Wildschweine - warum gibt es soviele?

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6 Antworten

Sicherlich werden Wildschweine bejagt, ziemlich intensiv sogar. Allerdings gibt es auch Regelungen wie zu verfahren ist. So sind z.B.( neben den Jagdzeiten), immer führende Bachen zu schonen. Somit kann es schon vorkommen, dass 2 Bachen mit je 6 Frischlingen tagsüber zu sehen sind.Der zweite Punkt ist die enorme Vermehrung, da die natürlichen Feinde fehlen. Ein zusätzlicher Punkt sind die klimatischen Verhältnisse gerade in diesem Jahr und der überaus reich gedeckte Tisch. Die Ausbreitung dieser Wildart hat durch den Maisanbau z.B. stark zugenommen. Somit tauchen sie auch in Gegenden auf die vorher nicht waren.

Im allgemeinen sieht jeder Jagdpächter zu, Wildschweinrotten so klein wie möglich zu halten. Der Revierinhaber zahlt nämlich für die Schäden der Wildschweine aus eigener Tasche. Eine Versicherung gibt es dafür nicht. Da kommen schnell mal ein paar tausend Euro zusammen !

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Wildschwein = Schwarzwild vermehrt sich nicht nur in Deutschland rasant, sondern auch in anderen Ländern. Das hat u.a. mit veränderten Anbaugewohnehiten zu tun: z. B. die große Maisschläge, die für Biogasanlagen angebaut werden, ebenso viele andere Energie- und Eiweißpflanzen. In dem Maß gab es das früher einfach nicht. Heute gibt es Maisfelder, die locker mal 200 Hektar groß sind. Im Mais ist es warm, geschützt und Fraß gibt es auch genug. Übrigens heißt eine Ansammlung von Wildschweinen Rotte, nicht Herde. Sie machen in der Tat großen Schaden. Sie werden in ganz Deutschland konsequent bejagd. Nur haben die Jäger keinen Einfluss auf das, was angebaut wird, obwohl sie in der Regel für den Wildschaden aufkommen müssen, wie jemand schon schrieb.

Befremdlich in den Kommentaren finde ich die Wortwahl einiger: "vermehren sich wie Ratten", werden "abgeknallt", sollen "ausgerottet" werden etc. Wildschweine sind intelligente Säugetiere, die klar eine Daseinsberechtigung haben. Wenn irgend ein Piepmatz (der im übrigen genausoviel wert ist) ausgerottet wird, ist das Geschrei groß. Ausrotten soll und DARF man kein Lebewesen. "Abknallen" tun wir Jäger auch nicht. Darin enthalten ist Verachtung für das Tier und das hat keiner von uns.

Schwarzwildbejagung ist extrem schwierig: Die Tiere hören und riechen extrem gut, sind sehr beweglich, meist nachtaktiv. Ein Minilaut und sie sind weg.

Zu Angriffen durch Wildschweine:In Berlin z.B. gibt es eine Menge dummer Menschen, die jeden Tag mit einem Haufen Fraß in den Grunewald fahren und "ihre" Wildschweine füttern. Und es gibt Leute, die auf ihre Komposthaufen Dinge werfen, die die Schweine gerne fressen, ihre Gartenzäune nicht so anlegen, dass Schwarzwild nicht aufs Grundstück kommt oder die Gartentüre offen lassen. Die Wildschweine sind harte, agile Tiere und sind nicht nett zu den Menschen, sondern wollen an den Fraß, sonst nichts. Das kapieren die Leute aber nicht. In der Regel ist es aber so, dass (wie jedes Wildtier) die Sauen froh sind, wenn sie keine Menschen sehen, schon gar nicht, wenn sie führend sind. Sie machen sich also, wenn es geht aus dem Staub oder drücken sich so, dass man sie nicht sieht. Fühlt sich ein Schwein bedroht, oder seine Frischlinge, dann geht es auch auf Menschen und Hunde los. Per se ist die Sau aber nicht bösartig, sie verteidigt sich nur. Bachen, also weibliche Sauen, können sehr tark beißen und locker einen Knochen durchtrennen, Keiler (männlich) hauen mit den ausgeprägten Zähnen oder beißen ebenfalls.

Was sollte man also tun? Im Wald schön auf den Wegen bleiben (ohne Geschrei, freilaufende Hunde, feuermachen, Mopeds, Mountainbikes etc. ) keine Tiere füttern, jagdliche Einrichtungen (Hochsitze, Erdsitze, Schirme, Drückjagdböcke) nicht betreten, Wildwechsel meiden udn in Ruhe, leise, sehend, die wenige Natur die wir haben, genießen.

Und die Bauern sollten sich mal überlegen, ob eine andere Anbauphilosophie auf Dauer für Böden, Einkommen und die Umwelt nicht besser wäre.

