Wie älter werden und Tod der eigenen Eltern verkraften?

7 Antworten

Sie haben noch ein langes Leben vor sich. Lös Dich emotional von ihnen. Zieh Deiner Karriere hinterher, bleib nicht bei ihnen kleben. Besuch sie zweimal im Jahr. Organisier ambulante Pflege wenn sie altersgebrechlich sind, zwing sie nicht ins Heim. Wenn es irgendwann schon seit Jahren so läuft, dass sie zu dement sind um ihr Leben zu genießen und sich mit Dir zu unterhalten, wenn Du nur zu den unpassendsten Momenten hinreisen musst weil schon wieder etwas passiert ist (Treppensturz, Krankenhaus), wenn Du ein Auto gemietet hast für den Ausflug, aber sie wollen nicht mehr raus, dann wirst Du erleichtert sein, dass es vorbei ist. Idealerweise hast Du eine Bankvollmacht und eine Liste aller Geschäftsverhältnisse, die nach ihrem Tod aufzuösen sind (Mietvertrag, ADAC, Versicherungen, ....).

Ich wundere mich sehr, warum Du Dir schon jetzt solche Gedanken machst.

Lass sie stattdessen an Deinem erfolgreichen Leben Freude haben und stolz drauf sein, dass sie Dir den Weg dahin geebnet haben.

Meine Mutter ist vor drei Monaten plötzlich verstorben. Mit nur 68 Jahren. Es ist das Schlimmste, was mir bisher im Leben passiert ist und ich hab echt schon einiges durchgemacht. Rückblickend bin ich für jede Begegnung mit ihr dankbar, jeden Kontakt, jede Umarmung, jedes liebe Wort. Ich kann nur raten, seine Eltern zu lieben und dankbar für sie zu sein und auch zu vergeben.

Einzelkind, taufrische 35 hier, beide Eltern erfreuen sich guter Gesundheit, auch sie sind spät Eltern geworden, sodass mein Vater 68 ist und meine Mutter demnächst 72 wird.

Mit den Jahren kommen auch die Gedanken, wie das werden wird, wenn einer der beiden oder, unter ganz blöden Umständen auch beide gleichzeitig, sterben werden. Ich denke mittlerweile, dass man das nicht planen können wird. Manchmal ist es ja auch eine Art Erlösung, wenn z. B. nach schwerer Erkrankung und dem damit verbundenen Leiden, das Ende absehbar ist.

Durch verschiedene andere Verluste ist mir inzwischen klar(er), dass Trauer wahnsinnig individuell und sehr von den Umständen abhängig ist. Meine Oma ist mit 93 gestorben und war damit fein. Das hat das Trauern für mich auch etwas einfacher gemacht. Mein Opa starb kurz vor seinem 70. Geburtstag, war schwer krebskrank und hatte nicht wirklich was von seiner Rente. Das schmerzt bis heute - fast 30 Jahre später.

Ich bin mir sicher, dass man sich nicht vorbereiten kann. Aber was man tun kann, ist Zeit miteinander zu verbringen. Der Erinnerungen überdauern den Tod.

Meine Eltern sind gestorben als ich 24 und 29 war. Man lebt weiter. Ma trauert, wird auch ständig drauf gestoßen wenn andere sagen "ich fahr zu meinen Eltern" "ich feier mit meinen Eltern"... etc.

Ändern kannst du nichts dran, allerdings ist der Mensch so geschaffen, dass er wenn ein Mensch seiner Familie stirbt, er trauert und dann "drüber wegkommt", anders wären wir alle schon ausgestorben.

Genieße einfach jegliche Zeit, die du mit ihnen haben kannst.

Mach Dir da jetzt noch keine Gedanken. Trauer ist bei jedem anders, deshalb kann ich Dir darauf keine Antwort geben

Genieße die Zeit mit ihnen und sei fùr sie da.

Das ist viel besser, als jetzt schon traurig zu sein.


icebreaker12 
Beitragsersteller
 06.07.2025, 15:35

Danke dir, verstehe ich komplett...aber diese Gedanken fressen mich momentan irgendwie unterbewusst komplett auf...

Zudem die Jahre, die jetzt für sie kommen, höchstwahrscheinlich von Muskelbeschwerden und Muskelschmerzen geprägt sein werden

Montagna60  06.07.2025, 15:39
@icebreaker12

Ich kann Dich verstehen, ich vermute Verlustangst bei Dir.

Es ist nicht schön Schmerzen zu haben oder eine Erkrankung. Dennoch gehört das zum Leben dazu. Leider.