Zeugt es nicht von Schlauheit, wenn man beim Spicken nicht erwischt wird und gute Noten schreibt, anstatt wochenlang auf eine Prüfung zu lernen?

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14 Antworten

Na zumindest zeugt es davon, eine überflüssige Zeit - die Schulzeit nämlich - mit so wenig wie möglich Aufwand hinter sich gebracht zu haben.

Bei der Berufsausbildung sehe ich das ein bisschen anders; jedenfalls dann, wenn es sich um den Traumberuf handelt. Aber dann hat man sowieso so viel Interesse, dass es des Spickens nicht bedarf.

Ansonsten bin ich für die Legalisierung von Spickzetteln. Ein Lehrer, auch der, der seit 10 oder 20 Jahren den gleichen Unterrichtsstoff vermittelt, bringt zu jeder Stunde Zettel mit, auf dem Notizen zum Unterrichtsstoff niedergeschrieben sind. "Unterrichtsvorbereitung" wird das oft genannt. Man sollte meinen, solche Lehrer können den Stoff in- und auswendig, sodass sie ohne Zettel auskommen müssten. Ich will aber nicht falsch verstanden werden. Jeder Lehrer soll so viele Spickzettel anfertigen, wie er braucht.

Ein Bundestagsabgeordneter, der eine Rede halten soll, hat sich selbstverständlich darauf vorbereitet, in dem er einen oder mehrere (Spick)Zettel angefertigt hat. Niemand stört sich daran, dass er während seines Vortrags immer wieder einen Blick darauf wirft. Gleiches tut ein Vorstandsvorsitzender, wenn er auf der Jahreshauptversammlung seines Unternehmens Rechenschaft ablegt. Es gibt nicht sehr viele Menschen, die eine freie Rede halten können.

Ich frage mich, ob es da nicht viel sinnvoller wäre, dass Schüler - wenn sie schon gezwungen werden sinnlose Tests zu schreiben - lernten, sich auf vergleichbare Situationen vorzubereiten, in dem sie sich im Anfertigen von Spickzettel übten. Einen guten Spickzettel mit den wichtigsten Informationen anzufertigen, ist nämlich nicht so einfach.

Ob mit oder ohne Spickzettel; das Ergebnis des Testes ist sowieso das gleiche. Nach dem er geschrieben und benotet ist, geht das abgefragte Wissen auf wundersame Weise verloren. Ist es da nicht sinnvoll, wenigstens einen guten Notizzettel zur Hand zu haben? Die ganze Kriminalisierung von Schülern hätte endlich ein Ende.

Gruß Matti

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Kommentar von Hooks
04.03.2016, 23:27

Bei Vorträgen ist das doch längst gang und gäbe, Referate gehen nur mit Spickzetteln.

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Die Präparation einiger kleiner Zettelchen mit genau derjenigen Information, die zu einem guten Prüfungserfolg führen wird, zeugt schon von einem gewissen Geschick.

Dann könnte man jedoch auch noch den kleinen Schritt gehen, diese Information im eigenen Gehirn zu verankern, so dass man sie von dort straffrei abrufen darf und auch fürs spätere Leben noch parat hat.

Im Falle des Erwischtwerdens, der sich nie von Vornherein ausschließen lässt, steht ein Spicker nicht sehr intelligent da.

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Spätestens bei den Abschlussprüfungen geht dir der ganze Stoff ab. (wenn nicht schon vorher zu Schulaufgaben und Klausuren)

Dann war die ganze Spickerei wohl nicht mehr so oberschlau, oder?

Spicken zeugt eigentlich nur von Faulheit und "Nix-alleine-können"

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Kommentar von SnooPINGAS2
04.03.2016, 07:24

wieso? ich bin 8te hass latein und spick einfach bis zur 10ten und wähls ab

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Im Job wirst Du mit der Einstellung nix erreichen. Dort wird keiner zulassen, dass Du dich mit fremden Federn schmückst. Weder Dein Chef noch die anderen Mitarbeiter. Dann fällst Du grandios auf die Schnauze, wie auch schon vorher auf der Hochschule.

Aber auch Du wirst das noch lernen, je früher desto besser - denn je später, deso härter wird für Dich der Aufschlag.

Ich wünsche Dir baldige Erkenntnis!

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Hallo liliho,

sieh das mal umgekehrt: Du sollst von einem Chriurgen operiert werden, der sein ganzes Ausbildungsleben samt Studium und Promotion nur durch Spicken geschafft hat und jetzt an dir herumschneidet.

