Wie kann ich eine Fotoreportage an eine Zeitschrift verkaufen?

4 Antworten

Es gibt über Journalismus/arbeit eine Menge Literatur. Schau doch da mal rein. Oder frage jemanden, der sich auskennt. Ansonsten mache eine Liste von Zeitungen, die das interessieren könnte. (Glaub mir, das sind nicht soooo viele -> die Straßenzeitungen könnten dazu gehören). Mache Deine Bilder, schreibe Deine Erfahrungen dazu. Lass es liegen einen Tag. Les es nochmal. Wirf alles weg und schreib es neu. Nochmal liegen lassen und korrigieren. Dann jemanden zeigen, der etwas davon versteht (nicht den Freunden, die wollen nur nett sein). Evtl. im Netz in Schreibforen fragen. Da gibt es welche, die lesen sowas gut und kritisch-konstruktiv gegen. Und dann mache ein word-Dokument, hänge die Bilder an und ab die Post an die Redaktionen.

Zum Thema Fotografieren muss man Dir ja wohl kaum was sagen ;-) Hm, oder doch zum Thema Dokumentationsfotografie. Auch da gibt's recht gute Literatur, aber ich weiß im Moment nicht, was aktuell ist. amazon schon.

Ich finde toll, was du da machen willst. Ich rate dir, vorher die diversen Zeitschriften, wie etwa Stern etc. anrufen, dich mit dem Chefredakteur des jeweiligen Mediums verbinden lassen und sagen, was du vorhast. So kannst du am ehesten wissen, ob du einen Abnehmer deiner Arbeit hast. Außerdem kann dir der Redakteur noch eventuelle Tipps geben, was er in der Arbeit zusätzlich noch gut fände. Weiterer Tipp: Wenn du gut mit der Videocamera bist, so könntest du auch Fernsehanstalten anrufen und fragen, ob sie deinen Beitrag wollen. Alles Gute für deine Arbeit. Herzlichst, Erika

Hi du,

Du solltest dir über mehrere Dinge Gedanken machen:

1) Die Fotoreportage: Was genau verstehst du da drunter? Meinst du, dass du eine herkömmliche Reportage schreiben möchtest und die mit zwei oder drei Bildern versiehst? Oder möchtest du wirklich viele Fotos veröffentlichen und die mit wenig Text unterlegen? Wenn du nämlich an letzteres denkst, fallen für dich sowieso schon viele der großen Medien weg. Oder hast du in irgendeinem Medium in letzter Zeit Bildstrecken über mehrere Seiten gesehen? Wenn du so etwas vorhat musst du dich an Online-Medien wenden, die können nämlich auf Slide-Shows zurückgreifen. Printmedien drucken pro Geschichte selten mehr als drei oder vier Bilder. Und das auch nur dann, wenn es sich um einen richtig großen Aufmacher handelt.

2) Die Geschichte: Was du bist jetzt hast ist nur ein Thema, keine Geschichte. Ein Artikel über einen Zoo in Hinteroberuntertuxing würde dich wahrscheinlich nicht unbedingt animieren, eine Zeitung zu kaufen. Wenn die Geschichte aber wäre, dass in diesem Zoo ein seltenes und besonders gefährliches Raubtier lebt, das man nur dort sehen kann, vielleicht schon. Du musst dir also überlegen, welche Geschichte du erzählst. Dass es ein Tierheim in Thailand gibt, holt niemanden wirklich hinter dem Ofen hervor. Du musst also das tun, was alle Journalisten tun: Recherchieren. Was ist das Besondere an diesem Tierheim? Gibt es etwas, was dieses Tierheim von anderen unterscheidet? Gibt es dort eine besonders interessante Persönlichkeit, die du porträtieren könntest, die zb einen gut bezahlten Job aufgegeben hat, um mit Tieren arbeiten zu können. Etc etc. Davon, deine persönlichen Erfahrungen dort zu erzählen, würde ich eher Abstand nehmen. Das bringt keinen Chef vom Dienst wirklich dazu, Kohle lockerzumachen.

3) Die Geschichte prüfen: Ob das, was du recherchiert hast und für dich interessant klingt, auch für andere interessant ist, musst du folgendermaßen prüfen: Neuheit: Was ist das Neue an meiner Geschichte? Aktualität: Das Tierheim gibt es ja sicher schon länger, was ist das aktuelle an deiner Geschichte? Nähe: Meint Nähe zum Leser. Wer ist die Zielgruppe des von dir angestrebten Mediums? Was könnte den an einem Tierheim in Thailand interessieren? Wie stellst du die Nähe zwischen dieser Geschichte und einer Person her, die möglicherweise Europa noch nie verlassen hat? Relevanz: Warum ist es überhaupt relevant für den Leser, etwas über dieses Tierheim zu erfahren? Kuriosität: Gibt es ein kurioses Element in deinen Recherchen, das du hervorheben kannst? Fortschritt, Konflikt: Gibt es eine Entwicklung, die du begleiten kannst oder einen Konflikt, der gelöst werden muss? (Gut für die Dramaturgie der Erzählung)

4) Die Geschichte verkaufen. Schreib einen Pressetext (maximal eine halbe Seite) in dem du möglichst spannend vorschauartig erzählst, was der Leser von deiner Reportage zu erwarten hat. Dann mach dir eine Liste mit Medien, die für dich in Frage kommen. Tageszeitungen und Magazine sind in Ressorts eingeteilt, überleg dir, in welches Ressort so eine Reportage überhaupt passen könnte. Politik, Innenpolitik, Sport, etc fallen da schon mal raus. Möglicherweise Chronik, Internationales, Reise, etc. Je nachdem für welches Ressort du dich entscheidest, musst du auch deinen Text und die Erzählweise anpassen. Dann recherchiere, wer die Chefs dieser Ressorts sind. Die rufst du an, stellst dich vor und fragst sie, ob du ihnen deinen Pressetext schicken möchtest. Nenn gleich einen Preis für die Reportage und lass dich gegebenenfalls ein bisschen herunterhandeln.

5) Wenn das alles nicht klappt kannst du dich immer noch an Tierschutzorganisationen wenden, die das dann vielleicht auf ihrer Homepage veröffentlichen (ohne Bezahlung). Aber da du ja ein Ziel hast – du willst die Menschen dazu bringen, zu spenden – wäre besser, du gibst dir Mühe, machst eine ordentliche Reportage, verkaufst sie an ein Medium mit annehmbarer Reichweite und erreichst so einen größtmöglichen Personenkreis. Das wäre dann eine Win-Win-Situation: Du bekommst Geld und das Tierheim die größtmögliche Aufmerksamkeit plus ein paar zustätzliche Spender.

Viel Glück!

Na indem du vielleicht sogar schon im Vorfeld an entsprechende Zeitschriften herantrittst. Ich denke gerade Peta oder so wird sowas ganz gerne nehmen.

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