Austritt aus Freikirche - Erfahrungen?

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13 Antworten

Es gibt zu viele verschiedene Gruppen, um da eine allgemeine Antwort geben zu können. Wie nennt sich die "Freikirche"? Hört sich mehr nach Sekte an. (Wobei wie bei allen Gruppierungen die Grenzen manchmal fließend sind.)

Bei mir war das überhaupt kein Problem. Auch bei denen, die nicht zu einer anderen christlichen Gemeinschaft (ob Landeskirche oder Freikirche) gewechselt sind, habe ich keien größeren Probleme beobachtet als bei völlig anderen Gruppen (wie Vereine, Parteien, ...) auch.

Wende dich mal z. B. an den Sektenbeauftragten der Evangelischen Kirche. Aber sei erst mal vorsichtig, ob der mit der nötigen Umsicht darangeht. Auch die Telefonseelsorge sollte wissen, an wen man sich wenden kann.

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Kommentar von beccs1510
01.03.2017, 23:56

einfach evangelische Freikirche. da scheinst Du ein riesen Glück gehabt zu haben. bei uns ist das ganze leider etwas extremer. ich werde mich Mal in die Richtung kundig machen. danke

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"Letztere sind "zutiefst enttäuscht" ... Bei seinen Eltern genau das gleiche.
Immer wenn er etwas macht,... sitzen sie nur auf dem Sofa und
weinen."

Das ist seelische Misshandlung seitens der Eltern und der Gemeinde. Dein Freund wird sowohl von den Eltern als auch von den Gemeindegliedern mittels schlechten Gefühlen unter Druck gesetzt. Sie tun so, als ob dein Freund die Verantwortung für deren Gefühle zu tragen hätte.

Wenn man solche seelische Misshandlung von Kindheit an erfährt, merkt man selber kaum, was da eigentlich mit einem gemacht und wie man manipuliert wird.

Google mal nach seelischer Misshandlung. Danach kannst du deinen Freund ja darauf aufmerksam machen, was mit ihm gemacht wird. Möglicherweise kann er das nicht allzu schnell durchblicken, weil die Eltern in den Freikirchen viel zu viel Macht bekommen, weil man ihnen dort vor allem gehorsam sein soll.

Das ist ein psychologisches Problem, wenn man noch nicht die Kraft hat, sich in einem Alter, wo das völlig normal ist, von den Eltern abzulösen.

Vielleicht könnt ihr ja zu einer Beratungsstelle gehen, die deinem Freund helfen kann, dass er innerlich freier und selbständiger wird. Das ist bei seelischer Misshandlung bestimmt nicht einfach.

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Weil er ja nicht nur mit dem Denken und Handeln dieser Freikirche aufwuchs, und weil er nach wie vor das Kind seiner Eltern ist - und wer mag schon die eigenen Eltern/ Freunde/ Verwandte komplett enttäuschen? Vor allem wenn eigentlich sonst alles okay ist zwischen ihnen.

Ihm muss wohl erst noch klar werden das er offenbar nicht beides haben kann: Austreten/ von dem üblichen Gemeindekram abwenden... und daheim mit der Familie Friede Freude Eierkuchen.

Mein bester Freund entschied sich auch für einen Austritt und zog es durch sobald er volljährig war. Er verlor viele Kontakte dadurch, aber ein paar hielten im Laufe der folgenden Jahre dennoch zu ihm. Zu anderen hat er wohl nur noch sporadisch Kontakt. Aber er ist glücklich mit seiner Entscheidung.

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Er ist 17. Du bist 17. Ihr seid also wirklich noch sehr jung.

Seine Eltern sind deinem Freund wichtig. Das ist an sich etwas sehr schönes und wertvolles, das sollte man als 'Aussenstehender' nicht kaputt machen.

Gib ihm doch einfach die Zeit, erwachsen zu werden und auf eigenen Füssen zu stehen. 

Es sieht so aus, als ob auch die Freikirche deinem Freund nicht ganz unwichtig ist. Du willst doch sicher deinem Freund nicht etwas 'wegnehmen', wovon er sich im Moment nicht ganz trennen môchte?

Gib ihm einfach die Freiheit, die er jetzt braucht.

Zum Thema Party, Konzert, Kino...Ist es wirklich so, dass er an keine Partys darf und in keinen Film und in kein Konzert? Oder ist es nicht eher so, dass es um bestimmte Partys, bestimmte Filme, bestimmte Konzerte geht? 

Ich bin ebenfalls Christ und freikirchlich. Und ich frage mich bei Filmen, usw: "Kann Jesus mitkommen? Wird er sich wohlfühlen," Oder muss er sagen 'Sorry, aber hier muss ich dich alleine lassen" 

Ich vermute mal, dass es den Eltern deines Freundes darum geht. Ganz ehrlich, ich wär auch traurig, wenn meine Kinder sich, sagen wir mal 'Temptation Island' anschauen würden. Dazu liebe ich sie zu viel. Ich wollte auch nicht, dass sie sich mit solchen dingen beschmutzen.

