Wie kann man bei einer Steigung am besten anfahren?

8 Antworten

Mal von Gimmicks wie Automatik, Assistenten usw. abgesehen erkläre ich es jetzt mal richtig. Anfahren am Berg mit Schlaltgetriebe OHNE Handbremse und OHNE Zurückrollen (geht nur mit Üben, Üben, Üben):

Vorbedingung: Je nach Steigung ist die "Startdrehzahl" anzupassen. An einem sehr steilen Berg fährt man mit bis zu 3500 u/min an, bei geringer Steigung mit wenig mehr als Leerlaufdrehzahl. Zuviel Drehzahl bei zu wenig Berg belastet die Kupplung unnötig.

Gut, das hätten wir schonmal geklärt. Jetzt das grundsätzliche Vorgehen.

1.) Rechter Fuß auf der Bremse, der linke Fuß läßt die Kupplung langsam kommen.(Fortgeschrittene kennen den Ort des Druckpunkts und lassen bis dahin die Kupplung schnell kommen und heben den Fuß erst kurz vor dem Druckpunkt langsamer)

2.) In dem Moment, in dem die Kupplung etwas schleift, fällt die Drehzahl leicht unter Leerlauf - genau in diesem Augenblick hebt man den Kupplungfuß für einen kleinen Moment nicht weiter... sondern steigt...

3.) Steigt mit dem rechten Fuß schnell vom Bremspedal und tritt leicht aufs Gaspedal... und jetzt kommt die Feinarbeit, die man üben üben üben muss..

4.) Vorausgesetzt, die Kupplung schleift immer noch leicht, wird die Drehzahl durch das Gasgeben jetzt trotzdem steigen.. nicht übertreiben.. siehe "Vorbedingung"... 

Im Idealfall wird sie dies nicht schlagartig (dann schleift die Kupplung zu wenig) tun, der Wagen wird exakt zwischen Hangabtriegskraft und Zugkraft in der "Schwebe" gehalten.

5.) Diesen Anstieg stoppt man jetzt, indem man die Kupplung weiter kommen lässt und zwar so, dass sie das Hochdrehen beir Wunsch-Drehzahl stoppt und sobald diese erreicht ist, lässt man die Kupplung gefühlvoll weiter kommen während man gleichzeitig immer mehr Gas gibt. 

Wenn man hier alles richtig gemacht hat, wird die Drehzahl jetzt für ein paar Zehntel Sekunden (flach) bis drei Sekunden (steil) völlig konstant bleiben, während der Wagen beschleunigt. Und schwupps, nach ein paar Zehnteln bis hin zu 3 Sekunden ist komplett ausgekuppelt und siehe da, man ist angefahren, ohne zurück zu rollen.

Bitte eines beachten: Eine Kupplung ist ein teures Teil und man sollte sie nicht unnötig und schon gar nicht unnötig lange unter Schlupf halten. Das überlebt sie nicht lange. Also bitte immer so viel Drehzahl wie nötig und so wenig Drehzahl wie möglich verwenden und den Kupplungs-Vorgang so schnell wie möglich abwickeln. Alles andere kommt teuer. Mit Kupplungen spielt man nicht. Außer zum üben üben üben, denn man sollte schon souverän mit ihr umgehen können.

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Ich würde mit Handbremse anfahren-bzw. mache das^^

Dann muss ich den Wagen nicht mit der Kupplung am Berg halten, dadurch verkürze ich die Zeit des schleifens etwas.

LG

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@roboboy

Hallo robo, hmmm das glaube ich nicht. Wenn man das gut kann eiert man ohne Handbremse nicht länger auf der Kupplung herum als mit.

Ich hatte ja zum Glück vor dem Auto schon ein Moped und war mit Kupplungen vertraut. Mein Vater hat schon vor der ersten Fahrstunde auf eine steilen Privatstraße mit mir geübt... ist Jahrzehnte her. Der hatte den seltsamen Ehrgeiz, keine Handbremse zu brauchen und ich hatte es auch erstaunlich schnell und gut raus. So gut, dass ich auch in der Fahrschule nie die Handbremse benutzt habe.

Irgendwann wurde es meinem Fahrlehrer zu blöd und er wollte mir eine Lektion erteilen. Wir fuhren zur steilsten Straße in 50km Umkreis (verdammt steil!!), ließ mich anhalten und er sagte triumphierend:

"So, und jetzt brauchst Du die Handbremse!"

"Nö" sagte ich. "Um ein Bier?" 

"Ja klar!"

