Angstgedanken loswerden?

5 Antworten

Hallo,

dass alles bei dir momentan drunter und drüber geht, du Ängste und Zwänge verspürst, ist völlig normal nach dem schmerzhaften Verlust deines Vaters.

Das blöde ist nur, wenn sich das im Kopf festsetzt, dann bekommt man das ganz schwer wieder raus, obwohl einem selbst klar ist, das die Ängste eigentlich unbegründet sind...

Auf jeden Fall solltest du weiter mit deiner Mutter und anderen vertrauten Personen drüber reden...

Hast du schon mal in Erwägung gezogen eine Therapie zu machen ?

Wünsch dir viel Kraft und alles Gute !!!

Danke! Ich habe tatsächlich darüber nachgedacht, zuerst mal zur psychologischen Beratung an meiner Uni zu gehen. Meine Gedanken wechseln ja auch ständig zwischen Normal und Angst. Vor allem am Abend. Da mir ja aber Ängste vor Krankheiten so sehr zu schaffen machen, versuche ich erstmal ausgiebig mit meiner Mutter darüber zu reden, da sie ja an der "Quelle des Wissens" dazu sitzt.

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@Isabelleicious

Das ist gut. Du vertraust deiner Mutter und wenn sie sagt, dass deine Angst unbegründet ist, dann wirkt es besser als von jedem Therapeuten....

Trotzdem wäre ein Therapeut gut, da deine Mutter ja genauso involviert ist und sie sicher selber noch viel zu verarbeiten hat.

Je früher umso besser, wenn du zu lang wartest umso schwieriger wird es. Das kann ich dir aus Erfahrung sagen....

Und wenn du alleine bist, dann mach es wie heute und nutze diese Seite um es dir von der Seele zu schreiben.

Die meisten Antworten kommen von Menschen, die aus eigener Erfahrung genau wissen was du fühlst...

Willkommen im Club   ;-)

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@DirWil

Deswegen schätze ich diese Seite in der Hinsicht; auch, wenn nicht immer sinvolle Antworten zu erwarten sind :D. Ich werde einfach nachher wieder mit Ihr reden. Und wie gesagt, diese Gedanken machen mir vor allem am Abend und in der Nacht zu schaffen, am Tag kommt es mir dann irgendwie banal vor.

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@Isabelleicious

Ich bin da auch kein großer Freund von und ich bin froh, dass ich sie nicht mehr brauche, aber für die "Übergangszeit" sind Medikamente eine große Hilfe. Sie heilen zwar nicht, aber sie können die Gedanken ausblenden und vor allem lassen sie dich besser schlafen....

Denk mal drüber nach, ob es für dich in Frage kommt.

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@DirWil

Nun, davon halten meine Mutter (und ich auch erstmal) nichts, wegen der Abhängigkeitsgefahr. Ich bin schon schwer vom Nasenspray wegzubekommen, wenn ich erkältet bin. Ich nehme erstmal Johanniskrautkaspeln, mal sehen, ob die was bringen. Ich steigere mich glaube ich zu sehr in das ganze rein, auch im Hinblick, dass mit meiner Psyche etwas nicht stimmt. Nächste Woche werde ich mal Blutabnehmen lassen zur Beruhigung, das wäre sowieso mal dringend fällig.

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@Isabelleicious

Es gibt viele Medikamente, wo die Suchtgefahr relativ gering ist, aber wenn du da schon vorbelastet bist, sollte man natürlich vorsichtig sein.

Meine Medikamente waren nicht sehr hoch dosiert und ich habe sie ziemlich lange genommen. Das Absetzen war absolut kein Problem.... Außer das der nervige Tinitus, den ich aber schon Jahre zuvor hatte, wiedergekommen ist...   beeeeeep

Das ist aber lediglich meine persönliche Erfahrung und Medikamente wirken bei jedem anders.

Aber ich hätte es ohne Medikamente definitiv nicht geschafft.

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@DirWil

Anfangs habe ich homöopathische Mittel genommen, die auch ein wenig beruhigen :

"Kava Kava N"  tagsüber

und

"Kytta-Sedativum"   für die Nacht

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@DirWil

Medikamente sind immer nur ein herumdoktorn an den Symptomen-aber ich gebe Dir Recht;manchmal müssen es erst Medis sein,um überhaupt therapiefähig zu werden.

