Wieso machen sich mittlerweile so viele über kranke und behinderte Menschen in der Öffentlichkeit lustig?

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11 Antworten

Hallo!

Ich (Raum Frankfurt am Main) habe sowas in dem Ausmaß wie du es schilderst noch nicht miterlebt.. es passiert zwar schonmal dass ein Freund von mir, der ein Faible für schwarzen Humor hat, Witze über Rollstuhlfahrer macht, aber selbst er meint das dann nicht so. Er findet nur die Pointen jeweils zündend, sagt er selber immer.

----------> würde allgemein aber eher behaupten dass diejenigen, die Witze über Aussätzige, Kranke, Behinderte usw. machen entweder total unreif sind oder einfach 'nen vollkommen gestörtes Verhältnis von "Spaß" und "Unlustigkeit" haben..!

Lehne mich nicht soweit aus dem Fenster, als dass ich i.wie behaupten würde, dass die Hemmschwelle generell sank, aber leider gibt es echt einige Ausreißer mit blöden Witzen auf Kosten anderer, die dann das ganze Bild ins Schlechte ziehen. Finde das sehr schade. 

Das sind Leute, die mit Lichtgeschwindigkeit durch die Kinderstube rauschten, wenn sie denn eine gehabt haben. Würde mich da garnicht drüber aufregen, solche Typen sind es mMn garnicht wert!

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Das ist nicht nur in Essen, Köln und Düsseldorf so. Ich habe so etwas auch schon in Dresden und Umgebung gesehen. Es ist mir auch ein Mysterium, warum man sich über einen behinderten Menschen lustig macht, er hat es sich ja nicht ausgesucht behindert zu sein.

So etwas konnte ich zum Beispiel bei mir auf Arbeit beobachten. Ein junger Mann hat sich bei uns wegen einem Praktikumsplatz gemeldet und den auch bekommen. Er hat geistige Behinderungen, gab sich aber wärend des Praktikums immer seine volle Mühe. Trotzdem wurde er von der Hälfte der Belegschaft ausgelacht und nicht sehr menschlich behandelt. Auch meine Äußerungen haben nichts daran geändert, denn ich habe zusammen mit paar anderen Kollegen versucht den Jungen in Schutz zu nehmen.

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Kommentar von TorDerSchatten
17.03.2016, 16:26

Sowas hätte ich an sämtliche Vorgesetzten eskaliert! Die Mitarbeiter hätten Abmahnungen verdient, da diese mit ihrem Verhalten gegen das AGG verstoßen.

Und was gibt das für ein Bild über das Unternehmen ab, dessen Mitarbeiter so handeln?

Mut zum Aufstehen, Mut zum Melden, Mut zum Sagen, Mut zum Einschreiten

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Ich wohne selbst in einer "kleinen Großstadt" oder "großen Kleinstadt" und komme durch meine Montagearbeiten auch in Deutschland rum.

Es ist mir wirklich noch nicht aufgefallen, dass sich über behinderte Menschen (Rollstuhl und so) richtig lustig gemacht wird.

Natürlich meckere auch ich, wenn ein Elektrorollstuhl mit 4 km/h in der Hauptverkehrszeit die Strasse blockiert. Aber das geschieht im Auto, ohne diese Menschen jetzt persönlich zu beleidigen.

In den von dir erwähnten Städten war ich aber seit Jahren nicht mehr. Vielleicht ist dort doch die Verrohung der Gesellschaft weit fortgeschritten.

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Wohne in Wien und sehe sowas auch Öfters.. Habe auch schon Jugendliche gesehen, die einen Rollstuhlfahrer geschlagen haben! ...
Ich wurde vor kurzem erst in der Ubahn als Tierquälerin beleidigt, nur weil ich ein Speckbrot gegessen habe.. Ich meine diese Frau kann sich ja denken was Sie will, aber muss man SO frech sein und einen darauf ansprechen?! -.-

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Wenn über Schwule, Schwarze, Frauen, Ostfriesen und Blondinen Witze gemacht werden können, möchte ich als Rollifahrer bitte AUCH "BEWITZELT" werden: Ein rollstuhlfahrender Komiker hielt vor kurzem einen bedruckten Pappbecher in eine Fernsehkamera: Den Schriftzug "Coffee to go" kommentierte er mit: funktioniert nicht: Ich saufe das Zeug täglich und kann trotzdem nicht laufen". Übel finde ich, wenn viel zu oft das Wort "behindert" dazu benutzt wird, Menschen zu beleidigen. Da hört für mich der Spass auf!