Aber auch da gilt, dass man mit den Jahren und mit dem Erwachsenwerden der eigenen Kinder schlicht und ergreifend loslassen muss. Loslassen ist ein Prozess und geschieht stückweise, wenn der Prozess gesund verlaufen soll. Ein abruptes Durchschneiden ist nicht unbedingt gesund für die Eltern-Kindbeziehung. Und ja, dein freund ist mit seinen 17 doch noch immer ein wenig Kind. Noch nicht ganz erwachsen. da fühlt man sich als Eltern noch immer verantwortlich.

Zum Schluss: 

Dein Freund weiss das vielleicht noch nicht, aber Gott hat keine Enkel. Er hat nur Kinder. Dein Freund wird sich entscheiden müssen im Laufe der Zeit, ob es genug ist, eine Art ScheinEnkel zu sein, die Kirchenzugehörigkeit nur wegen der Eltern zu behalten. oder ob er selber ein Kind des himmlischen Vaters werden will. 

Mitläufer sind keine Nachfolger. 

Ich wünsche dir und deinem Freund von Herzen Gottes Segen für euer Leben.

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Bei Deinem Freund steht der emotionale Ablösungsprozess an. In seinem Fall läuft er über die Mitgliedschaft in diesem Verein. 

Ich stimme Dir zu:

Halbe Sachen werden ihn nur noch tiefer in diese vorhandene emotionale Abhängigkeit führen. Zudem sind solch halbe Sachen unchristlich. 

Ich würde ihm die Frage stellen, wen er eigentlich anlügt, wenn er behauptet, sich gegen die Mitgliedschaft dort entschieden zu haben und dann eben doch hingeht. 

Es wäre ansonsten neu, dass das Verhalten einer anderen Person bei einem Menschen Auslöser für eine organische Erkrankung ist. Körperverletzung natürlich ausgenommen. 

An Deiner Stelle würde ich mal nach Sektenbeauftragte schauen. Ob so ein Mensch hier hilfreich sein kann bzw. eine Selbsthilfegruppe kann ich natürlich mit den wenigen Informationen nicht beurteilen. 

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Kommentar von beccs1510
01.03.2017, 23:42

danke für deine Antwort, die ist bisher mit Anstand die hilfreichste. Ich habe bereits darüber nachgedacht einmal zu einer Hilfestelle zu gehen. Für eine Selbsthilfegruppe ist unsere Stadt zu klein, aber die Caritas bieten etwas in die Richtung an. Das werde ich enger ins Auge fassen.

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Die Motivation deines Freundes geht aus deiner Frage nicht hervor. Ist er nicht mehr gläubig? Oder ist er weiterhin gläubig und möchte nur keiner Kirche mehr angehören? Oder zu einer anderen Kirche wechseln? Das könnte für seine Eltern durchaus einen Unterschied machen. Wahrscheinlich könnten sie den Wechsel zu einer anderen Kirche besser verkraften als einen Abfall vom Glauben.

Was das Problem mit den anderen Kirchenmitgliedern betrifft, ist die Lösung einfach: wenn dein Freund nicht mehr hingeht, können sie nicht mehr auf ihn einreden. Problem gelöst.

Was seine Eltern betrifft, ist es etwas komplizierter. Natürlich ist die sentimentale Erpressung, die sie auf ihn ausüben, verwerflich. Aber sie scheinen wirklich sehr gläubig zu sein und sind wahrscheinlich überzeugt, dass ihr Sohn zur Hölle verdammt ist, wenn er den Glauben/die Gemeinde verlässt, was für sie natürlich schwer zu ertragen ist. Und ihr Sohn liebt seine Eltern vielleicht und will ihnen diesen Schmerz nicht antun?

Aber wie auch immer, es gibt nur zwei Möglichkeiten: entweder er zieht es jetzt mit allen Konsequenzen durch - besser ein Ende mit dem Schrecken als ein Schrecken ohne Ende. Oder er wartet noch 1-2 Jahre, um seine Eltern zu schonen, und zieht dann von zuhause aus. Vielleicht indem er ein Studium wählt, für das er einige 100 km wegziehen muss. Dort kann er seine religiöse Praxis so gestalten, wie er möchte, ohne seinen Eltern detailliert darüber Auskunft zu geben.

Eine Bemerkung deinerseits lässt mich allerdings aufhorchen: wieso tut er DIR mit seiner Schadensbegrenzung "unheimlich weh"?? Das wirft die Frage auf: wessen Wunsch ist es eigentlich, dass er aus seiner Kirche austritt- seiner oder deiner? Übst du etwa deinerseits Druck auf ihn aus, nur in die andere Richtung als seine Eltern?

Wenn es dein Wunsch ist, dass er austritt, wäre es ganz schön dreist von dir, etwas von seinen Eltern zu verlangen, was du selbst nicht bereit bist, ihm zu geben: das Recht, selbst und frei von Druck zu entscheiden.

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Fünf (Pflicht-)Veranstaltungen pro Woche sind schon eine ganze Menge. Ich kann verstehen, wenn man sich da ein bisschen mehr Raum für Aktivitäten außerhalb des Gemeindelebens wünscht. Einen solchen Terminplan kenne ich als praktizierender Katholik überhaupt nicht.