Schön,dass du es geschafft hast und es Dir wieder gut geht!

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@SoulandMind

Danke.

Die Medikamente sind schon fies und heftig, aber wie du auch sagst, sie holen einen runter (bzw. bauen einen auf) um die Therapie annehmen zu können.

Ich habe viele Leute während meiner Therapie erlebt, die dachten wenn sie Pillen nehmen, dann werden sie geheilt...   Die haben leider den Zweck der Medikamente nicht verstanden.

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Ich denke, dass zumindest Leute, die noch eine gewisse Sensibilität und Tiefgründigkeit haben, bei bestimmten äußerst negativen Ereignissen wie z.B. dem Verlust eines nahen Angehörigen, schnell in das Fahrwasser aus Ängsten, Zweifeln und psychischen Problemen kommen können. Sensibel zu sein ist natürlich auch kein Verbrechen, eher eine angenehme Gabe, gerade auch in einer häufig sehr abgestumpften Zeit, nur das birgt eben auch manchmal gewisse Gefahren in sich. Man muß es halt wissen. Ich habe so etwas auch erlebt. 1972 starb mein Opa, 1973 meine Oma (mit beiden lebten wir zusammen), auch 1973 meine Lieblingstante (auch sehr enges und gutes Verhältnis) und dann 1974 in meinem Beisein auch mein Vater (Herzinfarkt). Der Horror ging Schlag auf Schlag.Wenn man nicht im Rahmen seiner Möglichkeiten aufpaßt, kann sich daraus mehr entwickeln. Etwas verfestigen. Deftige Psychoprobleme. Mich hat vor allem die Sache mit dem Kontrollzwang stutzig gemacht (ist mir geläufig). Ich würde folgendes tun: Erstens die Sache mit Leuten des Vertrauens (!!!) besprechen und auch eine Therapie anstreben (schwierig zu bekommen und langwierig, aber eben angebracht). Verzicht auf Drogen (jeglicher Art).Und zweitens würde ich mich auf die Uni und die Prüfungen konzentrieren. Wenn das leidet, ist es wieder gefährlich, weil das in der heutigen Zeit kaum jemanden interessiert (zumindest nicht am "sozialen" Arbeitsmarkt), wenn die Prüfungen nicht oder erst sehr spät absolviert wurden. Daraus wird dann auch wieder ein Strick gedreht, denn Psychoprobleme (die sehr, sehr viele haben!!!) sind eben immernoch nicht gesellschaftsfähig, trotz allem heuchlerischen Palavers (von Leuten die weniger als "Null" Ahnung haben) zum Trotz. Das kann dann wieder in eine weitere Abwärtsspirale führen.Hilfreich ist auch zu fragen, was würde der Verstorbene einem raten, was man tun soll. Väter zum Bleistift wollen z.B. auch immer, dass das Kind die Prüfungen macht. Erblindung ist nicht möglich, außer, es ist vorgesehen, dann kann man aber ohnehin kaum etwas dagegen tun. Grundsätzlich ist es so, dass das Schicksal (als ganzes Großes) festgelegt ist. Sprüche wie "jeder ist seines Glückes Schmied" u. ä. sind blanker Unfug, das gilt allenfalls um Nuancen im Rahmen respektive im Spielraum des Vorgegebenen, da hat man dann schon etwas an Möglichkeiten. Da kann man dann schon etwas agieren. Niemand kann aber das vorgegebene Schicksal (als ganzes Großes) ändern! Also, nicht verrückt machen lassen und Vorsicht vor falschen "Freunden/innen"!!

Mir ist vollständig klar,dass Du Angstgefühle entwickelst.

Durch den Tod Deines Papas wurde dein innerer Schutzmechanismus, den wir alle irgendwo haben und der uns hilft,den Tod weit wegzuschieben, erstmal ausser Kraft gesetzt.

Wir lesen Todesanzeigen-und denken unbewusst, dass es nur andere trifft.

Trifft es uns selbst aber, haut es uns erstmal um. Nicht alle Menschen aber doch eine ganze Menge davon. Weil uns plötzlich sehr bewusst wird, dass unser Leben doch endlich ist und wir alle nicht ewig leben werden.

Was Du hast, nennt man eine Anpassungstörung,die sehr oft eben gerade bei Tod eines geliebten Menschen auftritt und sehr oft mit Angstsymptomatik einhergeht.