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Kommentar von liliho
04.03.2016, 11:12

Rechtlich gesehen wäre es natürlich ein Hochstapler, aber wenn er seinen Job gut macht, gibt es keinen Grund Bedenken zu haben.

Aber ansonsten meinte ich auch nicht, dass man sein ganzes Leben durch Betrügen/Spicken meistern soll. Mit "minimaler Aufwand für maximalen Erfolg" meinte ich eher, dass alles Überflüssige und Unwichtige gespickt wird. Wozu sein Hirn zumüllen?

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Es gibt Milliarden von Menschen. Und alle wollen dahin, wo die Sonne scheint. Alles, was sie mitbringen, ist ihr eigenes Kapital, das sie immer bei sich tragen. Ihr Wissen, ihr Können, ihren Ehrgeiz und ihre Erfahrung. Das unterscheidet sie von jedem anderen auf der Reise. Also bereite Dich gut darauf vor, bevor Du startest.

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Ja, das Schreiben von Informationen auf kleine Zettel zeugt von erheblicher Intelligenz.

Schließlich ist es gewiss, dass gerade die Dinge abgefragt werden, die auf diesen kleinen Zetteln stehen.

Es ist auch überhaupt nicht so, dass - zum Beispiel in der Universität - regelmäßig kontrolliert wird.

Des Weiteren bringt dir das Verwenden von Spickern außerordentlich viel, wenn du die Abschlussprüfung schreibst.

Du hast wirklich recht: Vergleichbar mit Einstein. Vielleicht Zweistein?

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Kommentar von casala
04.03.2016, 00:58

DH - wenn man ironie versteht.   :)

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"Die erzielen mit minimalem Aufwand maximalen Erfolg."

ich bin mir da nicht sicher, ob das dann auch im berufsleben erfolg/bestand hat. die häme als versager dazustehen würde ich jedenfalls nicht in kauf nehmen.

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Kommentar von liliho
04.03.2016, 00:58

Wieso sollte man im Berufsleben als Versager dastehen, wenn man seinen Job gut macht? Das geschickte Spicken lässt sich für mich nicht auf das Berufsleben übertragen. Dort arbeitet man und schreibt keine Prüfungen. Natürlich muss man seine Arbeit gut erledigen, sonst ist man ein Versager, ja.

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Intelligent ist jemand, der ohne großen Aufwand gute Noten schreiben kann.

Die ganzen auswendig-Lerner sind auch nicht unbedingt intelligent, nur weil sie super Noten bekommen.

Und Spicker sind erst Recht nicht intelligent. Vielleicht sind sie geschickt, weil sie nicht auffliegen, aber wirklich intelligent ist der Plan nicht.

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Es wird ja nicht getestet,  ob Du schlau oder intelligent bist, sondern ob Du Dich auswendig an den Stoff erinnern kannst, den Du hättest lernen sollen. 

Es wird also nicht eine Eigenschaft sondern eine Tätigkeit bewertet.

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Kommentar von Netie
04.03.2016, 13:23

Sehr gut Hooks,

somit kann man sagen, dass ist nicht schlau, sondern reichlich dumm. Doch das bekommt man erst später mit.

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es gibt auch leute, die lernen nicht, spicken nicht und haben trotzdem bessere noten als "spicker"


was, das ich nie verstanden habe: ihr schreibt euch alles auf nen zettel und habt trotzdem nie alles richtig... wie kann das passieren?

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Kommentar von liliho
04.03.2016, 00:52

Kann ich dir nich beantworten. Ich hab in der Schule 2-3 mal gespickt, sonst nie. Bin also kein ehemaliger Berufsspicker ;)

Wer sich wirklich "alles" auf einen Zettel schreibt aber dann nicht alles richtig hat, ist wirklich oberdämlich.

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Kommentar von Artanis
04.03.2016, 00:53

Zettel verloren, was vergessen, zu viel Angst um raufzugucken, zu blöd um sauber zu schreiben etc... :D

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Ja und Nein weil du da durch nichts lernst.

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Das ist keine Intelligenz, sondern Dummheit, sich durch die Schulzeit zu mogeln, denn die Noten entsprechen nicht deinen Leistungen! Im Leben und Beruf fällt dir das bleischwer auf die Füße!

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Der einzig mir bekannte schlaue Spickzettelanwender ist der Erfinder des Post It.

;-)


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