Argumente gegen Anarchismus?

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7 Antworten

  • Es gibt sehr viele, sehr unterschiedliche Formen des Anarchismus: zB den Anarcho-Kommunismus und den Anarcho-Kapitalismus
  • "Sachen zerstören" gehört zu keinem dieser Ideologien außer der, von irgendwelchen anmaßenden Teenagern.

Es kommt vollkommen darauf an welche Art von Anarchismus er denn unterstützt (wie gesagt, wahrscheinlich gar keine - außer dem Wort generell als Assoziationspunkt), normalerweise ist der Anarchismus für eine Abschaffung der Regierung - dabei wäre ein Kritikpunkt dass sich Regierungen nicht einfach so auf unnatürliche weise gebildet haben sondern aus der Gesellschaft hervorgehen. Wenn man sie also "entfernt" würden sich neue Arten von Regierungen bilden (zumindest solange man kein präzises Konzept zur Alternative hat was im Teenager-"Anarchismus" nicht gegeben ist) - zB könnte so ein neuer Feudalismus entstehen bei dem wieder das Recht des Stärkeren gilt und sich Grupperiungen ähnlich wie in einigen Teilen Afrikas ihre Macht durch Waffengewalt etablieren.
Ansonsten:
https://en.wikipedia.org/wiki/Criticisms_of_anarchism

ich glaube die "strömung" mit der viel zu tun hat nennt sich insurgency oder so! danke für die schnelle antwort

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@alerta1997

Danke. Insurgency ist anscheinend bloß eine radikalere Version dieses Anarchismuses ohne genaue Definitionen - gibt also keine genaueren Angaben zu den Motiven, Idealen und Konzepten dieser Ideologie (insurgency heißt direkt übersetzt ja auch bloß "Aufstand") - solche Leute sind jedenfalls weit gefährlicher als die üblichen Teenager mit Assoziationsbedürfnissen.
https://en.wikipedia.org/wiki/Insurgency

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Ich möchte bestreiten, dass es sich beim Anarcho-Kapitalismus noch um Anarchismus handelt. Seine Vertreter sollen sich mal ein eigenes Wort für ihre Weltanaschauung ausdenken, anstatt sich eins bei anderen zu klauen, um es um einen weiteren Begriff zu ergänzen...

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Naja: Das Hauptargument, das gegen den Anarchismus angeführt wird, ist doch, dass er nicht realisierbar sei. Meistens damit begründet, dass der Mensch von Natur aus schlecht sei und immer jemanden über bzw. unter sich brauche.

Einen Einwand, den ich selbst gerne bringe, ist der, dass der gesellschaftliche Zustand, den wir jetzt und hier haben, doch ein deutlicher Fortschritt gegenüber allen früheren Zuständen ist. Es lässt sich doch kaum verleugnen (gerade aus einer anarchistischen Perspektive nicht), dass die parlamentarische Demokratie ein wesentlich besseres politisches System darstellt als etwa die feudale Monarchie - und auf jeden Fall als der Faschismus.

... das ist natürlich kein Argument gegen den Anarchismus allgemein, wohl aber gegen die extrem ablehnende Haltung, die viele Anarchist-inn-en dem bürgerlichen Staat gegenüber hegen. Und ich würde an genau diesem Punk ansetzen und mich positiv auf die freiheitlichen, demokratischen und sozialen Aspekte des Staates beziehen - anstatt den Staat rundheraus zu verwerfen, wie es viel Anarch@s tun.

Ich weiß ja nicht, was Dein Kumpel für Sachen zerstört, aber vielleicht wäre das zumindest dagegen und gegen ein all zu martialisches Revolutionsverständnis ein Einwand, allerdings nicht gegen den Anarchismus an sich.

Und natürlich kannst Du argumentieren, dass Anarchismus nur als ganz radikale Demokratie funktioniert. Und um die zu erreichen, muss man vor allem Aufbauarbeit betreiben.

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Anarchismus ist unsozial und unwissenschaftlich. Unwissenschaftlich, weil seine Vertreter eine lange historische Erfahrung der Menschheiet nicht akzeptiern wollen: Unordnung und Gesetzlosigkeit hat immer nur den Gesetzlosen und den Gewaltbereiten gedient. Gelitten unter den wirtschaftlich zerrütteten Verhältnissen haben immer die Schwachen. Darum ist Anarchismus unsozial. Meist wird es von Leuten aus wohlhabenden Verhältnissen befördert, die überhaupt keine Ahnung davon haben, was wirtschaftliche Zerrüttung für die Schwachen und Armen bedeutet. Man mag - und das ist durchaus verständlich - mit den aktuellen Machtverhältnissen unzufrieden sein. Doch eine gesellschaftliche Ordnung ersatzlos aufzulösen bedeutet, den Gewaltbereiten und Machtegoisten freie Hand zu geben, was sich nicht nur in Wild-West-Filmen als Desaster für die einfachen Bürger erweist. Anarchismus hat zwei Wurzeln: Die Einbildung alles besser zu wissen (Mein System funktioniert! - obwohl es nie ausprobiert wurde!) und die Hochnäsigkeit gegenüber den Menschen (Die müssen halt leiden, wenn sie nicht mitmachen wollen!). Anarchismus hat einen diktatorischen Zug mit der einzigen Ausrichtung: Kaputtmachen mit der schwärmerischen Erwartung, dass sich dann alles von selbst zum Guten fügt. Das ist die Ignoranz von ungeduldigen Besserwissern. Intellektuell lebt Anarchismus vom Reduktionismus: XY ist ja nichts anderes als. Wenn Du genau hinhörst, wirst Du diese Wendung immer wieder hören - "nichts anderes als". Das ist die Reduzierung des Komplexen der Realität auf die einfache Wunschversion. Ich habe den Stein der Weisen, das Sesam öffne Dich. Generationen von Menschen waren zu blöd dafür, aber jetzt ist der Erlöser geboren.

