Ich enttäusche manchmal meine Tochter?

Triggerwarnung!

Familiäre Muster wiederholen sich. Ich hatte Erwartungen an meine Mutter, die sie überhaupt nicht verstand.

Meine Tochter (25) hat Erwartungen an mich, die ich verstehe und auch mitfühlen kann - kenne ich diese Gefühle doch zu gut :(

Ich habe vor vielen Jahren Therapie gemacht und die war erfolgreich. Ich habe mich ziemlich gut abgenabelt und bin nachgereift. Im Sterbeprozess meiner Mutter hat es mich noch einmal kurz eingeholt: Da hoffte ich doch tatsächlich noch auf eine Entschuldigung, die aber nicht kam.

Es fällt mir schwer, die Verbindung mit meiner Tochter zu beschreiben. Einerseits sehr verbunden, im nächsten Moment trau ich mich nicht, sie in den Arm zu nehmen und will auch nicht ausschließen, dass es ihr ebenso geht.

Bei ihrem letzten Besuch (sie wollte kommen) war erst alles in Ordnung. Zum Ende hin kam von ihr plötzlich der Vorwurf, es wäre jetzt nur um meine Dinge gegangen (faktisch falsch) und ich hätte jetzt lange genug Zeit gehabt, sie zu fragen.

Ihre Wut, Enttäuschung und dieses nicht-gesehen-Gefühl hat mich zutiefst getroffen und ich habe sie auch sofort in den Arm genommen (und sie auch mich). Letztendlich meinte sie, dass sie nicht hätte kommen sollen, weil sie eh schon einen bescheidenen Tag gehabt hätte. (Ich hatte eine bescheidene Woche.)

Sie wirft mir auch vor, dass ich das analysieren würde, das will sie nicht.

Wir haben danach wieder telefoniert und auch per WA geschrieben, oberflächlich also alles wieder gut.

Für mich ist es NICHT gut.

Ich bin schuld.

Ja, ich habe sie so geprägt, wie auch ich geprägt wurde, denn zu dem Zeitpunkt wusste ich es leider nicht besser. Darüber haben wir auch schon gesprochen.

Ihre Vorwürfe sind für mich schwierig. Sie drängt mich in die Position der vorauseilenden Fürsorgepflicht (Mutti!), weil sie selbst nicht gut für ihre Bedürfnisse sorgen kann. Sie kann sich den Raum nicht nehmen. Sie wirft mir vor, ich frage nicht. Aber: Frage ich, taugt es ihr auch nicht immer.

In Zeiten, wo ich selbst entspannt bin, kann ich damit leichter umgehen und solche Situationen auch humorvoll abfedern. Im Moment bin ich aber selbst wackelig und ihre Schuldzuweisung nagt dann an meinem Selbstwertgefühl.

Wie kann man das lösen?

PS: Ich habe längst losgelassen und klammere nicht!

Schule, Familie, Freundschaft, Psychologie, Liebe und Beziehung, erwachsene Kinder
Meine Tochter ist launisch?

Danke an alle, die das GANZ lesen :)

Meine Tochter ist 25 und ist ziemlich launisch. Ja, ich kenne das von mir selbst früher, nur habe ich es immer offen kommuniziert: "Heute ist nicht mein Tag, lasst mich einfach in Ruhe und niemand ist daran schuld!" Das hat auch ganz gut funktioniert.

Meine Tochter schweigt dann einfach. Es fühlt sich wie "Ghosting" an.

Heute habe ich sie dann per Whatsapp gefragt, ob alles in Ordnung ist. Sie hatte nämlich jetzt 3 Anrufe nicht zurückgerufen.

Sie: "Ja, wieso?"

Ich: "Telefon kaputt?"

Sie: "Nein, ich habe noch geschlafen und bin auch jetzt noch nicht gesprächig. Wir waren gestern seid langem mal wieder feiern"

Schön, freut mich wirklich für sie, zumal sie am 1. einen neuen Job angefangen hat. Und das war auch ein Grund für meinen Anruf. Mutti möchte halt schon gerne wissen, wie es war, wenn sie vorher schon in der Bewerbungsphase als Coach in Anspruch genommen wurde - wohlgemerkt erbeten!

Sie ist sehr empfindlich und wenig kritikfähig. Wenn ich ihr sage, dass ich mir doch nur einen kurzen Rückruf wünsche und sie ja auch sagen kann, wenn sie Ruhe will, geht sie schnell hoch.

Unser Kontakt funktioniert bestens, wenn ich

a) für alles Verständnis habe
b) unproblematisch bin und ja keine Hilfe brauche (sie hat nie Zeit)
c) sie so helfen kann, dass sie alles an sich reißt

Ja, mir ist klar, dass der Apfel nicht weit vom Stamm fällt. Meine Mutter hat sich irgendwann völlig zurückgehalten und mir das Anrufen überlassen. Rückblickend wäre es besser gewesen, sie hätte mir mal Grenzen gezeigt.

