Zählt Skoliose als Behinderung?

5 Antworten

Es gibt verschiedene Skoliosen. Wenn die Wirbelsäule nicht verwachsen ist, sondern einfach krumm aber beweglich, ist das mehr einen Haltungsfehler als eine Behinderung und kann mit richtigen Training auch meistens stabilisiert oder teilweise sogar vermindert werden. Das haben wirklich sehr viele Menschen (bei meiner Arbeit als Wirbelsäulentherapeutin habe ich noch selten eine gerade Wirbelsäule gesehen)

Auch verwachsene Skoliosen müssen jemanden nicht unbedingt wirklich behindern. Es sieht zwar manchmal schlimm aus, tut aber nicht immer weh. Da ist ist dann die Frage der Behinderung wohl eher eine Frage des Selbstbewusstseins und allenfalls einer Psychotherapie.

Wenn jemand durch die Skoliose wirklich im Alltag so stark beeinträchtigt ist, weil er vielleicht so starke Schmerzen hat, oder sich nicht mehr selbständig fortbewegen kann, oder ohne zusätzliche Sauerstoffzufuhr nicht mehr atmen kann, kann das sicherlich auch in den Bereich einer diagnostizierten Behinderung mit Ausweis kommen. Aber das ist wahrscheinlich nicht so häufig.

Woher ich das weiß: Berufserfahrung
Ich weiß dass man bei einer schweren Skoliose einen B Ausweis beantragen kann aber es auf den Gdb (Grad der Behinderung) ankommt.

Di kannst auch einen Behindertengrad von 30 haben. Dafür gibt es aber keinen B-Ausweis, sondern erst ab einem Grad von 50 der Einschränkung........wie Akka2323 geschrieben hat.

Ich selber habe eine Skoliose, die mich aber im Alltag absolut nicht beeinträchtigt. Man sieht es lediglich, dass meine Schultern nicht auf einer Linie stehen. Ob eine Skoliose eine Behinderung darstellt, hängt stark von der Ausprägung der Verformung ab. Also nicht nur wie stark verformt die Wirbelsäule in sich ist, sondern auch in welche Richtung.

Es gibt Menschen mit Skoliose, die kaum aufrecht gehen können, bzw. wo die Verformung sogar innere Organe wie Herz und Lunge beeinträchtigt. Das ist aber bei den wenigsten der Fall - und fast ausschließlich letztere würden deshalb auch einen B Ausweis erhalten.

Woher ich das weiß: eigene Erfahrung

Rückwirkende Feststellung der Behinderung!

Sofern eine Behinderung im Sinne des Gesetzes vorliegt, wird diese mit einem "Grad der Behinderung" (GdB) bewertet, abgestuft in Zehner-Graden. Ab einem GdB von 20 werden einige Nachteilsausgleiche gewährt. Ab einem GdB von 50 ist man als Schwerbehinderter anerkannt und erhält einen entsprechenden Ausweis.

Um einen Schwerbehindertenausweis zu bekommen muss man ja nicht die Kriterien für die Merkzeichen erfüllen! Diese sind allein dafür "zuständig" welche Nachteilsausgleiche man erhält bzw. in welchem Umfang man sie wahrnehmen kann. Für den Schwer-behindertenausweis reicht die Diagnose eines Arztes auf Autismus/Asperger-Syndrom.

Meine Frage:

Beantragen sollte man die rückwirkende Feststellung der Behinderung, die ja seit Geburt besteht, auch sie erst später diagnostiziert wurde, um auch die Steuerbescheide rückwirkend ändern lassen zu können.

So stellt der Bescheid des Versorgungsamtes oder der anderen dafür zuständigen Behörden einen Grundlagenbescheid für das Finanzamt dar, aufgrund dessen auch schon bestands- oder rechtskräftige Steuerbescheide geändert und überbezahlte Steuerbeträge zurückerstattet werden müssen.

Hat jemand Erfahrung damit wie das ganze genau Abläuft ? Kann ich das irgenwo nachlesen, da ich in meinem ganzen Leben noch nie einen Steuererklärung gemacht habe.

Vielen dank im voraus !

...zur Frage

Was möchtest Du wissen?