Wieso bezeichnen sich psychisch Kranke nicht als psychisch krank?

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14 Antworten

Hallo Antwortbittejap,

weil es leider immer noch negativ besetzt ist, wenn man sich als psychisch krank bezeichnet. Das führt manchmal dazu, dass man nicht ernst genommen wird, als nicht belastungsresistent und schlimmstenfalls sogar mit Schimpfwörtern tituliert wird.

Bei körperlichen Erkrankungen sieht man oft etwas, wie z. B. einen Gips um ein gebrochenes Bein. Eine gebrochene Seele sieht man jedoch nicht und das macht es für viele so schwer begreifbar.

Einer der Vorreiter, psychische Erkrankungen 'gesellschaftsfähig' zu machen, ist Dr. Lütz, der auch mehrere sehr gute Bücher geschrieben hat, wie z. B. 'Irre! Wir behandeln die Falschen.'

Es wird vermutlich noch etwas dauern, bis physische und psychische Krankheiten auf einem Level betrachtet werden. Und bis dahin werden leider viele Betroffene weiterhin versuchen, körperliche Symptome in den Vordergrund zu stellen.

Dabei braucht sich wirklich niemand zu schämen, wenn die Psyche krank wird. Das ist meine feste Überzeugung, für die ich eintrete!

LG

Buddhishi

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Hallo,

ich vermute das ist so, weil es in der Gesellschaft (im Privatleben, im Arbeitsleben) immer noch Vorurteile und negative Reaktionen auf psychisch Kranke gibt.

Manche psychisch Kranken haben vielleicht wegen dieses negativen Stigma in der Gesellschaft ein Problem damit, sich selbst als psychisch krank zu akzeptieren, zu sehen. Das ist eine Vermutung, genau weiss ich es nicht.

Man könnte die Menschen, die psychisch krank sind und von sich sagen, sie seien gesund und nur anders, mal fragen warum sie das so sehen. Ich wäre auch gespannt, was sie darauf antworten.

Es gibt ja immer noch Menschen, die behaupten steif und fest, dass es die Krankheit Depression nicht gibt (die sind nur faul, die wollen nicht arbeiten...).

Psychotisch Erkrankte werden von einigen mit einem Hang zur Gewalt assoziiert, obwohl man das mit Zahlen nicht belegen kann.

Im Privatleben macht das jeder wie er mag. Ich persönlich wäre auch heute noch vorsichtig damit, wem ich was erzähle.

Gruss

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Das Wort Krankheit bezeichnet ja meistens Zustände, an denen man selbst sehr wenig ändern kann. Außer sich behandeln lassen.

Dieses Eingeständnis ist sehr schwer, wenn die eigene Persönlichkeit betreffende Bereiche geht, denn es verletzt den Stolz, ist ein Eingeständnis der Hilflosigkeit und in gewissem Maße entwürdigend. Seelisch (= psychisch) krank zu sein bedeutet so gesehen, dass man selbst krank ist, also von innen heraus ganz kaputt, statt dass nur etwas am Körper krank ist.

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Einige psychisch Kranke leiden unter ihrer Krankheit, andere genießen sie. Und dann gibt es noch jede Menge Zwischenstufen.

Wer etwas genießt und/oder bewußt Vorteile daraus zieht, betrachtet dies für gewöhnlich nicht als krankhaft, sondern als einen Gewinn.

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Kommentar von antwortbittejap
23.09.2016, 21:47

Wie kann man denn seine psychische Krankheit genießen? Das ist noch nicht ohne Grund eine Krankheit..

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Das kannst du nicht pauschalisieren! Ich selbst habe unter anderem Depressionen und Sozialphobie und stehe dazu. Ich kann damit auch schon offener umgehen, (m)ein Freund weiß es, Familie weiß es und ich helfe hier auch gerne anderen Usern.

Allerdings ist es immer ein schwerer Weg, sich einzugestehen, dass man krank ist, dass man Hilfe benötigt.
Dazu kommt noch die Gesellschaft. Man wird manchmal immer noch negativ bewertet, wenn man zugibt, dass man psychisch krank ist.

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Du verabsolutierst gar zu sehr, doch da iss dennoch was dran an deiner aussage. Es ist eben so in unserer Gesellschaft, die den Lohnabhängigen ständig Leistungen abverlangt, was man auch schlichthin sich stetig verschärfende Ausbeutung nennen muß, dass Leistungsschwache und das sind psychisch JKranke meist, die Ächtung trifft, sie ausgegrenzt werden. Aus Angst vom Bannstrahl getroffen zu werden, verleugnen etliche Kranke ihre Krankheit, um sowohl sich als auch die Mitmenschen zu täuschen, um nur ja integriert zu bleiben. 

