Buch 'Mein Kampf' verkaufen?

9 Antworten

Obwohl oft behauptet, ist der Handel generell nicht verboten so lange es sich um Auflagen handelt die vor dem 09.Mai 1945 gedruckt wurden.

Ein wenig vorsichtig sollte man dennoch sein denn wenn man beim Verkauf oder dem Angebot zum Verkauf nicht aufpasst kann man auch schnell mal in den Bereich der Verbreitung von NS-Gedanklenguts kommen.

Daher werden derartige Exemplare auch nie in irgendwelchen Auslagen liegen und vor allem Internet Auktionshäuser im Rahmen ihres Hausrechts den Handel generell verbieten.

Wenn Du ein solches Exemplar verkaufen möchest, solltest Du zu einem Antiquariat gehen. Die wissen damit umzugehen und handeln mehr oder weniger Regelmässig und vor allem Legal mit diesen Büchern.

Gehe aber nicht davon aus das Du sehr hohe Verkaufserlöse erzielen wirst.

Trotzdem der Nachdruck bisher mit dem Verweis auf das Urheberrecht (welches bei der Finanzbehörde Bayerns liegt) verboten wurde, war das Buch in den 30er und 40er Jahren quasi ein "Bestseller" in Millionenfacher Auflage.

Wenn du also nicht irgendeine besondere Auflage hast oder irgendeinen besonderen Vorbesitzer nachweisen kannst stell es in Dein Bücherregal als "Andenken" an die militärischen Erlebnisse Deines Grossvaters.

Was viele nicht wissen: Das Buch war im Sinne des Stragesetzes nie verboten. Aber der bayerische Staat hat die Urheberrechte von Hitler geerbt und das haben sie benutzt, um jegliche Veröffentlichungen zu verhindern. Nun sind diese Rechte aber nach 70 Jahren abgelaufen und das Buch ist frei handelbar.

Das mit dem Diebstahl ist Blödsinn. Das ist längst verjährt und vom Vorbesitzer dürften auch keine Ansprüche vorliegen. Es liegt auch kein Diebstahl von Kulturgut vor.

Es gibt einige militaria-Händler, die das im Angebot haben. Da kommts aber immer auf die Ausgabe und den Erhaltungszustand an. Je nachdem werden die Bücher zwischen 10,- und 10.000,- gehandelt.

10.000€ ????? wo haste den die Zahl her????

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@Bronzezeitler

Vor wenigen Jahren haben 2 Exemplare aus der ersten und zweiten Auflage mit Widmung Hitlers bei einer Autkion in den USA zusammen 47.000 Euros gebracht.

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@Hamburger02

USA Markt, dass ist ein völlig anderes Gebiet/Markt. Solche Bücher wirst du auf dem Deutschen Markt nicht finden, da keiner solche Preise zahlt. Wenn du solche Preise in den Raum wirfst, ohne den Hintergrund, fangen Unwissende an mit solchen Preisen zu Fantasieren.

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@Bronzezeitler

Hast du ne Ahnung, was da bei Sammlern für NS-Devotionalien auch hierzulande bezahlt wird. Außerdem ist meine Antwort korrekt, bin ja sogar deutlich drunter geblieben. Insofern weiß ich nicht, warum du mich jetzt grob anströmen musst, bloß weil du selber keine Ahnung hast.

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Das Anbieten des antiquarischen Originals ist per se nicht strafbar, das hat der Bundesgerichtshof entschieden. Strafbar ist diese Verbreitung nur, wenn du noch irgendwas verfassungsfeindliches hinzufügen würdest.

Das Problem ist, dass du gar nicht der Eigentümer des Buchs bist, da dein Grossvater nicht der Eigentümer war, da er als Dieb Eigentümer nicht werden kann. Somit begehst du eine Hehlerei, die nach §259 StGB mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren bestraft werden kann. 

Ob es dann beweisbar ist, ist die andere Frage, aber auf jeden Fall würde ich dann nicht rumtönen, dass dein Grossvater es gestohlen hat.

denkst du das zu dieser Zeit jemand während Gefechte und auseinandersetzungen in ein Buchhandel geht und sich eins kauft? o_O Grunde ist zu 99% was mit dem zweiten Weltkrieg Zutun hat verkauft wird, gestohlen...

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Und wer soll ihm das Nachweisen? Wer ist der eigentliche Eigentümer? Inwiefern ist es verjährt?

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@ChrisdasSchwein

Es ist nicht verjährt, denn ein bösgläubiger Erwerb existiert nicht  und ein Dieb ist nie gutgläubig, also wurde der Grossvater niemals Eigentümer, da verjährt nichts.

Ausserdem, wenn ihr mal genau meine Antwort lesen würdet, habe ich selbst geschrieben, dass es fraglich ist, bezüglich der Beweise. 

Auf der anderen Seite, wenn der Grossvater Russe war, liegt der Verdacht nahe, dass er das Buch wohl kaum durch ein Rechtsgeschäft erworben hat.

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@TechnologKing69

Es ist nicht verjährt, denn ein bösgläubiger Erwerb existiert nicht  und ein Dieb ist nie gutgläubig, also wurde der Grossvater niemals Eigentümer, da verjährt nichts.

Diebstahl verjährt nach 5 Jahren. Und wenn den Opa niemand anzeigt hat ...

Und glaubst du wirklich, wenn jemand das Buch heutzutage verkauft, dann fragt er nach einem Besitznachweiß? Nach einem Kaufbeleg von 1945?

Außerdem heißt es "Im Zweifel für den Angeklagten". Also wenn der Bestohlene ihn nicht anzeigt ...

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