Berufe im Rettungsdienst?

4 Antworten

Also ich gehe mal auf die im Rettungsdienst hauptsächlich relevanten Qualifikationen Notfallsanitäter, Rettungsassistent und Rettungssanitäter ein. Darunter gibt es noch Sanitäter (diese Qualifikation regeln die verschiedenen Hilfsorganisationen selber, daher Unterschiede in Dauer und Inhalten, Dauer meist 48 Stunden. Einsatzschwerpunkt ehrenamtlicher Sanitätsdienst auf Veranstaltungen) und Rettungshelfer (landesrechtlich geregelt, in den meisten Bundesländern 320 Stunden bestehend aus 160 Stunden Lehrgang und 160 Stunden Praktikum. Einsatzschwerpunkt Fahrer im qualifizierten Krankentransport).

Rettungssanitäter ist ein mindestens 520 Stunden fassender Lehrgang mit Theorie und Praxis. Zuerst sind es mindestens 160 Stunden Theorie in Verbindung mit praktischen Übungen und Training von Einzelmaßnahmen, dann 160 Stunden Praktikum im Krankenhaus in der Anästhesie und in der Notaufnahme oder Intensivstation, 160 Stunden Praktikum im Rettungsdienst an einer Lehrrettungswache und zuletzt mindestens 40 Stunden Abschlusslehrgang mit schriftlicher, mündlicher und praktischer Abschlussprüfung. Rettungssanitäter sind in den Bereichen Notfallrettung und qualifizierter Krankentransport tätig. In der Notfallrettung als Fahrer und Assistent des höherqualifizierten Notfallsanitäters oder aktuell noch Rettungsassistenten, im qualifizierten Krankentransport eigenständig.

Der Rettungsassistent war bis 2014 die höchste nichtärztliche Qualifikation im Rettungsdienst, ist jetzt vom Notfallsanitäter abgelöst. Die Ausbildung zum Rettungsassistenten war zweijährig und endete mit einer staatlichen Prüfung. Bis 2014 und aktuell noch während der Übergangszeit, werden Rettungsassistenten als verantwortliche Transportführer auf Rettungswagen eingesetzt. Bis 2021 können sich Rettungsassistenten über eine staatliche Ergänzungsprüfung und je nach Berufserfahrung einer vorherigen weiteren Ausbildung zu Notfallsanitätern weiterqualifizieren.

Der Notfallsanitäter ist seit 2014 die neue höchste nichtärztliche Qualifikation im Rettungsdienst und löst den Rettungsassistenten als verantwortlichen Transportführer auf Rettungswagen ab. Die Ausbildung ist dreijährig und schließt mit einer staatlichen Prüfung ab. Es sind neue Ausbildungsziele definiert, die dem Stand einer modernen Notfallmedizin gerecht werden und der theoretische Anteil hat sich im Vergleich zum Rettungsassistenten mehr als verdoppelt. Die Prüfung ist auch deutlich ansprungsvoller, weil das neue Ausbildungsziel natürlich auch abgeprüft werden muss. Im einzelnen umfasst die Ausbildung 1920 Stunden an einer Berufsfachschule, 720 Stunden in mehreren Abteilungen eines geeigneten Krankenhauses und 1920 Stunden an einer Lehrrettungswache.

Ausgebildet werden Rettungssanitäter und Notfallsanitäter, der Rettungsassistent nicht mehr.

Der Rettungswagen ist bundesweit mit einem Notfallsanitäter oder aktuell noch Rettungsassistent zur Versorgung und Betreuung der Patienten und meist einem Rettungssanitäter als Fahrer und Assistent besetzt. Der Krankentransportwagen mit einem Rettungssanitäter zur Betreuung der Patienten und zumeist einem Rettungshelfer als Fahrer. Da die Besatzung aber nicht Bundes sondern Ländersache ist, ist auf letzterem in manchen Bundesländern auch nur eine "geeignete Person" als Fahrer Vorschrift.

Es gibt nur einen Beruf im Rettungsdienst. Den Notfallsanitäter. Mit 3 jähriger Berufsausbildung. Der Notfallsanitäter ist der Verantwortliche auf dem Rettungswagen.

Dann gibt es noch den Rettungssanitäter. 3 Monate Ausbildung und Fahrer auf dem Rettungswagen bzw. Verantwortlicher auf dem KTW.

Den Rettungsassistenten gibt es so nicht mehr. Das war vor Einführung des Notfallsanitäter der Verantwortliche auf dem Rettungswagen und hatte eine 2 jährige Ausbildung. Für Rettungsassistenten gibt es nur noch eine Übergangszeit bis 2021.

Hi,

die Ausbildungen im Rettungsdienst sind tatsächlich eher unübersichtlich - nimmt man noch die Qualifikationen für den Sanitätsdienst dazu, wird es noch schlimmer.

Jetzt lese ich aber was von Notfallsanitäter, Rettungsassistent und Rettungssanitäter. Wo ist da der Unterschied? Wer ist mit dem Rettungswagen unterwegs? Wie ist die Rangordnung?

Der Hauptunterschied liegt in der Ausbildungsdauer und den Kompetenzen.

Ein Rettungssanitäter hat einen 520-h-Lehrgang durchlaufen, inkl. Schule, Klinik- und Wachenpraktikum. "Rettungssanitäter" ist keine richtige Berufsausbildung. Ein RS wird als Verantwortlicher auf dem Krankentransportwagen (KTW) eingesetzt und als Fahrer in der Notfallrettung.

Ein Rettungsassistent hat eine zweijährige Berufsausbildung durchlaufen - dies war der erste "richtige" Ausbildungsberuf im Rettungsdienst. Dieser wird seit 2014 jedoch nicht mehr ausgebildet. Rettungsassistenten dürfen im Rahmen der "Notkompetenz" auch erweiterte Versorgungsmaßnahmen, wie z.B. das Legen eines venösen Zugangs und die Gabe einiger Medikamente durchführen. Rettungsassistenten werden als Verantwortliche auf dem Rettungswagen (RTW) sowie i.d.R. als Fahrer des Notarzteinsatzfahrzeugs (NEF) - also in der Notfallrettung - eingesetzt.

Der Notfallsanitäter ist eine seit 2014 existierende, dreijährige Berufsausbildung - der NotSan hat den Rettungsassistenten abgelöst. Der Notfallsanitäter hat eine Rechtsgrundlage, um invasive Maßnahmen (siehe Rettungsassitent) selbstständig durchzuführen - in aller Regel sind mehr Medikamente und Maßnahmen freigegeben, als beim Rettungsassistent. Der Einsatz erfolgt analog zum RettAss als Verantwortlicher in der Notfallrettung.

LG

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Also wenn ich verletzt bin und der Rettungswagen kommt, dann sitzen da sowohl Rettungssanitäter als auch Notfallsanitäter?

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@spieler3

Genau - oder auch RettSan und RettAss. Den Luxus von zwei Notfallsanitätern auf dem RTW können sich die meisten Rettungsdienste nicht leisten.

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@spieler3

Eventuell ja. Mindestens ist aber ein Rettungsassistent oder Notfallsanitäter dabei.

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