150 Ampere Leitung im 12V- Kreis (Auto) - absichern oder nicht?

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6 Antworten

Hallo

diese Entscheidung kann/darf nur ein KFZ Elektrotechnikmeister oder Ingenieur treffen. Ings. findet man beim TÜV

Wenn man die Leitungen panzert und die Batterie in ein explosionsicheres Gehäuse baut gibt es schon mal ein geringes Betriebsrisiko

Die für KFZ zulässige Verlustleistung darf nicht 60° Kabeltemperatur übersteigen (bei 100% ED sind sogar 50° das Limit). Falls doch muss man einen grösseren Querschnitt nehmen, anderes Materrial oder passiv kühlen.

Bei LAPP Kabel gibt es Anwendungsberater

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Was glaubst Du, was mit der Batterie bei einem Kurzschluss passiert? Ohne Sicherung vergühen die Leitungen (je nach Querschnitt) oder die Batterie explodiert (je nach Ladezustand).

Eine Sicherung hat ihren Namen nicht ohne Grund. Und der Nennstrom gibt nun mal die maximale Belastbarkeit an - dann brennt die Sicherung durch und die Gefahr ist vorüber. Das ist auch der einzige Moment, wo die Sicherung zu heiß wird.

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Kommentar von schloagmidot
07.03.2017, 05:26

Du hast völlig recht. Allerdings kommt man im Hochstromsektor (ebenso wie bei Hochspannung) in Bereiche, wo "erweiterte" Überlegungen angestellt werden müssen, im Gegensatz zur "normalen" Verkabelung. Die Hitzeentwicklung der Bauteile bei hohen Strömen bedarf einer solchen Überlegung. Es nützt nämlich gar nichts, wenn der Stromkreis vorschriftsmäßig abgesichert ist, und an der Sicherung liegen (dauerhaft) mehrere Dutzend Watt Verlustleistung an. Ich kenne spezis, die bauen die Sicherung im Wäscheschrank (Wohnmobil) ein und wundern sich dann, dass die Wäsche brennt .... Ich möchte diese Dinge gerne vorher klären.

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nein, es ist nicht sicherheit genug. wenn du einen vollschluss im wechselrichter hast z.B. durch einen verbrannten tyristor, würde dir die batterie um die ohren fliegen!

nimm aber eine sicherung mit mindestens 200 Ampere und beachte bitte unbedingt, dass du auch die masse ordentlich zurück fürhrst... über die karosserie ist bei solchen strömen nicht.

lg, Anna

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Kommentar von schloagmidot
07.03.2017, 05:19

Du hast recht. Ich habe auch für die Rückleitung (also Minus) ein Kabel vorgesehen. Daher kamen die Kabel fast teuerer als die Batterie ;-) aber egal. Das Masseband/Karosserie ist mir bei solchen Strömen etwas zu heikel.

Mit Vollschluss im Wechselrichter werde ich hoffentlich nie zu tun haben. Ich denke, selbst in einem abgesicherten Stromkreis ist ein 150A Knall kein angenehmes Erlebnis. Der Wechselrichter ist von Votronic, und daher sollte die Qualität stimmen.

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Wenn Du die Leitung nicht sicherst und einen Kurzschluß baust, dann brauchst Du eine neue Batterie und hast evtl. auch noch ein dekoratives Loch in Deiner Karosserie.

Eine Sicherung ist ein Muss!

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Kommentar von schloagmidot
06.03.2017, 18:11

Viele Anlasser-Leitungen (die mit dem dicken Kabel) ebenfalls ohne Sicherung, früher war das sogar die Regel! Hatten die Ingenieure da etwa dasselbe Problem, von dem ich hier schrieb: zu hoher Spannungsabfall und daher zu hohe Verlustleistung an der Schierung (=> Sicherung wird im Normalbetrieb zu heiß)?

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150 Ampere Dauerstrom ist ne harte Sache.
Da kommt's drauf an, was für Batterien dahinter sind. Ob diese auf längere Zeit derart Strom abgeben können, nicht nur kurzzeitig beim Anlassen des Motors. Sonst können sie explodieren. Was sind das ? Vier dicke LKW-Batterien parallelgeschaltet ?

