma sein Pausenbrot auspackt.

Und wenn sie sich dann noch schüttelt, platzt auch dem letzten "Hunde-Dulder" in der Firma bzw. in der Uni der Kragen...

2- Sie sind "zu" friedfertig und aufgeschlossen. Die Deutschen Doggen sind "leider" sehr aufgeschlossen und gehen gern auf andere zu. Das kann durchaus beängstigend wirken; ganz besonders auch für Leute, die Hunde nur tolerieren, aber nicht unbedingt mögen. Und erst recht in Kombination mit den Punkt (1) und (4) ...

3- Sie sind sich ihrer Größe absolut bewusst. Viele Rassen ähnlicher Größe sind "tolpatschige Riesen", wissen also gar nicht, wie ihre Größe auf Dritte wirkt. Nicht die Deutschen Doggen. Die wissen sehr genau, dass sie nicht "versehentlich übersehen" werden können. Und sie nutzen das gern schamlos aus, indem sie einfach ihren Weg gehen oder stur liegenbleiben, wo sie gerade sind, und andere so zum Ausweichen zwingen.

Das kann im Büro oder in der Uni durchaus zu Unmut führen, ganz besonders, wenn man sich am Hund vorbeidrängeln oder -quetschen muss.

4- Sie kennen keine Unterwürfigkeit, wie du sie von anderen Hunden gewohnt sein könntest. Damit ist nicht die "Sturheit" des Husky gemeint, sondern einfach, dass der Hund nicht die klaren Zeichen von Unterwürfigkeit (Kopf senken, deutliches Schwanzwedeln, Robben, etc.) zeigt.

Ganz besonders Menschen, die die Körpersprache der Hunde nicht so gut "lesen" können, nehmen solche Hunde oft als "latent aggressiv" wahr. Das ist zwar meistens völlig falsch, doch du wirst keine Zeit haben, es den Leuten zu erklären. Stattdessen wirst du erleben, wie sich die Abneigung gegen deinen Hund im weiteren Bekanntenkreis langsam aber unaufhaltsam aufbaut.

5- Krankheiten, Krankheiten, Krankheiten. Die Deutsche Dogge ist leider auch völlig verzüchtet. Du kannst durchaus einigermaßen Glück haben; aber wenn du nur einen "normalen" Hund bekommst, rechne schon jetzt mit einigen Hundert, schlimmstenfalls auch einigen Tausend Euro Tierarzt-Kosten. Kaputte Augen, kaputte Knochen, Knochenkrebs, Herzmuskelschwäche (daran ist meine damals gestorben), Magenverdrehungen, ...

Du brauchst also wirklich ausgewogenes Futter für dein Tier; mit besonderem Schwerpunkt auf Bekömmlichkeit und Knochenaufbau-Unterstützung. Und obendrein solltest du regelmäßige Checks beim Tierarzt einplanen, um rechtzeitig nachbessern zu können. Auch das wird dich im Laufe der Zeit eine Stange zusätzliches Geld kosten.

Vorschläge für andere größere Rassen mit ähnlichem Charakter wären auch toll!

Wie wäre es mit dem Broholmer? Der wird gern als "Guck mal, der sieht aus wie ein riesiger Labrador! Der ist niedlich!" wahrgenommen, erzeugt also schon von Weitem jede Menge Sympathie; gehört aber zu den doggenartigen Hunden und wird im Mittel nur um die 10 cm kleiner als deine Deutsche Dogge sein.

Allerdings braucht der mehr Führung, denn er ist "triebiger" als die stinkend faule Deutsche Dogge. Dafür ist er aber auch nicht "offensiv freundlich", läuft also nicht so gern auf Fremde zu, sondern orientiert sich viel lieber an dir.

Meine Eltern haben eine "kleine" Deutsche Dogge (74cm), die inzwischen 7,5 Jahre alt ist. Sie wird zwar langsam ein wenig grau, aber ansonsten merkt man ihr ihr Alter nicht an. Auch die drei Geschwister von ihr, mit deren Besitzern wir ab und zu noch Kontakt haben, sind noch fit.

Sie ist sehr sensibel (nicht ängstlich) und braucht eine klare (gewaltfreie!) Führung. Im Haus ist sie zwar sehr ruhig, aber draußen hat sie nach wie vor viel Energie. Außerdem braucht sie sehr viel Kontakt zu ihrem "Rudel" und würde am liebsten auf dem Schoß sitzen. Sie ist, wie alle Doggen, denen ich bisher begegnet bin, ein wenig "tollpatschig" und auch nicht unbedingt der intelligenteste Hund, den wir je hatten. Außer es geht um Futter, da kann sie erstaunlich kreativ werden ^^

Große Hunde sind sich in den seltensten Fällen ihrer Größe bewusst und wollen natürlich immer da sein, wo ihre Menschen sind. Außerdem haben sie das im Weg stehen/liegen perfektioniert. Das ist auch der Hauptgrund, warum meine Eltern sie meistens zu Hause lassen.

