Kann ich Regressansprüche stellen?

Es geht um ein Feuchtigkeitsproblem in einem Neubau im Keller. Erstbezug war im März 2019. Im September erste Anzeichen an Kartons festgestellt und der Wohnungsbaugesellschaft gemeldet. Im Oktober verschimmelte Lederkombi. Seit dem wird die Angelegenheit vom Mieterverein betreut.

Ich habe den Keller schwer ausgemistet, schadhafte Sachen entsorgt und die Luftfeuchtigkeitswerte zuerst mit einem manuellen Hygrometer, seit Mitte Dezember mit einem mit Aufzeichnungsfunktion dokumeniert. Im Winter bessere Werte, insofern wurde ich immer wieder beruhigt. Der Keller wurde besichtigt, direkte Schäden an den Wänden (Sichtbeton) waren und sind nicht zu sehen. Zusätzlich Problematik durch falsch lüftende Nachbarn. Zig Schreiben hin und her, die Wohnungsbau hat Infoschreiben bzgl. Lüften verfasst.

Im Mai bekam ich noch ein Schreiben vom Mieterverein, dass die Werte ja jetzt so um die 60 % pendeln würden und damit müsste ich wohl leben. Ich solle das weiter beobachten.

Meine Meldungen wurden nun immer kurzfristiger, da die Werte bei dem vielen Regen immer höher gingen und nun sind sie seit 2 Wochen um die 70 %, seit Tagen bei 74 %.

Gestern fand ich offen im Regal liegende Schuhe verschimmelt vor. Vor 4 Tagen sah man da noch nichts.

Leider muss ich im Keller auch Akten lagern, die sehr wichtig sind. Gestern meinte jemand, dass ich die im Backofen trocknen müsse?! Umfang ca. 20 Ordner.

Ich werde mich morgen um anmietbaren Lagerraum bemühen, um schnellstmöglich weitere Schäden abzuwenden. Ja, das hätte ich schon viel eher machen müssen :( Diese Kosten sowie Kosten für Kunststoffklappboxen zum Lagern (damit Restfeuchte entweichen kann) und was sonst noch so anfällt will ich zeitnah beim Mieterverein einreichen, damit der eine Regressforderung stellen kann.

Der Keller ist ja so nicht nutzbar, also entfällt meiner Meinung nach auch die anteilige Miete.

Obendrein werde ich eine Auflistung erstellen über alles, was bereits von mir entsorgt werden musste damit auch diese Forderung geltend gemacht werden kann.

Die Wohnungsbau scheint das Problem einfach aussitzen zu wollen und unternimmt nichts, um die Problematik in den Griff zu bekommen. Ob es tatsächlich einen Baufehler gibt oder ob es wirklich nur die Restfeuchte im Beton ist, die da im Sommer ausdünstet, weiß niemand. Dennoch hätte man nach meiner Auffassung längst Entfeuchtungsgeräte einsetzen können. Da die Keller nicht komplett getrennt sind, macht es wenig Sinn, wenn ich privat ein solches Gerät in meinem Keller aufstelle.

Was mache ich mit den nun aufgefundenen Beweisstücken? Man kann die Schäden auf den Fotos oft nicht so gut erkennen. Soll ich die Sachen dann im Keller liegen lassen, dass sie so richtig schön verrotten?

Was ist mit den Umständlichkeiten, die durch Auslagerung entstehen?

Übersehe ich grundsätzlich etwas? Habe ich Denkfehler?

Kann ich Regressansprüche stellen?
Recht, Mietrecht, Feuchtigkeit, Mieterverein, Wohnungsbaugesellschaft
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