Was Sicherung angeht, musst Du das unbedingt absichern ! Daher der Name "Sicherung". Sonst kann Dein Fahrzeug schnell zu Feuerwerk werden...
Schon mal sind in diesen Ampère-Bereichen "flinke" Sicherungsautomaten wahrscheinlich ziemlich teuer. Also, schon wenn Du normale "langsame" Durchbrennsicherungen anbringst, kannst Du im Falle Kurzschlusses mit Nebenschäden rechnen.
Übrigens,
bitte nicht die Fahrzeugmasse als "Minus" benutzen. Getrennten Minusleiter von den Batterien bis zum Verbraucher legen. Und diesen auch absichern.
Auch bei den Batterieklemmen aufpassen. Nicht versuchen, zu viele Drähte in einen einzigen Anschluss zu zwängen. Es gibt bronzene Klemmen im Handel, die bis zu drei getrennte Anschlüsse dür dicke Kabel haben. Auch die bleiernen Batteriestutzen mit feinstem Schleifpapier sauber machen, dass da kein Bleioxyd dem Strom unnötig Widerstand (= Hitze) macht. Meiner Erfahrung waren spezielle Kontaktpasten sehr negativ, nach einiger Zeit korrodierten sie noch viel mehr...

Und, ja nicht unter Last anklemmen ! Da können kurzzeitig extrem hohe Strompspitzen entstehen.
Nur zum Vergleich : ein Schweissgerät mit 180 Ampère bei vier Volt ist absolut tödlich.

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Kommentar von schloagmidot
06.03.2017, 18:48

Leider auch nichts zur thermischen Problematik von Hochstrmsicherungen geschrieben. Macht nichts, ich habe die Frage noch mal neu gestellt und besser präzisiert.

Immerhin gute Anregungen, die ich unwidersprochen teile.

Meiner Erfahrung waren spezielle Kontaktpasten sehr negativ, nach einiger Zeit korrodierten sie noch viel mehr...

d.h. das sogenannte "Batteriepolfett" würdest du auch nicht verwenden? Ich optimiere schon gedanklich in der Richtung, die deine Anregungen betrifft. Bei Polfett war ich mir bis jetzt unschlüssig, ob sich das nicht ins Gegenteil verkehrt. 

Und noch eine Info: Es geht um 1 Batterie (Starterbatterie, 120 Ah). Die 150 Ampere nannte ich zwar "dauerhaft". Was aber so viel heißen sollte, als dass das die Nennstromstärke ist. Von dauerhaft kann natürlich keine Rede sein, da die Batterie selbst das a) nicht verkraftet und wenn doch, diese b) im nullkommanichts leer wäre. Die 150A stellen den größten Stom dar, den der Wechselrichter ziehen könnte. Also der worst-case, und dieser "schlimmste Fall" ist abzusichern. Im "Normalbetrieb" rechne ich mit weniger. Villeicht mal kleines Bügeleisen für 15 Minuten ~ 60 Ampere im 12V-Kreis (nur mal so als Beispiel.)


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Gut, danke erstmal. Doch so kommen wir hier nicht weiter. Ich habe die Frage falsch gestellt. Mir ist der Sinn von Sicherungen natürlich klar und ich habe auch nicht vor, irgend ein Risiko einzugehne (siehe "Natoknochen"). Aber ich kenne den Widerstand einer ... sagen wir mal .... 300A Sicherung nicht, wenn 150A (I max) fließen. Der Widerstand erzeugt einen Spannungsabfall, und dieser eine (meiner Ansicht nach) recht hohe Verlustleistung, und daher auch eine entsprechend hohe Temperatur. Aus diesen, meinen Schlussfolgerungen dürfte eigentölich erkannt werden, dass Fragesteller nicht "einfach so" auf Sicherung verzichten will, sondern nachvollziehbare Gründe hat, diese Frage in den Raum zu werfen.

Vielleicht kennt jemand den Widerstand einer so großen 12V Sicherung. Daraus kann man dann alle anderen Werte berechnen und entscheiden, was man tun soll (Sicherung kühlen?).

Danke wenn sich einer damit befasst.

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