Die Größe birgt auch noch andere Probleme. So sollten Doggenwelpen z.B. nicht zu viel toben und auch keine Treppen steigen oder ins Auto springen, bis sie ausgewachsen sind. Und es ist ein hartes Stück Arbeit einen aufgeregten, >35kg Hund ins Auto zu heben. Und auf keinen Fall sollte man "Welpenfutter" verfüttern, weil sie sonst viel zu schnell wachsen! Auch später kann es immer wieder zu Problemen kommen. Die Dogge meiner Eltern hat sich vor ein paar Jahren mal ganz fies vertreten und konnte nicht mehr richtig laufen, musste aber irgendwie zum Tierarzt gebracht werden.

Und das man so einen großen Hund nicht sicher in einem Twingo transportieren oder für 3€ am Tag hochwertig füttern kann, versteht sich, denke ich, von selbst ;)

Das Sabbern ist auch ein "Problem" für viele. Die meiner Eltern "speichelt" zum Glück nur, wenn sie gerade etwas getrunken hat oder wenn sie zu lange auf ihr Futter warten muss. (Deshalb liegen in den entsprechenden Räumen überall Feudel in der Ecke ^^) Das hält sich aber in Grenzen. Ich kenne aber auch Doggen, denen der Speichel schon rausläuft, wenn die Besitzer nur in ihre Jackentasche greifen, in der ein Leckerli drin sein KÖNNTE.

Gesundheitlich muss man natürlich auf vieles achten und, wenn nötig, mit mehreren Züchtern Kontakt aufnehmen. Für viele Züchter steht, zum Glück, inzwischen die Lebenserwartung und Gesundheit und nicht mehr das Erscheinungsbild im Fokus. (Meine Eltern sind in den ersten Jahren viel zu Ortsgruppen gefahren und die Züchter waren alle von dem "Zwerg" begeistert (gute Proportionen, nur ganz kleine Abzeichen, toller Charakter) und waren sich einig, dass sie, wenn sie keine Knickrute hätte, große Chancen auf Ausstellungen gehabt hätte.)

Erzogen werden müssen sie wie alle anderen Hunde auch - konsequent und ohne Gewalt. Zum Auslasten bietet sich z.B. Nasenarbeit an. Wichtig ist allerdings, dass sie, wenn sie jung sind, möglichst nur gute Erfahrungen mit anderen Hunden machen. Am Anfang "unterwerfen" sie sich noch und lassen sich alles gefallen, aber irgendwann nicht mehr. Und wenn der "Gegner" z.B. ein unerzogener Jack Russel ist, kann das böse enden.

Hi 😊

für bemühte Anfänger ist eine Dogge super 😊 nur muss man da halt auch mal schauen wie gut diese ins Leben passt, es fängt beim Auto bereits an, passt ein solch grosses Tier in euer Auto rein? Denn sollte der Hund mal schnell zum Tierarzt wäre es gut wenn er da auch drin Platz findet und richtig gesichert werden kann (bedenke das ein ungesicherter Hund das gleiche wie eine ungesicherte Ladung ist und belangt werden kann). Dann grad bei so Riesen sollte man ebenerdig wohnen also Paterre oder Erdgeschoss, Treppen sind Gift für sein Gangwerk. Auch mit den Futter sollte man sich vorher überlegen, ist man z.B. gewohnt zu barfen so kommt man da um eine Tiefkühltruhe\box nicht rum da der Hund ja doch ne grosse Menge verputzt. Auch kostentechnisch sollte man es sich vorher durchrechnen, ich bin zb froh das meine Allergikerin nur 3,6 kg wiegt, so bekommt sie Futter wo eine Dose 2,49 eur kostet (400g), die reicht ihr zwei Tage. Eine Dogge mit ein Gewicht von mindestens 50kg würde davon schon minimum 2 grosse Dosen a 3,79 eur täglich fressen, das wären täglich 7,58 eur nur für das Futter. Einfach nicht vergessen was so täglich fressen muss und da das billigste vom billigsten zu nehmen finde ich persönlich am falschen Ende gespart.

Und da Doggen eben gross und am Anfang echt tollpatschig sind wäre es gut von Anfang in die Welpenschule zu gehen und da eben mit ihm auch etwas an der Motorik zu arbeiten und eben auf das zugehen auf andere Hunde sehr zu achten. Er darf andere nicht überwalzen und sollte selber genau wissen was er macht denn sonst kann es immer wieder zu Probleme kommen. Und grad wegen der Grösse manche neigen dazu den Hund körperlich zu dominieren zb ihn am Halsband zu fixieren oder zurückzudrücken, da ist es von Anfang an besser ihn geistig dazu zu bewegen. 😊 einfach vorstellen das es ein Chihuahua ist der solchen Aktionen leicht entkommen würde 😉

da noch weitere sanfte Riesen angefragt wurden, der irische Wolfshund ist auch toll und würde meiner Meinung nach evtl vom Wesen und Verhalten eher zu dein vorangegangen passen.

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