Darf ich nicht bestellte ware behalten?

8 Antworten

Du musst die Firma schon darauf aufmerksam machen, dass du das Paket erhalten hast. Die entscheiden dann, ob du es auf ihre Kosten zurückschicken sollst oder sie können dir ein Angebot machen, es vielleicht etwas günstiger zu behalten oder auch nur zum normalen Preis. Einfach so behalten darfst du es nicht.

Das habe ich gemacht. Ausser einer frage ob der karton noch zu ist, kam nichts.

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@Schmulti

Der Karton muss nicht mal zwingend geschlossen bleiben. Es ist Dein gutes Recht, zumindest den Inhalt zu checken.

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Also nochmal da, du geschrieben hast das du am Anfang des Jahres diesen Artikel gekauft hast, so hast du selbst die Ware bestellt. Du kannst jetzt nicht einfach die Ware als Unbestellt Ware bezeichnen. Der Verkäufer hat als Reaktion deines Kaufes, den Artikel an dich versandt, wenn der Artikel verspätet bei dir ankommt ist das nicht die Schuld des Verkäufers. Da du das Paket selbst bestellt hast bist du als Verbraucher für die Kaufabwicklung verantwortlich. Sehe zu das du dich mit deinem Gläubiger einigst.

Jein. Ich habe bestellt und gekauft. Er hat angeblich einmal mit gls verschickt. Kam nicht an. Nach ein paar mails hin und her hat er mit dhl angeblich nochmal verschickt. Sendungsnummer hatte ich, existiert aber bis heute nicht. Dann wurd es mir wie gesagt zu bunt und ich habe paypal eingeschaltet. Der Verkäufer hat sich entschuldigt und mir das geld erstattet. Dann war das für mich eigentlich geklärt. 8 tage später verschickt er zum 3. mal ohne mein wissen. Also hab ich doch quasi unbestellte ware erhalten oder nicht?

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@Schmulti

Fakt ist das der Verkäufer am Ende, wenn auch über einen Umweg, die Leistung erbracht hat die du von ihm gefordert hast!! Du bist verpflichtet ihm dies mitzuteilen. Am Ende machst du dich sonst damit strafbar. Da der Verkäufer davon ausgegangen, ist das du den Artikel nicht erhalten hast (am Ende hast du den Artikel trotzdem erhalten), hat dieser dir dein Geld zurückerstattet. Wenn du dieses Missverständnis, als Bereicherung für dich selbst ausnutzt machst du dich damit Strafbar. Du müsstest nachweisen das der Verkäufer ebend erst den Artikel verschickt hat, nachdem er dir das Geld zurück erstattet hat. Kannst du das nachweisen? Du brauchst dafür schriftliche Belege vom jeweiligen Paketdienst.

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@RedSparrow

Die erste sendung sollte mit gls verschickt werden. Hat er auch mit sendungsnummer gemacht. Diese wurde auch zugestellt, allerdings in Nürnberg und nicht bei mir in Lennestadt. Dann sollte die 2. Sendung mit dhl rausgehen. Ebenfalls mit sendungsummer. Existiert aber nicht. Rückerstattung kaufpreis war am 13.01. Verschickt hat er dann mit sendungsnummer dhl am 21.01. Also war das paket nicht unterwegs, sondern er hat es erst 8 tage später ohne mein wissen abgeschickt. Und ich habe den Verkäufer schon kontaktiert. Ausset der einen frage kam nix von ihm.

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@Schmulti

Der Verkäufer, in dem Fall der Gläubiger, bleibt am Ende auf die Kosten sitzen. Der Gläubiger hat das Recht, untersuchungen zu veranlassen und gegebenfalls eine Anzeige bzw ein Strafantrag, bei der Polizei oder der Staatsanwaltschaft zu stellen. Dies ist nicht auszuschließen. Um dies zu vermeiden rate ich ihnen setzten, sie sich umgehend mit den Verkäufer in Verbindung

um eine Lösung zu finden. Dies kann Unannehmlichkeiten vermeiden und kommt beiden Parteien zu gute. Um eine Professionelle Beratung zu bekommen empfehle ich ihnen sich mit einen Anwalt in verbindung zu setzen. Ich bin kein Fachman sondern versuche nur meine logische Meinung in diesem Forum an den Tag zu bringen. Ich hoffe ich konnte ihnen vllt ein bisschen helfen

MfG

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Bekommst Du unbestellte Ware zugesandt,

dann bist Du grundsätzlich nicht verpflichtet, diese zurück zu senden.

Du musst lediglich

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die Ware ordnungsgemäß (also so, dass sie keinen Schaden nimmt) lagern

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den Absender davon in Kenntnis setzen, dass Du unbestellte Ware von ihm erhalten hast, diese nicht möchtest und ihn bittest, sie innerhalb einer angemessenen Frist wieder abzuholen

(es sei denn, Du bist so nett und bietest ihm an, die Ware unfrei (also für Dich kostenlos) zu ihm zurück zu senden).

Möchtest Du die unbestellte Ware nicht zurück senden und lässt er sie nicht wieder abholen - vorausgesetzt, Du kündigst ihm das entsprechend an, z.B.

Die von ihnen bei mir am .... eingegangene unbestellte Ware mit der Artikel-/Lieferschein-Nummer ... stelle ich Ihnen bis zum (angemessene (!) Frist) zur Abholung nach vorheriger Terminvereinbarung *1 zur Verfügung. Sollte dieser Termin erfolglos verstreichen, behalte ich mir ... *2 vor.

