Ab wann begann die heutige (christliche) Zeitrechnung?

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7 Antworten

Als Caesar Ägypten erobert hatte, blieb er noch jahrelang da nicht nur, um sich Kleopatra zu widmen sondern auch, um das Wissen der Ägypter zu lernen. In der Astronomie waren die nämlich sehr weit und konnten die Länge eines Jahres schon sehr exakt berechnen. Basierend auf diesem Wissen ließ er von den fähigsten ägyptischen Mathematikern und Astronomen einen neuen Kalender berechnen, der ziemlich genau funktionierte. Die Jahre wurden in Jahre nach der Statdtgründung Roms gerechnet.

Nach der Julianischen Kalenderreform 45 v.Chr. (Julius Caesar) legte Kaiser Diokletian als neuen Nullpunkt der Jahreszählung seine Thronbesteigung (284 n.Chr.) fest. Dadurch wurde das Jahr 1040 A.U.C. (nach Stadtgründung Roms) zum Jahre 1 anno Diocletiani. Dieser Bezugspunkt der Jahreszählung hielt sich bis in das frühe Mittelalter.


Im frühen Mittelalter war die Bestimmung des korrekten Ostertermines ein großes Problem. Das wurde in verschiedenen Regionen zu ganz unterschiedlichen Terminen gefeiert. Das passte dem damaligen Papst nicht und so erging an Dionysius Exiguus (Dennis der Kleine), einem Mönch und anerkanntem Mathematiker und Astronomen, der Auftrag, für die nächste Zeit neue Ostertafeln zu berechnen, die für alle Christen verbindlich sein sollten.


Aus der religiösen Erwägung heraus, dass Diokletian für einen christlichen Kalender nicht der ideale Bezugspunkt sei, führte Dionysos Exiguus für die Jahre ab 535 n.Chr. als Bezugspunkt die Geburt Jesu ein. Dazu musste er das Geburtsjahr Jesu bestimmen. Da seither aber schon über 500 Jahre vergangen waren, die Rechenmethode des Dionysos im Dunkeln liegt und auch schon von seinen Zeitgenossen angezweifelt wurde, gab es immer Zweifel an der Richtigkeit des Bezugspunktes.
Seis drum, ab hier gab es die Datumsangabe  in Jahren ab Christi Geburt (ab incarnatione Domini), heute umbenannt in Jahre des Herrn (Anno Domini AD). Diese Datumsangabe setzte sich im internationalen Verkehr so durch, wie sich z.B. Englisch als weltweite Verkehrssprache etabliert hat. Eine einheitliche Datumsangabe ist für den Flugverkehr, Geschäfte und vieles andere unverzichtbar. Zum Datum wurde die Greenwichzeit dazugenommen, die ebenfalls international gilt.



In Kulturkreisen, die ursprünglich ihren eigenen Kalender hatten, werden oft beide parallel geführt, der ursprüngliche neben dem internationalen AD.

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Für die Zeitrechnung spielt es überhaupt keine Rolle, ob sich die Erde um sich selbst oder die Sonne um die Erde dreht.

Ganz offensichtlich wird es einmal am Tag einmal hell und einmal wieder dunkel und Erntezeit und die Nilüberschwemmung kommen alle 365 Tage und ein paar zerquetschte wieder.

Das Jahr hat schon immer 365 Tage gehabt. Der Mond hat das Jahr in 12 Monate unterteilt. Wie das ganze weiter aufgeteilt wurde und ob und wieviel Schalttage wann eingefügt oder weggelassen wurden, oblag dem ortsänsässigen königlichen Astronomen.

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Jedenfalls waren in der Spätantike und darüber hinaus noch ganz unterschiedliche Jahreszählungen in Gebrauch. Man sollte auch im Hinterkopf behalten, dass andere Kulturen außerhalb Europas ihre eigenen Systeme hatten/haben.

"... Hermann von Reichenau († 1054) stellte in seiner Chronicon
die Ereignisse seiner Weltchronik erstmals alle historischen Ereignisse
zeitlich ausschließlich in Bezug zum Jahre der Geburt Christi. Um das
Jahr 1060
wurde diese Jahresrechnung von der römisch-katholischen Kirche in Gebrauch genommen ..."

Wikipedia, Christliche Zeitrechnung (Hervorhebung durch mich)

Zum Begriff Jahr: Grob gesagt, hatte ein sogenanntes "tropisches Jahr" (nach diesem richtet sich der Kalender) immer schon ca.365 Tage, 5 Stunden, 48 Minuten und paar zerquetschte Sekunden ... Zumindest gilt das für historische Zeiten. Die Tageslänge nimmt zwar durch die bremsende Gezeitenwirkung des Mondes zu, innerhalb eines Menschenleben ist das aber nicht einmal die Dauer eines Augenzwinkerns.


Sinnvoll zu googeln wäre: Jahr, tropisches Jahr, Zeitrechnung, Kalendersysteme, Kalender ...


Wenn es zu heftig schwierig wird, setze "einfach erklärt" dazu. Du findest das in allen Schwierigkeitsgraden.


Beste Grüße!

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Die christliche Zeitrechnung wurde erst im 10. Jahrhundert üblich.
Christliche Autoren betrachteten die Geburt Christi als Mittelpunkt der
Geschichte, daher zählten sie vor und nach Christi Geburt. Im 6.
Jahrhundert hatte der römische Abt Dionysius Exiguus versucht, das Jahr
der Geburt Christi errechnet durch eine Datenliste für Passahfeste
auszurechnen. Die christliche Zeitrechnung beruht auf diesem errechneten
Geburtsjahr.

Die Römer hatten auch ihre Zeitrechnung. Ihre Jahrzahlen begannen mit der „Gründung der Stadt Rom“, eingepasst in die christliche  Zeitrechnung war es das Jahr 753 v.Chr. Weiter ist zu bedenken, dass die Juden, die Moslems, die Buddhisten und andere jeweils ihre eigenen Zeitrechnungen haben.

Bei der Abgleichung der verschiedenen Angaben hat sich herausgestellt, dass sich der römische Abt um einige Jahre verrechnet hat. Da die Jahrzahlen mit vor und nach Christus international eingeführt waren, beließ man die Jahrzahlen, wobei eingeräumt werden muss, dass das eingeführte Geburtsjahr nicht dem historischen Geburtsjahr von Jesus Christus entspricht, da er wahrscheinlich zwischenm7 und 4 v. Chr. geboren wurde (einige Autoren geben auch die Jahre 3 oder 2 v. Chr. an, was mit der Datierung des Todes von Herodes d. Großes zu tun hat, der noch lebte, als Jesus in Bethlehem zur Welt kam).

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Wie lange ein Jahr dauert wusste man schon sehr, sehr lang.

Die Lehre, dass die Sonne sich um die Erde dreht hat nicht die Kirche erfunden, wie du schreibst, sondern Aristoteles im 4 Jahrhundert vor Christus.

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Dieses Jahr hat 366 Tage. Es wird der 29. Februar eingefügt um unsere Zeitrechnung an die Astronomie/Sterne an zu passen.

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