Sterben im Alter/Krankheit, allein oder im Beisein?

Ich bin ehrenamtlich in der Sterbebgeleitung tätig, bzw. begleitete Menschen während dem Sterbeprozess bis der Mensch verstorben ist/zum letzten Atemzug. Bis ich den endgültigen Tot dann feststellen kann.

Was dabei auffällt ist ganz häufig, dass Menschen trotz aktivem Sterbeprozess, erst dann versterben wenn die Familie den Raum verlassen hat.

Ich bin ja nur betreuend gewesen und dabei bleibend, häufig bei Menschen die Angst vor dem sterben haben. Also in Anwesenheit einer fremden Person, fällt das sterben häufig einfacher als in Anwesenheit der Familien. Ganz allein wollen viele dennoch nicht sein.

Da stellt sich oft die Frage ob bewusst der Wunsch da ist, dass die sterbende Person in Anwesenheit nicht loslassen kann oder möchte. Und die Frage, (welche in meiner damaligen Ausbildung aufkam), ist das bewusst, unterbewusst vorraus geplant.

(Ich habe Sterbende betreut die soweit im Prozess waren dass sie ohne vollem Bewusstsein waren.)

Wenn ich daran denke mit 80 Jahren beispielsweise die Erde zu verlassen, möchte ich keine Angehörigen dabei haben. Weshalb kann ich nicht genau begründen. Eventuell weil ich das Gefühl hätte kämpfen zu müssen und nicht loslassen zu können!?

Wie seht ihr das?

Es geht hier nicht um Selbstmord, Sterbewunsch oder Ähnlichem! Sondern sterben im Alter oder Krankheit. Und eventuell sollten Menschen mit generell suizidalen Gedanken, nicht antworten.

Leben, Religion, sterben, Kultur, Psychologie, Ethik, Gesundheit und Medizin, Glaube, palliativ, Sterbebegleitung
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Habe ich bei der Sterbebegleitung etwas falsch gemacht?

Hallo liebe Community,

ich arbeite als Betreuungskraft in einem Altenheim. Zu meinen Aufgaben gehört leider auch die Sterbebegleitung.

Ich bin ein sehr einfühlsamer Mensch, aber das teilweise große Leid vor dem Sterben und die Beobachtung des Verfalls ist für mich nur schwer auszuhalten.

Ich versuche immer mein Bestes, spreche beruhigend mit den sterbenden Bewohnern, halte ihre Hand oder streichele ihnen über den Arm.

Gestern habe ich lange die Hand einer Bewohnerin gehalten. Sie hielt meine Hand fest umschlossen, als wenn sie sich festhalten wollte.

Als ich heute zu ihr kam, schlief sie so tief und fest, dass sie gar nicht reagierte. Später bin ich noch mal zu ihr gegangen und sie hatte die Augen geöffnet. Sie war unruhig und sagte, sie habe Bauchschmerzen. Ich fragte, ob ich ihr einen Fencheltee machen solle, doch sie antwortete nicht. Sie drehte sich auf die Seite und dann auf den Bauch. Als ich ihr vorsichtig den Rücken streichelte, fing sie an zu wimmern. Ich war erst mal hilflos und streichelte ihr dann über den Arm. Sie verhielt sich sehr abwehrend und drückte meine Hand mit aller Kraft weg. Ich war erstaunt, dass noch so viel Kraft in ihr steckte. Auch beim nochmaligem Versuch einer Berührung, drückte sie meine Hand weg.

Was hat das zu bedeuten?

Ich wollte sie beruhigen und sie wird fast aggressiv. Sind es die Schmerzen, die für sie schwer auszuhalten sind oder möchte sie nicht mehr, dass jemand bei ihr ist?

Viele Grüße,

Yandira

sterben, Psychologie, Altenheim, Gesundheit und Medizin, Sterbebegleitung
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