Und in Ortsrandlagen: Nicht füttern, Gartenzäune richtig bauen, nichts fressbares auf den Kompost.

Zur Anbauphilosphie möchte ich sagen, das die Biogasanlagen den Bauern empfohlen wurden und gefördert wurden. Das Bauern lieber Mais verkaufen, da sie viel mehr Geld dafür bekommen als für Getreide, ist für mich verständlich.

Schlecht ist natürlich in dem Fall, das die Schweinebanden im Mais das schönste Leben haben und fast garnicht bejagt werden können.

Das W- Schweine beim kleinsten Minilaut weg sind, ist bei unseren absolut nicht der Fall. Am Tag sehe ich sie, wenn bei uns gleichzeitig der Baukompressor läuft, die Kinder im Garten toben und ein LKW Futtermittel anliefert. Im Rapsfeld in kürzester Entfernung zu unserem Anwesen waren Ihre Schlafnester, ich bin extra mit dem Mähdrescher mitgefahren und habe mir das angesehen.

Jetzt habe ich gestern gesehen, das sie jetzt in das zum Anwesen angrenzende Maisfeld umgezogen sind. Ich will keinem Jäger zu nahe treten, aber der unsrige sagt, wir haben keine W-schweine......wahrscheinlich hat ein Fuchs oder die drei Rehe, die auch immer hier sind, den Mais platt gewalzt...Ach ja.

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@isch1709

Was die Geräuschempfindlichkeit anbelangt, haben wir beide Recht: Sauen unterscheiden schon ganz gut, wo gefährliches Territorium ist und welche Geräusche sie tolerieren können, da ungefährlich. Wenn sie nachts auf dem Feld rauskommen, ist es insgesamt sehr leise von den Umgebungsgräuschen her. Und glaub mir, ein Klick und die sind weg. Da reicht manchmal das Scheuern des Ärmels an der Jacke.

Wenn der Pächter sagt, da seien keine Schweine und Du hast sie gesehen, ist das natürlich Unsinn.

Und zum Biogas: Klar werden die gefördert, aber wie wir wissen, ist nicht jede Förderung sinnvoll. Neben den Schwarzwildproblemen macht der Maisanbau ja auch noch viele andere Probleme, wie Verarmung des Bodens, Vernichtung von Lebensraum für Vögel, Hasen, Kaninchen etc.

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Wildschweine fressen gerne Mais, und der wird in letzter Zeit bei uns verstärkt angebaut, daher haben sie sich stark vermehrt. In so einem Maisfeld kann man sie auch relativ schlecht jagen.

Im Winter steht aber kein Mais, warum werden die Schweine da nicht mehr ausgerottet? Bei uns spazieren die "Süßen" am Tag über die abgernteten Getreidefelder.

Vielleicht brauche ich selbst einen Jagdschein;-)))

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@isch1709

Aber jetzt steht noch Mais und toben die sich natürlich aus.

Na dann mach mal, aber stell es dir nicht zu einfach vor, es nennt sich nicht umsonst "das grüne Abitur".

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@YK1972

Das ist mir schon klar, das man den Schein nicht geschenkt bekommt.

Mir ist nur nicht klar, warum es vor 20 Jahren keine einzige Wildsau gegeben hat und jetzt sind sie wie die Ratten. Wo waren die vor 20 Jahren? Ich wohne in Bayern und wir hatten wirklich früher nicht ein Wildschwein in der Gegend.

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@isch1709

In Bayern wird soweit ich informiert bin in manchen Gegenden auch erst wieder seit kurzem Mais angebaut und dadurch werden die angelockt. In Gegenden wo kein Mais angebaut wird, wie z.B. im Ostallgäu wirst du auch heute noch kein Schwarzwild finden.

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@YK1972

Wir hatten vor Jahren auch schon Mais, zwar nicht diese Massen, aber es gab Maisfelder.

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@isch1709

Es gibt aber auch Regionen, da wird überhaupt kein Mais angebaut, wie ich schon sagte. Und es ist natürlich so, dass je mehr Mais angebaut wird, die Tiere umso mehr angelockt werden.

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@isch1709

Für den Bestand ist doch der Revierförster zuständig, oder? Als Beamter kann man ihm durchaus eine Dienstaufsichtsbeschwerde versprechen wenn er sich nicht kümmert..

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@knaake10

Wie ich oben bereits schrieb, bekommen die Jäger Vorschriften gemacht, wieviel zu schießen ist. Wird das nicht erfüllt gibt es Strafen. Abgesehen davon ist es wie wir hier schon besprochen haben manches mal sehr schwierig, da die Tiere sehr schlau sind und bei Jagd an dann auch mal ins Nachbarrevier abhauen, wo natürlich dann wieder ein anderer Jäger zuständig ist.