Wie kann ich meine Grenzen so zeigen, dass meine Tochter nicht in den völligen Rückzug geht?

Kinder, Familie, Psychologie, Überlastung, erwachsene Kinder
Was war das? Belästigung? Bedrohung?

Ich war nach Dienstschluss noch ein wenig am See spazieren. Im schicken Kleid, mit Ballerinas. Bin dann weiter in Richtung Waldrand. Weit und breit kein Mensch. Da kommt ein Radlfahrer, hält neben mir an und grüßt mich mit sehr schmierig-freundlich aufgesetztem Grinsen.

Genau wegen diesem unnatürlichen Grinsen habe ich nicht reagiert. Er maulte mich dann an, warum ich unfreundlich wäre und ich habe ihn dann nur gebeten, mich in Ruhe zu lassen. Er kam dann auf mich zu und stellte dabei sein Rad leicht quer mir in den Weg. Ich wich zurück. Und dann schob er plötzlich nach: "Wissen Sie, ob hier irgendwo ein Fußballfeld ist?" Das war definitiv eine Frage, die er ursprünglich nicht wissen wollte! Als Frau bin ich dafür wohl auch eher der falsche Ansprechpartner. Ich habe dann nur gesagt, dass ich mich nicht auskenne. Es ging dann noch ein bisschen hin und her und er beschimpfte mich wieder, "ob ich immer zu Menschen, die einfach nur nach dem Weg fragen, so unfreundlich sei".

Die Situation war beängstigend. Immer noch weit und breit kein Mensch und dieser Mann wollte definitiv nicht nach einem Weg fragen, sondern - nichts Gutes! Dazu war die Begrüßung einfach zu unecht! Es war kein Deutscher (sprach aber gut Deutsch) und er ist vielleicht so zwischen 25 und 38, ganz schwer zu schätzen. Also wesentlich jünger als ich. Von der Nationalität her würde ich ihn in die arabische Ecke stecken.

Nein, ich habe nichts gegen Ausländer. Ich habe allgemein etwas dagegen, wenn ich auf einsamen Wegen seltsam angequatscht werde! Mich hat die Situation so verängstigt, dass ich erst einmal nicht mehr alleine unterwegs sein werde!

Nachtrag:

Ich grübele immer noch, was der nun wirklich wollte. Es haben ja viele Menschen auch einfach nur Kontaktbedarf. Am Ende ist er umgedreht und ist in die Richtung zurück, aus der er kam.

Und was hat ihn am Ende abgewehrt?

Menschen, Psychologie, bedrohung, Belästigung, Liebe und Beziehung, Spaziergang
Über-/Unterforderung im Job?

Dank Corona darf ich die meiste Zeit im Homeoffice arbeiten. Es juckt niemanden, wie ich meine Zeit einteile, wenn wenig zu tun ist oder ich Arbeiten erledige, in die der Rest der Abteilung eh keinen Einblick hat. Dennoch habe ich natürlich meine Regelarbeitszeit und bin eingeloggt und erreichbar.

Klar kann in dieser Zeit die Waschmaschine laufen oder das Brot im Ofen backen. Das Haus verlassen kann ich aber natürlich nicht.

Für diese "Großzügigkeit" zahle ich einen Preis:

Ist etwas zu tun, ist das sofort zu erledigen. Egal, wie lange meine Arbeitszeit noch dauert.

Oft genug kommt es vor, dass viel Bearbeitungszeit auf dem Weg verloren ging und ich als letztes Glied in der Kette mich dann bitte zu überschlagen habe, damit Fristen eingehalten werden.

In der Pandemie hat es sich dann so entwickelt, dass ich abends spät noch Emails gelesen habe, um meinen nächsten Tag etwas besser überschauen zu können. Oft habe ich diese auch noch gleich beantwortet.

Gut bekommen ist mir das nicht. Als private Belastungen dazu kamen, bin ich an meine Grenzen gekommen und habe mir erlaubt, meine Chefin freundlich darauf hinzuweisen, wie meine Arbeitssituation ist und darum gebeten, delegieren zu dürfen. Dafür wäre es jedoch nötig, dass andere Mitarbeiter diverse Schulungen bekommen, die aber jetzt nicht so zeitaufwändig sind.

Meine Email landete wohl im falschen Hals und ich habe bei nächster Gelegenheit eine ordentliche Watschn erhalten.

Nun hat man ja immer 3 Möglichkeiten:

Die Situation akzeptieren.
Die Situation verlassen.
Die eigene Einstellung ändern.

Was würdet ihr an meiner Stelle tun?

Fakten: Bald 59, ÖD, "unkündbar"

Arbeit, Job, Psychologie, Beruf und Büro