Wie werden Behinderte in der Öffentlichkeit angesehen?

16 Antworten

IMMER WIEDER kommt es vor, dass Behinderte (wie ich, im Rolli) durch merkwürdige Angewohnheiten Nichtbehinderter einfach ausgegrenzt werden. Beispiel: ich hatte zu Beginn meiner Kaputtheit noch keinen Elektrorolli, sondern wurde von Freunden und Verwandten durch die Gegend geschoben. Bei vielen Gelegenheiten Supermarkt\Gastronomie sprachen die Leute grundsätzlich meine laufende Begleitung (über meinen Kopf hinweg) an, als sei ich ein unmündiges Kleinkind.Ähnliches habe ich nur im Fernverkehr erlebt, wenn ich als Bartträger grundsätzlich für den LKW in dem ich zufällig nur als unbeteiligter Mitfahrer herumsaß, als Verantwortlicher angesprochen wurde, obwohl meine Freundin für die Fuhre verantwortlich war.

Man schaut kurz und wenn man sieht das sie keine Hilfe brauchen (die man höchstens anbietet) schaut man "weiter". Ansonst behandelt man allen Menschen einfach gleich.

Das machen Alle so.

Um Schobenhauer zu zitieren: Gott mag dumme Menschen, er hat so viele davon gemacht. Daher gibt es auch Menschen die das nicht können, das sind das die echt Behinderten.

Die die du meist haben nur ein Handicap

Mein jünger Bruder ist auch geistig behindert (aber körperlich gesund). Ich muss dazu erklären das mein Bruder gerne lacht, freundlich und offen auf andere Menschen zugeht (oder so wirkt) und viele Menschen in der Öffentlochkeit spontan positiv auf ihn reagieren. Ja, es gab auch verunsicherte Reaktionen, aber das hat sich fast immer gelegt wenn man ihn näher kennengelernt hat.

Auf der anderen Seite habe ich es aber auch schon erlebt das sich Leute an einer offensichtlich blinden Dame im Supermarkt einfach vorbei geschoben haben ...

Ich glaube an sich haben wir eine recht tolerante und offene Gesellschaf, was Behinderungen angeht. Wenn man aber ein wenig näher hinschaut gibt es durchaus noch Hindernisse im Alltag (zB Falttreppen bei Straßenbahnen) die den Menschen eben doch noch Steine in den Weg legen. Nichtmal aus böser Absicht, aber aus Unwissen oder einfach Gedankenlosigkeit.

Willst du nun die Lebensrealität eines Menschen mit Behinderung kennen lernen oder nur irgend welche Phantasien hören? Deine Frage ist meiner Meinung nach recht Sinnlos, das nicht eine Behinderung wie die andere ist. Es gibt welche die wirken im ersten Moment abschreckend und welche die bemerkt ein Außenstehender nicht einmal. Dein letzter Satz lässt mich vermuten du willst nur irgend welche Vermutungen hören.

War mal für eine Gemeinde die Organisatorin der Ferien-Freizeitangebotes für Kinder und man hat sich ganz viel Gedanken gemacht - im ganzen Landkreis alle -, wie man Behinderte einbinden kann, welche Angebote wie behindertengerecht sind. Es hat - obwohl das auch mit Behinderteneinrichtungen abgesprochen worden war -kaum ein Jugendlicher mit Behinderungen teilgenommen. Das war sehr schade. Ich versuche genau so mit Menschen mit Behinderungen umzugehen, wie mit Menschen ohne Behinderunen: anlächeln, grüßen. Íntegration in Kindergärten und Schulen ist da ganz wichtig, damit Menschen und Kinder mit Behinderungen nicht versteckt werden, sich nicht verstecken und der Umgang miteinander ganz natürlich wird, so wie es richtig wäre.

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