Seit über dreißig Jahren schuldet der Kerl mir immer noch das Bier was aber egal war, ich war sein Handbrems-Genöle los, das war viel besser als ein Bier. 

By the way: Er gab später zu, dass er an dem Berg niemals hätte ohne Handbremse anfahren können. :)

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P.S.: Mit Handbremse ist es natürlich einfacher. Gleiche Regeln wie genannt aber statt dem feinmotorischen Gas-/Kupplung-Spiel kann man einfach etwas grobmotorischer vorgehen und einfach die Handbremse lösen, wenn der Wagen spürbar nach vorn will. 

Wenn man aber einmal die "Feinmotorik" raus hat, ist es ohne Handbremse einfacher, weil buchstäblich ein Handgriff entfällt.

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Das kommt auf das Fahrzeug an. 

Der Trick dabei ist, dass du besonders als Anfänger schon bevor die Ampel grün wird oder durch sonstige Ereignisse vor dir die Fahrzeuge wieder ins Rollen kommen, du mit der Kupplung den sogenannten Schleifpunkt suchst und wenn du dann anfahren willst mit der Kupplung (größtenteils) stehen bleibst.

Bei dem Fahrschulauto funktioniert sowas normalerweise auch immer sehr gut. Ich konnte damit schon nach kurzem an Steigungen gut anfahren und hatte davor wenig Angst. Ich bin habe die Kupplung dann schon immer etwas in die Nähe des Schleifpunktes gebracht. Ich habe also im Stand mit Bremse die Kupplung langsam los gelassen, bis ich merkte, dass ich an den Schleifpunkt komme. Das merkst du, weil sich das Motorgeräusch ändert, die Kupplung vibriert und die Motordrehzahl geringer wird. Dann habe ich etwas losgelassen und gewartet, bis ich losfahren musste/konnte. Dann bin ich wieder mit der Kupplung an den Schleifpunkt und habe dann versucht damit stehen zu bleiben, die Bremse losgelassen und Gas gegeben.

Mit unserem privaten Auto ohne Automatik war das schon ganz anders. Die Kupplung kommt sehr spät und kann das Auto mit erheblich mehr Masse auch gar nicht an einer Steigung halten. Der Motor würde vorher schon abwürgen. Dennoch nutze ich diesen Trick weiterhin, weil ich den Wagen bei der Rückwärtsbewegung etwas bremsen, aber nicht halten kann. Während du mit der Kupplung dann am Schleifpunkt bist, gibst du eben etwas mehr Gas als sonst und lässt die Kupplung hier ganz besonders langsam kommen. 

Es gibt noch weitere Tricks. Der wohl bekannteste ist, die Handbremse mit ins Boot zu nehmen. Kann ich dir aber nur von abraten. Schon alleine, weil heutzutage viele Autos eine elektronische Handbremse haben, womit du das ganze gar nicht anständig machen kannst. Davon abgesehen sollst du das Anfahren auch so lernen. Übung macht den Meister. Das lernt man relativ schnell, genau wie das Schalten schon.

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Liebe Grüße

TechnikSpezi

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Autos mit elektronischer Handbremse haben in der Regel einen Berganfahrassistent.

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@Ghostmaster370

Da irrst du dich aber. 

Klar, die neuen Wagen sicherlich alle. Aber eine elektronische Handbremse ist schon vorher weitaus verbreiteter gewesen. Selbst unser Wagen hat eine elektronische Handbremse, aber keinen Berganfahr-Assistenten. Die Handbremse kann man zudem auch nicht mal eben festsetzten und wieder lösen. Dazu gibt es auch extra eine "Kindersicherung", die verhindert, dass du versehentlich auf den Knopf drückst, sodass du extra nochmal vorher etwas ziehen musst und dann den Knopf währenddessen drückst. Da kann man den Trick schon komplett vergessen. Kommt aber wie gesagt auch sehr auf das Fahrzeug an.

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1 Handbremse ziehen

2 Schwiegermutter hinter das Auto stellen

3 Wenn die Schwiegermutter dann das Auto hinten blockiert, muss sie  "10-9-8-7-6-5-4-3-2-1 START du Affe" rufen.

4 dann legst Du den ersten Gang ein (nicht den Rückwärtzgang) und löst die Handbremse und dann gibst Du Vollgas.

Wenn dann Deine Schwiegermutter, wie am Spiess schreit: "halt nicht so schnell" und hinter Deinem Auto her rennt, dann ist das Manöver erfolgreich abgelaufen.   

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selten so gelacht haha. PS : Warum empfiehlst du nicht den Rückwärtsgang :@

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