Wie wurden die vier evangelien geschrieben?

8 Antworten

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Die Evangelien wurden unabhängig voneinander an verschiedenen Standorten geschrieben. Bibelgelehrte sind sich jedoch einig, dass die Bücher des Neuen Testaments (worunter ja auch die Evangelien gehören) alle im 1. Jahrhundert geschrieben wurden. Außerdem gibt es Belege dafür, dass z. B. das Matthäusevangelium um das Jahr 41 und damit nur 8 Jahre nach Jesu Tod geschrieben wurde. Das die Erinnerung der Schreiber Matthäus, Markus, Lukas und Johannes richtig sein müssen, lässt sich auch daran ableiten, dass die damaligen Christen den Berichten nicht widersprachen, zumal noch viele Augenzeugen, die Jesu Wirken, seinen Tod und die Auferstehung miterlebt hatten, noch lebten.

Hier auch ein interessanter Link mit interessanten Informationen zu einzelnen Bibelbüchern und seinen Schreibern:

https://www.jw.org/de/publikationen/videos/bibelbuecher-intros/bibelbuch-matthaeus/#?insight[search_id]=4dfdb4ed-4b91-4543-8b15-e28cc75e6495&insight[search_result_index]=2

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Danke für die Antwort !

Das die Bücher in verschiedenen Zeiten geschrieben wurden, war mir eigentlich schon vorher bewusst. Im Grunde wollte ich eigentlich nur "Beweise" für die Unabhängigkeit der Schreiber, also das diese sich nicht abgesprochen bzw. nicht voneinander abgeschrieben haben. Ich kenne den Inhalt der Bücher auch.

Ein paar fragen:

- Können Sie mir die Belege für das Jahr 48 zeigen?

- Würden die Berichte sich mit den Augenzeugenberichten widersprechen, was wäre dann passiert? 

Ich glaube es spielt keine Rolle, wenn sich da irgendwas widersprochen hat. Die Menschen haben ja früher "alles" geglaubt. 

- Wieso sind Sie sich so sicher (außer den Glauben), dass die Unabhängig voneinander geschrieben wurden? 

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@math3matik

(1) Das das Matthäusevangelium etwa um das Jahr 41 geschrieben wurde, geht aus vielen Unterschriften am Ende etlicher Handschriften hervor. Diese wurde alle nach dem 10. Jahrhundert verfasst und besagen, dass das Original etwa 8 Jahre nach Jesu Himmelfahrt geschrieben wurde. Dies stimmt auch mit der Tatsache überein, dass Matthäus nichts über die Erfüllung der Prophezeiung hinsichtlich der Zerstörung Jerusalems (im Jahr 70) schreibt. Der Ausdruck "bis auf den heutigen Tag" (Mat. 27:8; 28:15) deutet darauf hin, dass zwischen den beschriebenen Ereignissen und der Zeit der Niederschrift einige Zeit vergangen sein muss.

(2) Das Christentum zu dieser frühen Zeit war noch nicht sehr stark. Religiöse Führer der Juden sorgten zudem dafür, dass Christen verfolgt und wenigstens ins Gefängnis geworfen wurden. Wären Zweifel in der Lehre entstanden, die zudem durch Augenzeugenberichte klar verurteilt worden wären, hätten sich die Menschen schnell anderen Lehren zugewandt und das Christentum wäre in Vergessenheit geraten. Interessant ist dazu auch die Einschätzung Gamliels und die Reaktion der Apostel im Bibelbuch Apostelgeschichte 5: 34 - 41.

(3) Wenn man herausfinden will, ob die Geschichte einer Person der Wahrheit entspricht, braucht man nur zuhören. Die Glaubwürdigkeit wird nämlich nicht dadurch festgestellt, dass immer wortwörtlich das Gleiche erzählt wird. I. d. R. erinnert sich die Person an kleine Details wieder, die vorher noch nicht erzählt wurden. Ähnlich ist mit den Evangelien. Im Kern erzählen Sie alle die gleiche Geschichte. Wovon aber drumherum berichtet wird und welche Details genannt werden, darin unterscheiden sie sich. Etwa 40 % des Matthäusevangeliums findet man beispielsweise nicht in den anderen Evangelien. Eine Besonderheit ist z. B. das Geschlechtsregister Jesu (Mat. 1: 1 - 16), dass von einem anderen Gesichtspunkt aus aufgezeichnet wurde, als das des Lukas (Luk 3: 23 - 28). Ein Vergleich der beiden lässt erkennen, dass Matthäus die gesetzliche Abstammungslinie über Joseph, den Adoptivvater Jesu, wiedergibt, während Lukas offenbar die natürliche Geschlechtslinie Jesu aufführt.

Mindestens 10 Gleichnisse, die im Bericht des Matthäus zu finden sind, werden in den anderen Evangelien nicht erwähnt (Mat 13; 
18 : 25 - 35; 20: 1 - 16; 22 : 1 - 14; 25: 1 - 13; 25 : 14 - 30). Matthäus Berichte z. B. von der Bergpredigt Jesu sind oft viel ausführlicher, als es die anderen Evangelien tun (Vgl. Luk 6: 17 - 49 und Mat 5 : 1 bis 
7 : 29).

Ein anderer Gesichtspunkt: Das Markusevangelium wurde zwar von Markus geschrieben, aber grundlegende Informationen hat er offensichtlich von Petrus erhalten. Dies geht z. B. aus den Aussagen von Origenes, Eusebius von Cäsarea und Tertullian hervor. Da die ersten Jünger Jesu im Haus seiner Mutter zusammenkamen, muss Markus außer Petrus noch andere Personen gekannt haben, die mit Jesus vertraut und ihn bei seiner Arbeit beobachtet und gehört hatten. Wahrscheinlich schreibt er auch von sich selbst in 3. Person, als er von einem jungen Mann berichtet, der Jesus nach seiner Verhaftung folgte (Mar 14: 51, 52). Speziell im Fall von Markus scheint sich sein Bericht also auf eigene Erinnerungen, als auch auf Berichte von anderen zu stützen. So behandelt Markus zwar zum großen Teil ähnlichen Stoff wie Matthäus und Lukas, aber er gibt auch ergänzende Einzelheiten (z. B. über Jesu Empfindungen, Details zu seinem Verhör) die in den Evangelien nicht zu finden sind. 

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Die Evangelien wurden zu unterschiedlichen Zeiten und an verschiedenen Orten geschrieben, wobei die älteren den Autoren der jüngeren teilweise bekannt waren.

Die Namensgebenden Apostel haben damit aber nichts zu tun.

https://de.wikipedia.org/wiki/Evangelium_(Buch)

 Nach allem, was man historisch feststellen kann, wurden die Evangelien von Männern wie Markus, dem Schüler des Apostels Petrus, verfasst, und zwar mehrheitlich in den 60er Jahren des 1. Jahrhunderts.

 Sie enthalten keine frei erfundenen Legenden, sondern früheste historische Nachrichten über die Worte und Taten Jesu von Nazareth.

Was ihre Verfasserschaft und ihre Entstehungszeit angeht, besteht kein Anlass, die historische Glaubwürdigkeit der neutestamentlichen Darstellungen des Lebens Jesu zu bezweifeln.

Weitere Infos und Quelle:

Wer-hat-wann-die-Evangelien-geschrieben-2009.pdf

 

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