Mein Rat wäre wirklich,zu einem Therapeuten zu gehen und eine Gesprächs-bzw. Verhaltenstherapie zu machen.

Mit Medikamenten hat das Ganze erstmal lange nichts zu tun. 

Ich finde es übrigens toll,dass Du mit Deiner Mama darüber sprechen kannst und frag sie einfach mal,was sie von einer Therapie für Dich halten würde.

Alles Liebe Dir und Deiner Familie!

Danke für die Antwort. Wenn es nicht innerhalb der nächsten Woche besser wird, werde ich mich erstmal an die Beratung der Uni wenden und dann mal schauen. 

Es ist auch nicht mal so, dass ich großartig trauere. Meine Eltern haben sich vor 8 Jahren getrennt, mein Vater 90 Minuten weggewohnt und sein Tod war Folge einer Alkoholkrankheit, die er hätte verhindern können. Es kam nur doch plötzlich. Und das Verhältnis war durch die neue Frau nur mittelmäßig gut. Aber der Erbstreit in dem wir sind, die Arbeit mit dem Haus etc. belasten offenbar doch. 

Da bin ich froh, dass ich mich traue mit meiner Mama zu reden. Ich komme mir nämlich schon ein bisschen blöd dabei vor sie über sowas wie meine Angst vor Krankheiten zu fragen. Zur Beruhigung gehen wir auch einfach noch zum Augenarzt .. Aber jetzt versuche ich einfach mal an die Gedanken zu stoppen. Es nützt ja nichts alles 100x zu durchdenken. 

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Ich bin vielleicht kein Experte auf dem Gebiet Krankheiten. Ich bin jedoch der Meinung, dass eine Großzahl der Krankheiten, eher schleichend und merkbar auftreten. Man bekommt sie mit und kann relativ gut Gegenmaßnahmen anstellen. 
Eine kleine persönliche Geschichte zwischendurch. Ich bin vor vier Tagen mit einer recht dicken Wange aufgewacht und konnte weder essen, noch wirklich reden, da meine rechte Gesichtshälfte angeschwollen war. Ich ging also ins Krankenhaus, fragte nach, habe meine Lage geschildert und es stellte sich als einfach Entzündung der Ohr-Speicheldrüse heraus. Habe Anweisungen bekommen und bin wieder nach Hause.

Das kann immer mal passieren und "Angst" davor zu haben ist in vielen Fällen sinnlos. Bei Krankheiten die mehr auf dienen Körper zugreifen, gibt es Vorsorgeuntersuchungen. Sowas wäre in deinem Fall wohl mal das Richtige. Dann bekommst du ja gesagt, ob du an deinen Werten etwas tun solltest, oder alles okay ist. 

Um deine Sorge im Kopf zu behandeln, müsste man wohl mehr auf dich eingehen können. So kann man eben nur mögliche Diagnosen anstellen. 

Danke nochmal für die Antwort. Wie du vielleicht schon lesen konntest, werde ich einfach mal zum Arzt gehen, das ist eh nötig. Da ich aus einer Mediziner-Familie komme war ich das nämlich nie. Und diesen extrem seltenen Fällen, in denen man tatsächlich nichts merkt, messe ich glaube ich zu viel Bedeutung zu. Das Gegenteil habe ich mir ja von meiner Mutter bestätigen lassen. 

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Faszinierend, wie schnell du zur "Einsicht" gekommen bist, wenn man das so sagen kann. Wünsche dir auf jeden Fall viel Erfolg. Ohne Angst, ist das Leben schließlich bei weiten lebenswerter.

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Man wird nicht aus heiterem Himmel  über Nacht blind. Die Kontrolle von Herd, Wohnungstür und Fenster ist z.B. vor der Nachtruhe durchaus sinnvoll, wenn's damit getan ist, und du nicht eine Stunde damit beschäftigt bist. Den Tod deines Vaters mußt du natürlich verarbeiten, und das braucht seine Zeit. Laß dir Zeit zum Trauern, und mach dich nicht verrückt.

Ich habe ja auch die letzten Nächte gemerkt, dass nichts passiert ist. Und die letzte Kontrolle habe ich einfach mal an meine Mutter übergeben, das ging ganz gut. 

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