Wieso ist eine Düngung mit Stickstoff notwendig aber greift gleichzeitig so massiv in den Landschaftshaushalt ein?

7 Antworten

Stickstoff fördert schnelles Wachstum. Zu viel ist ungesund. Wenn Du Dir mal so runde grüne Punkte in Vorgärten mit Rasen ohne Zaun anschaust. Dann siehste was viel Stickstoff macht. Zu viel und es wird braun, verbennt die Wurzeln. Noch mehr und es werden sogar Rinden von Bäumen angegriffen.

Viele Pflanze sind aber Spezialisten. Sie haben sich entwickelt und gelernt mit weniger auszukommen. Weniger von dem, weniger von dem. Ihre Wurzeln verbrennes sehr schnell, und andere Pflanzen wie Gräser oder eben Pflanzen die nährstoffreiche Böden brauchen (z.B. Brennnessel) überwuchern diese Pflanzen. Die Samen können nicht aufkeimen, die Sämlinge verhungern im Dunkeln.

Daher wird die Natur, wo gedüngt wird ärmer in der Vielfalt.

Ein gedüngter, gepflegter Rasen enthält 5 bis 10 Pflanzenarten inklusive seiner Grasarten.

Stellt man den Mäher etwas höher, düngt weniger, können es schnell im Schnitt 25 werden.

Doch ein unberührter Boden, vielleicht einmal/ zweimal im Jahr abgefressen oder gesenst. Dazu noch Hang und kein guter Boden. Der kann schnell mal 250 Arten an Pflanzen hervorbringen.

Ehre 🙏🏼

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@DiebeimGesetz

Insektenverständnis, Bienenhaltung, Dokus und Arbeiten in der Landwirtschaft, sowie im Gartenbau. So wie die verstärkte Beobachtung der Natur, seit ich Bienen halte.

Auf unseren Rasen spielen keine Kinder mehr, daher darf er wachsen. Dieses Jahr konnte ich schon 25 Krautige Pflanzen bestimmen (ohne Gräser). Ich muß alle paar Wochen mal nachsehen. Ich werde wohl auf 30 kommen. Das dauerte aber 5 Jahre. Ich helfe grade nach mit einigen Samen die ich für geeignet halte sich dort durchzusetzen.

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Stickstoff ist einer der Hauptnährstoffe und zugleich der ertragsbegrenzende Faktor.

Auch in Mist und Urin ist Stickstoff enthalten! Blöd nur, dass dieser nicht hundertpro bedarfsgerecht ausgebracht werden kann bzw. zum falschen Zeitpunkt. Die Böden müssen den organisch gebundenen Stickstoff erst mobilisieren, was aber im zeitigen Frühjahr unmöglich ist, wenn es noch kalt ist, die Pflanzen aber gerade zu schießen beginnen. Später dann kann der überflüssige mineralisierte Stickstoff leicht ausgewaschen werden.

Bei Getreide, Kartoffeln und auch anderen Feldfrüchten sind Erträge im konventionellen Bereich mehr als doppelt so hoch wie bei Bio!

Dadurch und durch die entfallenden Brachen/Gründüngungen ermöglicht eine bedarfsgerechte mineralische Stickstoffdüngung deutlich höhere Erträge auf gleicher Fläche. Der vielbeschworene hohe Energieaufwand beim Haber-Bosch-Verfahren wird durch eine höhere Biomasseleitung der Pflanzen sechsmal übertroffen.

Alternativen wären Kleegras oder andere Leguminosen(-mischungen) sowie menschliche oder tierische Ausscheidungen und Kompost .Viele Leguminosen brauchen aber Anbaupausen von 5 Jahren und taugen nur als Viehfutter.

Problematisch sind natürlich Düngeüberschüsse im Grund- und Oberflächenwasser, die sich durch moderne Technologien und Gewässergrünstreifen begrenzen lassen. Die neue Düngeverordnung ist aber durchaus in vielen Punkten kritisierbar.

Eine Düngung mit Stickstoff bringt einen höheren Ertrag pro Hektar um gut 20 %.

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In der warmen Jahreszeit wird organisches Material von Pilzen und Bodenbakterien zersetzt, dabei wird auch Stickstoff freigesetzt, der den Pflanzen zur Verfügung steht.

Das Material ist von der Gründüngung, abgestorbene Wurzeln und Humus.

Die Leguminosen haben die Knöllchenbakterien, die Luftstickstoff binden können, der in der Folge in den Boden gelangt.

Mit dem Regen wird Stickstoff aus der Luft in Form von Salpetriger Säure, Salpetersäure niedergewaschen und gelangt in den Boden. Diese Gase / Stickoxide kommen von der Umweltverschmutzung und von Blitzentladungen bei einem starken Gewitter.

Die Düngung des Ackers mit Stallmist und Jauche hab ich noch gar nicht erwähnt, das ist auch eine Stickstoffdüngung mit Ammoniak und Amiden.

Stickstoff brauchen Pflanzen notwendig zum Wachsen, daran ist nichts verwerfliches. Das Problem ist der mineralische Stickstoff, weil er die Pflanzen groß und schwach macht, da Salze im wesentlichen Wasser nachziehen. Die Pflanzen sind deswegen anfällig für Krankheiten, knicken um und wenige konkurrenzstarke Unkräuter werden mitgedüngt. dagegen wird dann alles mit unterschiedlichen Giften gespritzt.

Das zweite Problem ist das absolute zuviel an Stickstoff aus Tierhaltungen, die Futtermittel importieren und somit Stickstoff der anderen Flächen entnommen wurde auf die hiesigen flächen bringen. Das ist logischerweise mehr, als auf der Fläche verbraucht werden kann.

Mineralischer Stickstoff wird ausgewaschen, landet im Grundwasser und in Gewässern und überdüngt die Feldränder und die Oberflächengewässer.

Natürlich binden Leguminosen Stickstoff aus der Luft in Wurzelknöllchen, im Jahr nach dem Leguminosenanbau steht dieser den Folgekulturen zur Verfügung. Organisch gebundener Stickstoff wird langsamer verstoffwechselt und wenn er aus der eigenen Produktion auf denselben Flächen stammt, ist es auch nicht zuviel.

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