Wer will denn die "gesellschaftliche Ordnung ersatzlos auflösen"???

Du scheinst Dich nie ernsthaft mit dem Anarchismus beschäftigt zu haben, sonst würdest Du dessen angestrebte Utopie der Anarchie nicht mit einer "Anarchie" im Sinne einer Anomie verwechseln.

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na so einen blödsinn habe ich ja noch nie gelesen!

welche gesellschaftsform funktioniert denn?? erstmal sind alles theorien. und natürlich gab es alles im kleinen oder in ansätzen. m.e. ist das eine frage des bewusstseins, egal welchen ...mus du kochen willst!

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Entschuldigung dass ich dass jtz so grob ausdrücke, aber z.B. zur NS-Zeit, gab es sehr viele Gesetze und alles wurde "geordnet". Und was ist bitte Undozial daran, solidarisch und gemeinsam eine basis zu bilden, und das volk in eine Klase zu packen. Das authoritäre aus dem System zu nehmen, ist doch ein Grundsatz. Allein de aussage, Anarchismus steht für Gesetzlosigkeit und Unordnung, ist eine Lüge. Kein Anarchist sagt das, der Unterschied ist, dass über regeln und Strafen alle gemeinsam entscheiden, Solidarität als Grundlag eines neuen "Systems" ohne Herachie und Klassenkampf.

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Ich bin zwar selber Anarchist, und ohne jmd meinen Gedanken aufzwängen zu wollen, wollte ich sagen, dass Leute, die behaupten, Anarchie sei unmöglich umsetzbar, offensichtlich einfach de Meinung von z.B. Presse übernimmt, und noch nie wirklich daräber nachgedacht hat. Ich kann eim sehr gutes Buch namens "Anarchie" geschrieben von Horst Stowasser, wo Beispiele genannt werden, wo die anarchie erfolgreich war, aber vllt auch Verbesserungsmöglichkeiten.

Ich wolltw dazu noch erwähnen, dass jmd der jetzt in deutschland lebt, niemals aus Erfahrung sagen kann, dass die Anarchie nicht funktioniert, und niemand kann behaupten, Demokratie sei ein perfektes System, denn es ist mehr als offensichtlich das es auch nicht funktioniert, natürlich besser als Monarchie odr diktatur.

Es ist doch interessant wie Leute die Beweislast auf den Kopf drehen und ernsthaften Argumenten nur die Lügen entgegenrotzen, mit denen sie selbst manipuliert wurden.

Nicht die Anarchisten, die die Herrschaft abschaffen wollen, müssen dieses begründen, sondern diejenigen, die verschiedene Formen der Herrschaft verteidigen, müssen diese erst einmal rechtfertigen! Jede Form der Herrschaft in der gesamten bekannten Menschheitsgeschichte war korrupt, hab- und machtgierig und das, was wir heute für Demokratie halten, ist nur eine Repräsentative Demokratie und weit von wirklicher Demokratie entfernt. Der verschwindend kleine Rest an Demokratie, der Akt der Wahl von Repräsentanten und Parteien beschränkt sich darauf, dass das Volk aus einer Gruppe von Leuten auswählen darf, die in wesentlichen Punkten (Wirtschaft, Finanzen, Militär, Aussen- und Innenpolitik) dasselbe vertreten. Eine Demokratie, die in solchen wesentlichen Punkten undemokratisch ist, ist keine Demokratie! Wir haben doch in Deutschland alle Parteien schon an der Regierung gehabt! Hat sich in den wesentlichen Punkten irgend etwas geändert? Ist irgend etwas besser geworden? Warum denn wohl nicht? Die Wirtschaft wächst jedes Jahr und jedes Jahr wird mehr Geld verdient und die Vermögen wachsen - allerdings nur bei den reichsten 0,1% der Bevölkerung! Georg Schramm hat es einmal sehr treffend ausgedrückt: "Die Finanzjongleure bestimmen, was uns die Politiker auf der Berliner Puppenkiste an Demokratie vorspielen dürfen!"

In den USA darf man zwischen Tump (jüdische Mafia) und Clinton (italienische Mafia) wählen. Hinter den Kulissen sind die Mafien verbündet und die Trumps und die Clintons befreundet und treffen sich zum Grillabend und schlagen sich vor Lachen auf die Schenkel über das Wahlspektakel. Das ist Showbusiness, ebenso wie in der Kirche!

du solltest dich einfach mal informieren, was anarchismus bedeutet. dann kannst du ihm sagen, dass einfach iwelche sachen zerstören nichts mit anarchismus zu tun hat!

Dein Freund hat offensichtlich nicht viel Ahnung. Anarchismus hat nichts mit "Sachen zerstören" zu tun. Anarchismus hat auch nichts mit "Gesetzlosigkeit" oder "Chaos" zu tun, wie Manche hier glauben.

Anarchismus bedeutet nichts anderes als "Herrschaftslosigkeit": niemand herrscht über einen Anderen. Herrschaftslosigkeit funktioniert auch mit Gesetzen und Regeln, und anderer Leute Eigentum muß man dabei auch nicht zerstören.

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