Was ist falsch daran, die Wahrheit zu sagen?
„Was ist falsch daran, die Wahrheit zu sagen?“ Lauterbachs Antwort: „Die Wahrheit, also die Wahrheit, führt in sehr vielen Fällen zum politischen Tod, ich bitte Sie...“
Ist da der wahre Grund für all die Verlogenheit in der Politik und der Weigerung etwas auf zu klären?
Was sagst du? Hat er recht?
3 Antworten
Es kann manchmal falsch sein, die Wahrheit zu sagen: Die Wahrheit
- ist nicht immer das, was Menschen dafür halten
- kann Menschen verletzen, gefährden, schaden
- ist nicht in jeder Situation das, was man hören will
- ist nicht immer geeignet, ein Problem zu lösen
- kann dazu führen, dass sich diejenigen, die sie verkünden, unbeliebt machen, dass sie verachtet, gehasst oder ausgegrenzt werden
Du findest es also richtig, einem Mörder die Wahrheit darüber zu sagen, wo er sein Opfer findet.
Es gibt hier 3 Möglichkeiten, nicht die Wahrheit zu sagen:
- "Sag ich dir nicht."
- "Ich weiß es nicht."
- Einen falschen Ort zu nennen.
Ich bin sicher, dass du nicht "Sag ich dir nicht" antworten würdest, spätestens wenn er anfängt, die zu foltern.
Und ich sehe nicht den Vorteil der Antwort 1 gegenüber der unwahren Antworten 2 oder 3, weder moralisch noch praktisch.
Ja, man nennt das Notlüge. Es gilt allgemein als moralisch & rechtlich in Ordnung, wenn man durch eine Notlüge ein Menschenleben rettet.
So etwas ist nur eine Ausrede, eine Lüge ist eine Lüge.
Das ist mir zu fundamentalistisch. In diesem Fall ist eine weitere Diskussion sinnlos.
Ja, wenn du keine anderen Meinungen tolerieren kannst, würde ich grundsätzlich keine Diskussionen führen.
- Es gibt Meinungen, die man nicht tolerieren darf! (Beschäftige dich mal mit dem Toleranzbegriff.)
- Wie kommst du darauf, dass ich keine anderen Meinungen tolerieren könne? Sogar deine Meinung bzw. was davon hier aufscheint, toleriere ich doch. Das schließt nicht aus, das mir eine Fortführung unserer Diskussion sinnlos erscheint, sie also hier endet.
- Eine Meinung tolerieren zieht übrigens nicht die Pflicht nach sich, darüber mit dem Meinungsinhaber so lange zu diskutieren, wie dieser möchte.
Beschäftige dich mal mit dem Toleranzbegriff.)
Auch das hier, kalt, frech, unhöflich. Ich als Erwachsene schreibe so nicht mit anderen.
Und Tolerieren ist nicht respektieren.
Zudem kann die Meinung eines Menschen nicht falsch sein, wohl aber anders.
Und Tolerieren ist nicht respektieren.
Das derzeit wissenschaftlich & philosophisch aktuelle Buch zum Thema Toleranz ist Toleranz im Konflikt von Rainer Forst. Darin unterscheidet der Autor vier Vorstellungen (Konzeptionen) von Toleranz:
- Toleranz als Erlaubnis
- Toleranz zwecks Koexistenz
- Toleranz aus Respekt
- Toleranz aus Wertschätzung
Nur Toleranz aus gegenseitigem Respekt hält Forst für gerecht(fertigt). Bereits im Klappentext des Verlags heißt es dazu: "Für die einen war und ist Toleranz ein Ausdruck gegenseitigen Respekts trotz tiefgreifender Unterschiede, für die anderen eine herablassende, potenziell repressive Einstellung und Praxis."
Meine (gutgemeinte) Empfehlung, dich näher mit dem Toleranzbegriff zu beschäftigen wird durch deine Antwort bestätigt.
Ich kann mit meine Meinung selbst bilden und muss nicht andere dafür zitieren.
Herzlichen Glückwunsch & endgültig tschüss! Es ist sinnlos, wir leben in zwei verschiedenen Welten.
Erinnert mich an den Spruch: wer die Wahrheit sagt, braucht ein schnelles Pferd.
Politische Parteien genauso wie Kirchen oder Firmen verfolgen ein Interesse. Und natürlich exakt auch die Gruppe der Menschen, die sich hier selbstgerecht über die Verlogenheit in der Politik auslassen.
Der Konflikt tut sich dann auf, wenn ich mit der Wahrheit gegen die Interessen meiner Partei, meiner Gruppe, meines Vereins, manchmal auch nur meine persönlichen verstoße und Schaden droht. Dann fängt das Taktieren, Relativieren und Minimieren von Fehlern an.
Das hat letztlich etwas mit unserem allgemeinen gesellschaftlichen Umgang zu tun: mit gegenseitigem Belauern, Misstrauen und Treibjagden auf politisch Andersdenkende.
Dann fängt das Taktieren, Relativieren und Minimieren von Fehlern an.
Nein, nicht bei Menschen mit Anstand und Moral.
Ich denke, das ist in der Realität extrem weit verbreitet und kollidiert eben auch mit Loyalität gegenüber der eigenen Familie, einer Partei, der eigenen Firma usw. Man kann auch "Parteilichkeit" dazu sagen. Schmutzig wird es dann, wenn man eigenes Versagen anderen in die Schuhe schiebt oder Fakten verfälscht und damit anderen einen Schaden zufügt.
Jeder entscheidet für sich was für eine Art Mensch er ist. Jemand auf den man sich verlassen kann, oder einer der über Leichen geht.
Er hätte bei seiner Aussage bleiben müssen:
Genau deswegen habe ich ihn immer als den ehrlichsten Politiker empfunden.
Aber dass er es jetzt abstreitet, enttäuscht mich auf ganzer Linie.
Er hatte doch schließlich recht, und jetzt scheint er auf derselben Schiene zu fahren, wie die verlogenen Politiker, die nur Ausreden suchen, anstatt sich zu entschuldigen.
Beispiel Merkel: Sie hat sich nie dafür entschuldigt, dass sie die Ukraine 2008 aus der Nato raushielt. Stattdessen sagte sie, sie empfand das damals richtig. Und deshalb kann sie sich nicht entschuldigen?!!
Nicht einer der Punkte ist überzeugend.