*1 Hier solltest Du mehrere zumutbare Termine zur Abholung zur Verfügung stellen (in der Regel werden sie aber drauf verzichten, da das viel zu aufwändig ist)

*2 Hier "..." hast Du die Wahl zwischen a) "öffentliche Einlagerung auf Ihre Kosten", b) "Selbsthilfeverkauf"

kannst die Ware dann statt dessen auch behalten 😉.

Woher ich das weiß:Berufserfahrung

Nope. Mit § 241a BGB hat der Sachverhalt rein gar nichts zutun. der Fragesteller hat eine Rückgabepflicht nach § 346 BGB.

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@VirageXO

Sooooo?!? Na, d a s begründe doch mal bitte erläuternd 😉.

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@EyeQatcher

Aber gerne doch.

§ 241a BGB will unlauteres geschäftliches Verhalten sanktionieren - in diesem Fall das Aufzwängen von Waren durch einen Unternehmer mit dem Ziel, den Empfänger zur Zahlung eines anfänglich nicht geschuldeten Kaufpreises zu zwingen.

Daher erfasst er allein die Fälle, in denen eine Ware unbestellt zugesandt wurde.

Der hiesige Fall hat damit nichts zutun. Hier liegt ein Versehen seitens des Unternehmers vor, der eine Ware nach Bestellung versendet hat, weil innerbetrieblich der Rücktritt des Bestellers nicht schnell genug vearbeitet wurde.

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@VirageXO

So einfach gestrickt ist die Praxis meist nicht.

Grundsätzlich gebe ich Dir recht, nur ist in diesem konkreten Fall Vorsicht angebracht.

Es bleibt die Beweislast (z.B. wegen Irrtums), und die liegt hier beim Verkäufer. Selbst dann gilt, wie ich oben schrieb, dass der Fragesteller die Ware zwar grundsätzlich zur RückgabeVerfügung stellen muss, aber dies eben auch nicht zeitlich unbegrenzt - deshalb das übliche Procedere der zeitlich angemessen gesetzten Befristung, innerhalb derer der Verkäufer sich die Ware wieder zurück holen kann.

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Das ist längst veraltet, inzwischen wurde das BGB nämlich geändert:

Ist auf der einen Seite ein Unternehmer und auf der anderen Seite ein Verbraucher beteiligt, dann greift die gesetzliche Regelung des § 241 a BGB. Erhält hiernach ein Verbraucher unbestellte Ware zugesandt, kommt weder durch bloßes Schweigen noch durch Ingebrauchnahme der Ware ein Vertrag zustande. Verbraucher können die Ware also nach Belieben benutzen oder vernichten. Sie sind weder zur Aufbewahrung noch zur Rücksendung verpflichtet. Der Unternehmer hat keinerlei Schadensersatzansprüche.

Quelle: https://www.verbraucherzentrale-rlp.de/wissen/vertraege-reklamation/kundenrechte/unbestellte-ware-was-tun-10659

Und unfrei wurde inzwischen auch abgeschafft.

Davon abgesehen trifft das aber auf diesen Fall überhaupt nicht zu.

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@NoName08154711

Du übersiehst bei all Deinen Ausführungen das kleine, aber bedeutende Wörtchen "grundsätzlich" ☺:

1.

Ich schrieb bereits ausfrücklich, dass unbestellte Ware nicht zurück gesandt werden muss (lediglich zurückgesandt werden "kann" - zu Lasten des Empfängers, z.B., indem der Verkäufer, wie es vieke tun, dem Fragesteller zusammen mit der unbestellten Warenlieferung kostenfreie Retourenmarken zur Verfügung stellte. Damit ist der Rückversand möglich, ohne dass man als Kunde das Rückporto bezahlen muss. Der Verkäufer trägt das Porto.).

2.

Es gibt die Ausnahme, dass die Ware dann nicht einfach so wie eigenes Eigentum verwendet werden darf, wenn der Verkäufer irrtümlich von einer Bestellung ausgegangen ist (wie es beim vom Fragesteller geschilderten Wirrwarr durchaus der Fall gewesen sein kann).

In diesem Fall muss der Empfänger die Ware zurückgeben, wenn der Händler das verlangt. Genau das sollte zur Sicherheit schriftlich per Brief oder Email mit dem Absender abgeklärt werden - ebenso wie, dass er die Kosten für Verpackung und Porto bereits vorab an den Fragesteller bezahlt (wenn keine wie oben genannte Marke vorliegt), wenn er die Ware von Ihnen zurückgeschickt bekommen möchte. Andernfalls kann der FS, wie gesagt, anbieten, dass die Ware bei Ihnen abgeholt werden kann.

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Du darfst die Ware nicht Behalten, du nutzt den Fehler anderer aus um dich persönlich zu bereichern. Wenn du einen möglichen Konflikt aus dem Weg gehen willst, schau dir nochmal die Antwort von Othetaler an, der hat dir schon erklärt was du Jetzt am besten tuhen solltest

Das kann man so nicht sagen. Beim ersten mal kann ich nicht nachvollziehen was er überhaupt angeblich verschickt hat. Bei der zweiten sendungsnummer tut sich seit anfang an nichts. Und das paket war nicht länger unterwegs, weil es nachweislich 8 tage nach unserem letzten kontakt verschickt wurde. Und dann noch mit einer ganz anderen sendungsnummer.

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In diesem Fall lag ja eine Bestellung vor.

Da du das Paket selbst bestellt hast bist du als Verbraucher für die Kaufabwicklung verantwortlich. Sehe zu das du dich mit deinem Gläubiger einigst.

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