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@YK1972

Jetzt übertreib mal nicht. Die Jägerprüfung besteht jede Pappnase, das Abitur aber nicht. Für das Abitur musst Du 13 Jahre büffeln, für die Jägerprüfung nur 2 bis 3 Wochen.

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@knaake10

Wer hat Dir denn diesen Unsinn erzählt? Seit wann gehört die Bejagung von Schwarzwild zu den Dienstaufgaben eines Revierförsters?

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Milde und schneearme Winter, vermehrter Anbau von Mais und falsche Bejagung und unnötige Winterfütterung sind wohl die Hauptgründe.

Sorry, aber wie kommst du auf falsche Bejagung?

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@YK1972

Ich möchte wirklich keinem Jäger zu nahe treten, was aber unser "Wildhüter" betreibt, da muss ich schon lachen.

Ich habe aber festgestellt, das die Widschweinbande sehr schlau ist und Taktiken entwickelt hat.

Aber ich bin kein Jäger und rede mir leicht.....

An Luftkutscher und YK1972: Bitte Kommentar von Kaiserin02 lesen weiter oben:-)

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@isch1709

Schon kommentiert, lies mal.

Ja, du hast Recht, die Tiere sind sehr schlau. Mein Vater ist selbst Jäger und ich weiß noch genau, wenn er im Herbst an Drück- oder Treibjagden teilgenommen hat, was der oft geflucht hat. Vorher hat man die Tiere immer wieder gesehen, die Schäden, die sie angerichtet haben. Am Tag der Jagd waren sie alle verschwunden und danach wie durch Zauberhand wieder da, als wenn nichts gewesen wäre.

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@YK1972

Die ist durchaus möglich. Wird allerdings auch in unseren eigenen Reihen sehr kontrovers diskutiert.

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Auch diese Tiere haben ihre Daseinsberechtigung. Der Mensch will immer nur alles, was ihm irgendwie unangenehm ist und nicht gefällt, ausrotten. Wir leben aber nicht allein auf dem Planeten. Die Lebensräume der Tiere werden immer enger, da der Mensch sich immer mehr ausbreitet. Wo sollen die Tiere denn hin? Und nur weil der Mensch Fehlwirtschaft betreibt und den Tieren keinen Raum mehr lässt, das betrifft nicht nur Wildschweine, kann man doch nicht dastehen und alle abknallen wollen. Nur gut, dass es Schutz gibt und ein Umdenken zum Schutz von Tieren und Umwelt eingesetzt hat.

Ich möchte dich sehen, wenn so ein Keiler oder eine führende Bache auf einmal in deinem Vorgarten steht und auf dich los geht,ob du dann auch noch so redest. Nein, dann wärst du sicher froh, wenn einer von den bösen Menschen dieses Tier abknallen würde, damit du mit deinem Leben davon kommst. Wäre übrigens nicht das erste Mal, dass so ein Tier in einem Vorgarten auftaucht.

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@YK1972

Bisher wurde nichts davon erwähnt, dass ein Angriff stattgefunden hätte. Das ist wie mit der Hatz auf Wölfe, anstatt das der Mensch begreift, wie wichtig die Raubtiere für das ökologische Gleichgewicht sind, werden diese Tiere gejagt. Dabei kann sich ein Mensch glücklich schätzen, wenn er jemals so scheues Tier zu Gesicht bekommt. Außerdem wird gerade bei Wild ausreichend gejagt, aber du hast von ausrotten geschrieben und das geht gar nicht. Der Mensch hat kein Recht dazu.

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@YK1972

Dann haben Ratten zum Beispiel und Zecken auch eine Daseinsberechtigung.....

Es gibt hier Kartoffelfelder die ausschauen wie gesprengt, nachdem ca. 30 Wildschweine durchgegangen sind.

Es ist die Aufgabe des Jägers die Herden klein zu halten, ist aber nicht so leicht, da die Wildschweine schlau sind.

Wir haben im Dorf auch eine Fuchsbande, die ihr Unwesen treibt und nicht bejagt wird. Wie würdest Du es finden, wenn dir nachts junge Füchse nachrennen, die vielleicht nur spielen wollen, aber die auch in Garagen, Scheunen, Ställen und Gartenhäusern alles vollkacken und ihr Unwesen treiben.

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@isch1709

Auf dem Dorf, umgeben von Feldern, Wäldern. Wir haben hier sehr viel Wild.

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@kaiserin02

Ich habe ja auch nur gefragt wie du es fändest, wenn dich ein solches Tier angreift. Übrigens bringen die gerne mehrere 100 Kilo auf die Wage, da hat man nur geringe Chancen.

Die Jäger bekommen auch vorgeschrieben, wieviel Tiere zu schießen sind pro Jahr und es gibt hohe Strafen, wenn diese Vorgaben nicht erfüllt werden.