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Ist die Mehrheit der Welt denn nicht psychisch krank?

Mit dieser Wettbewerbskultur, in der Sie leben, mit ihrem Verlangen nach Macht, Position, Einfluß, Namen, Erfolg und allem Drum und Dran. Betrachten Sie die Leistungen, auf die Sie so stolz sind, den ganzen Bereich, den Sie Leben nennen, in dem alle Beziehungen voller Konflikte sind, die Haß, Widerstreit, Brutalität und endlose Kriege erzeugen.

Ist das alles etwa gesundes Verhalten?

Oder wäre es eher gesund etwas zu spüren, nachdem man sich an einer Herdplatte verbrannt hat?

Viele von all den ganzen Menschen spüren nämlich überhaupt nichts mehr!

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Fällt manchmal eben schwer sich selbst zuzugestehen, dass man psychisch krank ist - gibt es auch oft bei PTBS(Posttraumatischen Belastungsstörungen), dass sich betroffene Soldaten z.B nach einem Kriegseinsatz lange keine Hilfe suchen möchten, da es ihnen unter Umständen unangenehm oder gar peinlich ist sich selbst und vor anderen einzugestehen, dass man ein Problem hat.

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Psychische Erkrankungen werden in Neurose und Psychose eingeteilt. Bei einer Neurose sind sich die Betroffenen ihrer Krankheit bewusst, sie wissen, dass etwas mit ihnen nicht stimmt. Bei einer Psychose verlieren sie den Bezug zur Realität. Es gibt so eine Art Sprichwort, das das ein wenig veranschaulicht: Jemand, der an einer Neurose leidet, sagt "Ich bin wie Napoleon." Jemand, der an einer Psychose leidet, sagt "Ich bin Napoleon". 

Also soweit ich informiert bin, können sich Patienten, die an einer Psychose leiden, aus diesem Grund nicht als psychisch krank bezeichnen, weil sie sich einfach nicht darüber bewusst sind. Sie nehmen nicht sich als verändert wahr, sondern die Umwelt. 

Ich hoffe, ich konnte weiterhelfen :) 

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Weil sie dadurch Nachteile erfahren könnten wie  z.B. gemieden zu werden von Menschen, die damit Probleme haben , oder auf der Arbeit ausgegrenzt zu werden, beim anderen Geschlecht keine Chancen mehr zu haben.Auf der Arbeit für nicht mehr kompetent gehalten zu werden, besonders von konkurrierenden Kollegen ,oder sogar die Arbeitsstelle zu verlieren.

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"Psychisch krank" ist für viele schwer einzugrenzen. Das kann ja von einer leichten Depression bis hin zu selbst-oder fremdgefährdenden Verhaltensweisen gemeint sein. Viele Menschen verunsichert das.

Psychische Einschränkungen wirken sich oft stark auf die Mitmenschen aus.

Deshalb kommen viele besser damit klar wenn die "Krankheit" genauer definiert wird, sie können sich dann besser darauf einstellen.

Lg

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Ich kenn Menschen, die sich durchaus als psychisch krank bezeichnen.
Aber womöglich liegt es daran, dass "krank" klingt wie etwas Kurzfristiges, was schnell geheilt werden kann, was bei vielen psychischen Erkrankungen eben nicht der Fall ist und Betroffene oft ihr Leben lang damit leben müssen.

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Psychisch krank ist ein extrem großes Feld von Erkrankungen.

Zum Beispiel sich als Kleptomane/Kleptomanin zu "outen" ist bestimmt nicht einfach.

Oder mit schwerer Psychose,dass zuzugeben/einzugestehen ist auch nicht gerade angenehm.

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Kommentar von antwortbittejap
23.09.2016, 21:26

Bei einer schweren Psychose ist man froh, wenn die Stimmen irgendwann weg sind.

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Kommentar von DUHMHAITTUHTWEE
23.09.2016, 21:35

Bei schweren Psychosen fehlt aber oft die Krankheitseinsicht.

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Kommentar von DUHMHAITTUHTWEE
23.09.2016, 21:55

Man muss nicht abhängig sein,um eine Psychose zu haben.
&man muss keine Psychose haben um stimmen zu hören(Depressionen reichen auch).

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Kommentar von DUHMHAITTUHTWEE
24.09.2016, 20:36

Ja , die Frage ist ob du es weißt.

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Wahnsinn ist, die Realität zu leugnen.

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Kommentar von meinlein
24.09.2016, 18:13

Realität? Wo?

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