Rettungssanitäter Ausbildung und danach Notfallsanitäter Ausbildung?

8 Antworten

Bei mir in der Region ist es üblich, erst RS mit etwas Erfahrung, dann NotSan Ausbildung. Vorgeschrieben ist es aber nicht, man muss also nicht erst RS sein, bevor man die NotSan Ausbildung machen kann, es bietet dir und dem Arbeitgeber jedoch Vorteile und ist deshalb gerne gesehen. Ja, der RS kostet Geld, wenn man ihn als Selbstzahler macht etwa 1500 Euro. Die andere Möglichkeit ist, man macht ein freiwilliges soziales Jahr und erhält den RS kostenlos. Nachteil eines FSJ, du arbeitest ein ganzes Jahr für etwa 300 Euro monatlich Vollzeit. Zahlst du den RS selber und arbeitest danach, hast du das, was dich der RS gekostet hat nach etwa einem Monat wieder und verdienst danach deutlich besser als im FSJ.

Oh, die Ausbildung zum RS wird mittlerweile durchaus auch von den Rettungsdiensten bezahlt, wenn die Personaldecke sehr dünn ist. Bei uns bekommt man den beispielsweise bezahlt, wenn man sich für zwei Jahre verpflichtet.

Der RS ist in meinen Augen ein sehr guter Einstieg. Man bekommt mal recht unverbindlich ein gutes Bild dafür, was im Rettungsdienst läuft (Vorstellung und Realität klaffen gerne mal weit auseinander), und ob man diesen Job wirklich längere Zeit machen will.

Und das sehen auch die Chefs, bei denen man sich für die NotSan-Ausbildung bewirbt... Die Plätze sind rar, die Bewerberzahlen hoch (wir hatten für kommenden Herbst 6 Plätze, bei 80 Bewerbungen wurden ein Bewerbungsstopp eingelegt). Selbstverständlich werden da diejenigen Bewerber wohlwollender betrachtet, die schon wissen, dass Rettungsdienst eben nicht nur aus Chillen und Schwerverletzten besteht - weil sie diese Welt schon real kennen gelernt haben.

Du kannst natürlich auch direkt versuchen, zur Ausbildung reinzukommen. Wird aber schwieriger sein. Und mir blutet in dieser Hinsicht das Herz, wenn ich sehe, dass wir mindestens doppelt, lieber dreimal so viele NotSan-Schüler ausbilden sollten, um überhaupt den eigenen Personalbedarf zu decken.

Woher ich das weiß:Beruf – Ich arbeite im Rettungsdienst
Und mir blutet in dieser Hinsicht das Herz, wenn ich sehe, dass wir mindestens doppelt, lieber dreimal so viele NotSan-Schüler ausbilden sollten, um überhaupt den eigenen Personalbedarf zu decken.

Nicht nur dir ;-)

Man hat flächendeckend verschlafen, dass man zukünftig den eigenen Bedarf ausbilden muss - es kommen eben keine RettAss mehr von irgendwelchen Schulen, die ihre Ausbildung teuer bezahlt haben...

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@SaniOnTheRoad

Oh, dass man den eigenen Bedarf stillen muss, haben sie bei uns begriffen.

Aber nicht, dass in den nächsten Jahren sehr viele ältere Kollegen in Rente gehen werden (und auch nicht, dass sich auch jüngere Mitarbeiter öfters rausgeekelt fühlen... Betriebsklima)

und auch nicht, dass von den paar Azubis eines Jahrgangs längst nicht alle dableiben.

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Hi,

Was ist am sinnvollsten?

Das ist schwer pauschal zu beantworten und hängt vor allem von den "Vorlieben" deines zukünftigen Arbeitgebers ab.

Allgemein ist die Ausbildung zum NotSan sehr begehrt und es gibt dementsprechend viele Bewerber - sehr viele davon bringen eben schon Rettungsdiensterfahrung als RS mit und der Arbeitgeber weiß, "was er bekommt".

Erfahrungsgemäß haben es externe Bewerber z.T. deutlich schwerer, einen der Ausbildungsplätze zu ergattern. Hier kann die Ausbildung als RS und etwas Einsatzerfahrung durchaus schon aus strategischen Gründen Sinn machen (war auch mein Weg).

Sonst: der Rettungssanitäter ist keine Voraussetzung zur NFS-Ausbildung und bringt allenfalls in der Anfangszeit einen Erfahrungs- und Wissensbonus. Die notwendigen Kenntnisse werden auch in der NFS-Ausbildung vermittelt.

Da die Bewerbungsfrist für 2018 bereits abgelaufen ist, würde ich eher dazu tendieren, den RS zu machen, eine Anstellung zu suchen und so die Zeit bis zu den Einstellungsterminen 2019 zu überbrücken.

LG

Woher ich das weiß:Beruf – Ausbildung und hauptamtliche Tätigkeit als NFS

Mir wurde gesagt die RS Ausbildung würde Geld kosten (ca 1000€) außer man ist ehrenamtlich angemeldet. Stimmt das soweit? Danke übrigens für deinen Kommentar, hat mir sehr weiter geholfen :)

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@RCamora
Stimmt das soweit?

Richtig - über das Ehrenamt ist zwar nicht verkehrt, es gibt allerdings auch noch genügend andere Möglichkeiten, z.B. kenne ich RS, denen die Ausbildung über das Jobcenter finanziert bekommen haben.

Zum Teil - wenn auch selten - finanzieren die Rettungsdienste selbst die Ausbildung gegen Verpflichtung.

Falls Du die Ausbildung doch selbst finanzierst, kannst Du diese als Werbungskosten immerhin steuerlich absetzen.

Danke übrigens für deinen Kommentar, hat mir sehr weiter geholfen :)

Sehr gerne ;-)

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Es gibt keinen Grund die RS-Ausbildung extra zu machen wenn du sicher bist das du unbedingt Notfallsanitäter werden möchtest. Das ist nur unnötige Zeitverzögerung, wenn es kein plausiblen Grund gibt.

Solltest du aus irgendeinem grund die Ausbildung vergeigen, kannst du immer noch als Plan B die RS-Prüfung ablegen, weil spätestens dann schon genügend Praktiumszeit und Einsatzerfahrung als Vorrausetzung absolviert wurden.

Woher ich das weiß:Beruf – Seit über 10 Jahren RA/NFS beim DRK

RS ist keine Ausbildung !

aber in den meisten Fällen ist es sinnvoll diese vortbildung vor der richtigen Ausbildung zum Nofamlsani zu machen

wenn man den RS schon nicht schafft brauch man keine 3 Jahre in der Ausbildung zu verschwenden bzw überhaupt anfangen

und die meisten Rettungsdienste wie zb das drk und der asb bezahlen mittlerweile den RS da eine große Personalknappheit Besteht

lg

Woher ich das weiß:Berufserfahrung

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