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@kaiserin02

Du bist also der Meinung, das erst mein Kleinkind von einer Horde Wildschweine überrannt werden darf, dann sollte erst mal überr "abknallen" nachgedacht werden.

Ich lebe auch am Waldrand, täglich sind Rehe hier und Hasen, Greifvögel und Eichhörnchen.

Aber seit ein paar Jahren halt auch Wildschweine. Und ich wundere mich, warum diese W-schweine explosionsartig mehr werden, warum es aber bei 3 bis 5 Rehen bleibt, diese vermehren sich nicht so übermässig. Wenn es bei einer Wildschweinherde von 10 Stück bliebe, wären die mir egal, aber wenn die 10 nächstes Jahr 20 Stück sind, dann darf man mal gespannt sein, wie es in 5 jahren aussieht......Das meine ich....

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@YK1972

Keine Frage, dass Jäger für das Gleichgewicht sorgen müssen, da es eben nicht mehr anders funktioniert. Nur Worte wie ausrotten, alle abknallen usw. das ist nicht i.O. Und mir ist so noch nichts von Angriffen zu Ohren gekommen, auch nicht durch die Medien. Gerade in Berlin (habe einen Beitrag gesehen), da sind die Tiere ja viel an der Stadtgrenze auf den Straßen unterwegs. Der Lebensraum fehlt eben. Es ist ein Teufelskreis.

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@isch1709

Diese Meinung ist leider eine Unterstellung. Das habe ich nicht gesagt. Es geht um das Gleichgewicht und das den Tieren Lebensräume erhalten werden müssen (wir laufen und fahren täglich durch das "Wohnzimmer" der Tiere). Ein Miteinander und nicht, nur weil der Mensch die Möglichkeit und die Waffen dazu hat, alles ausrotten darf. Und noch einmal, jedes Tier ist für das ökologische Gleichgewicht wichtig. Auch wenn man es nicht glauben mag. Von winzig bis groß. Wie gut ein Mensch oder ein Land ist, zeigt sich im Umgang mit seinen Tieren - dieser Ausspruch ist nicht von mir, aber treffend. (Um das gleich klar zu stellen, damit bezeichne ich niemanden, der eine andere Meinung hat - auch nicht hier bei dieser Diskussion - als schlechten Menschen !!!!!!

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@kaiserin02

In Berlin sollen 3000 Wildschweine leben. Sogar bei Günther Jauch saß schon ein Mann der mit seinem Gewinn seinen Garten wieder richten lassen musst, weil die Wildschweine in umgegraben haben.

Unter Wildschweinangriff in Google kannst du dir mal ansehen, ob Schweinchen auch angreifen oder nicht. Eine Bache mit Jungen ist sehr gefährlich.

Die Wildschweine sollen aus nicht ausgerottet werden, aber reduzieren wäre angebracht.

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@isch1709

Im Dorf ist befriedetes Gebiet, d. h. dort darf nicht gejagd werden. GGf. Fallenjagd, ist aber sehr aufwändig. Du solltest ein wenig an Deiner Wortwahl arbeiten, ich finde, sie sehr Kreatur verachtetend. Ja, auch Ratten und Zecken haben eine Daseinsberechtigung, selbst wenn sie zur Plage werden können. Wir müssen eben Wege finden, dass es nicht zu viele werden.

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"Durch diese Worte der heiligen Schrift möge uns der Herr unsere Fehler verzeihen."

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Klar dürfen die gejagt werden und das werden sie auch,nur die Zeit dazu beginnt jetzt erst wieder, da auch diese Tiere eine Schonzeit haben im Jahr, wo sie eben nicht gejagt werden dürfen.

Wieso gibt es da eine Schonzeit? Wegen den kleine Schweinen oder weil es so wenige gibt?

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@isch1709

Klar, wenn die Bachen ihre Jungtiere bekommen haben, dürfen die erst einmal nicht geschossen werden. Und natürlich während der Tragzeit.

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Wann hat denn Schwarzwild Schonzeit?

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@Luftkutscher

In jedem Bundesland anders, kann man nachsehen. Frischlinge und Überläufer in BW z.B. nicht, aber Bachen und Keiler vom 31.01. bis zum 16.06.

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Frischlinge und Überläufer dürfen ganzjährig bejagt werden.

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@Luftkutscher

Stand auch nicht anders in meinem Kommentar, wenn ich mich nicht irre. Nur das ich die Angaben für BW genommen habe. Und Schwarzwild besteht ja nicht nur aus Frischlingen und Überläufern.

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@YK1972

Ja, leider ist der Hinweis auf die Schonzeiten weg, aber ich hab ihn mir gespeichert. danke dafür!

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