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Ich kann da nur von Köln sprechen, da ich in dieser Stadt seit paar Jahren lebe(n muss). Und ich muss dir leider Recht geben. Wobei es hier nicht nur die Respektlosigkeit gegenüber kranken Menschen ist. Auch der Respekt generell untereinander ist nicht mehr vorhanden.

In Köln werden auch junge Mütter angepöbelt, wenn der Nachwuchs schreit. Es wird sich über Ausländer aufgeregt, die sich in ihrer Muttersprache miteinander unterhalten und nicht auf deutsch. Das man alten, kranken Menschen ´nen Sitzplatz in der Bahn anbietet, scheint auch kaum noch jemand zu wissen.  Oder letztens sah ich eine alte, blinde Frau in der Bahn sitzen. Ihr Blindenhund lag neben ihr im Gang. Gut, man musste halb über ihn drüber steigen, wenn man vorbei wollte. Aber es war genug Platz und der Hund war sehr lieb. Ein Mann ließ es sich trotzdem nicht nehmen, die Frau wegen ihrem Hund anzumaulen. Ich fand das sehr erschreckend und traurig.

Da ich an der Haltestelle vom Krankenhaus jeden Tag aussteige, habe ich schon oft behinderten Menschen beim aussteigen helfen müssen. Ich finde, das sollte eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein, diesen Menschen zu helfen. Ich weiß schließlich nie, ob ich selbst mal im Rollstuhl lande. Und dann wäre ich auch froh, wenn man mir hilft.

Schade, dass die Menschheit immer grausamer wird :(

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Bei uns ist es anders, ich lebe im ländlichen Gebiet. Ich kenne so ein Verhalten gar nicht und habe meine Kinder zu Respekt und Höflichkeit gegenüber Schwächeren erzogen.

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Kommentar von LebenderToter
17.03.2016, 16:21

Danke dafür! Leider scheint es immer weniger Menschen zu geben die sich zivilisiert benehmen wollen. Aber dies ist auch nur meine subjektive Erfahrung.

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Hier in Berlin ist es so ähnlich.

Solange einer über einen anderen lacht, muss er sich keine Gedanken machen und hat das scheinbare Gefühl, von den anderen "gesunden" akzeptiert und nicht selbst für behindert gehalten zu werden.

Die Zivilcourage lässt bei vielen nach, die diese Ungerechtigkeit und Diskriminierung beobachten und nichts tun, weil sie Angst haben, von der Masse belächelt zu werden.

Jeder scheint sich selbst der Nächste zu sein.

Vielleicht könnte jeder Einzelne in der Öffentlichkeit da draußen, der noch so etwas wie ein Gewissen besitzt, einfach mal Courage zeigen und diese behinderten... Menschen in Schutz nehmen.

das ist eigentlich eine Selbstverständlichkeit!

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als beleidigend empfinde ICH den Gebrauch des Wortes "behindert", um jemanden zu beleidigen. Ansonsten BESTEHE ich darauf, dass man über "Kaputte" Witze machen können muß. Ich sah neulich im TV einen Rollifahrer, der lässig mit dem angekippten Rolli an einer Wand in einer Großstadt lehnte: Er hielt grinsend einen Pappbecher in die Kamera der mit den Worten "coffee to go" bedruckt war. Sein mündlicher Kommentar:"funktioniert nicht, habe schon zehn von den Dingern getrunken!"

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Na weil die Leute die das machen selber beschränkt sind in der Birne und einfach kein Anstand uns Respekt kennen. Die könnten sich von den Menschen mit Behinderung noch eine Scheibe abschneiden

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Früher war das schlimmer heutzutage ist das sogar wie soll ich sagen " kaum noch vorhanden bzw abkzepatebel im Gegensatz zu frühe e

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Kommentar von LebenderToter
17.03.2016, 16:23

Im Vergleich zum welchen Jahrzehnt?

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Kommentar von zeytiin
17.03.2016, 16:23

Z.b vor 16 Jahren ..

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Kommentar von abibremer
20.03.2016, 15:11

Das letzte Wort stammt ganz offensichtlich von dem schwarzen Herrn, der im Ausguck des Piratenschiffes sitzt, was regelmäßig von Obelix versenkt wird. SO kannst du das "früher" ausrechnen oder bei Asterix nachschlagen.

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