Die Frage ist ja: Wie sehr ist deinem Freund sein Glaube ein Anliegen? Könnte er in der Gemeinde nur noch ein- bis zweimal die Woche kommen, ohne gleich schräg angeguckt zu werden? Oder geht das in der Gemeinde gar nicht?

Wenn es nicht geht und ihm die Bindung an diese Gemeinde zu eng ist, er aber andererseits schon Wert auf den Glauben legt, dann ist die Frage, ob er sich eine andere kirchliche Heimat außerhalb seiner Freikirche suchen möchte, zum Beispiel in deiner Konfession. Inwiefern das seine Eltern trösten könnte, weiß ich nicht.

Wenn er dem Glauben eigentlich gar nichts abgewinnen kann und nur den Eltern zuliebe immer mitgeht, dann ist natürlich die Frage, wie lange er das noch mitmachen will. Er ist nahezu erwachsen, und gerade Freikirchen legen doch eigentlich immer auf die persönliche Entscheidung jedes Einzelnen Wert. Natürlich wünscht sich die Gemeinde, dass diese Entscheidung ein Ja ist. Aber auch ein Nein müsste sie eigentlich respektieren.

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Da stellt sich doch zunächst die Frage, wem spielt dein Freund etwas vor dir oder seinen Eltern? Spielt aber auch keine große Rolle, über kurz oder lang muß er sich eben für eine Seite entscheiden und da solltest du hinarbeiten. Du solltest aber in Betracht ziehen, daß ihm seine Familie am Ende wichtiger ist.

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Was die Eltern und Gemeindemitglieder machen, ist genaugenommen religiöser Missbrauch und Manipulation. Beides ist definitiv nicht christlich und einer freien, freiwilligen Glaubensausübung nicht förderlich. Fünf kirchliche Aktionen pro Woche sind recht viel.

Auch dass Teilnahme an Kino, Party, Konzert nicht gern gesehen wird, gibt mir zu denken. Wenn die Mutter meint, dass sie durch den "Stress" krank wird, ist das ein Problem welches sie selber zu lösen hat, und nicht dein Freund.

Eine zündende Idee habe ich leider nicht. Aber dein Freund sollte mal mit seinen Eltern und Gemeindemitgliedern darüber reden dass christlicher Glaube etwas Freiwilliges ist. Zwang und regelmäßiger Besuch von christl. Veranstaltungen sind nicht heilsnotwendig. Er kann seine Eltern und Gemeindemitglieder mal darauf hinweisen, sie sollen die Sache mit Gott im Gebet besprechen, fragen was Gott dazu meint. Vielleicht hilft das ja.

Für deinen Freund ist es natürlich eine schwierige Situation, denn es
sind seine Eltern und sein soziales Umfeld. Und er ist noch nicht
volljährig, sicher auch nicht finanziell unabhängig. Lass ihm die nötige
Zeit, mach ihm aber klar dass er sich entscheiden muss. Evt. passiert
dies auch stückweise. Vielleicht gibt es ja auch eine Gemeinde in der Nähe, welche wirklich "frei-kirchlich" ist. Ich vermute aber eher, er benötigt eine Pause von allem was mit Kirche und Glaube zu tun hat.

Auf jeden Fall wünsche ich euch alles Gute!

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Ich würde nicht zu einem Sekten-Beauftragten gehen . Der wäre zuständig , wenn die Gemeindeleitung der Freikirche bei einem Austritt Schwierigkeiten machen würde , aber das tut eine Freikirche nicht . Es ist viel mehr ein familiäres Problem - verständlich , daß die Familie traurig  ist , wenn dein Freund weggeht . Dein Freund soll aber nicht heucheln . Das macht die Sache  nur schwerer . Er soll frei dazu stehen , wie er denkt - und zu den Eltern würde ich sagen : Lasst ihn frei - betet für ihn und überlasst ihn Gott . 

Ist dein Freund ein bekennender Christ ?  Oder ist ihm das nur durch die Erziehung eine Pflicht ? 

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Solange er noch zu den Veranstaltungen hingeht, ist er ihren Beeinflussungen ausgesetzt. Wenn er wirklich den Wunsch hat, auszutreten, muß er einen klaren Schnitt machen. Die Enttäuschung seiner Eltern und der gemeindemitglieder muss er dann aushalten.

DAs ist allerdings ohne Hilfe schwer. Sucht mal nach Sektenbeauftragten oder Austritt aus Freikirchen. Etwa sowas: https://phhoehener.wordpress.com/2013/05/15/mein-austritt-aus-der-freikirche-der-siebenten-tags-adventisten/

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welche Gemeinde ist es denn, wo man zu keiner Party, Konzert oder Kino gehen darf?

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Kommentar von beccs1510
01.03.2017, 23:44

nennt sich evangelische Freikirche. da gibt es sehr unterschiedliche Richtungen. im Prinzip ist nichts erlaubt was nicht von der Kirche organisiert ist.

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kirchenaustritt und selbstbewußtsein hängen ganz eng zusammen

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