Besteht mit verknoteten Kabel bei Nutzung ein höheres Brandrisiko?

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13 Antworten

wenn das kabel extrem geknickt oder deformirt wird. z.b. wenn einer mit dem stapler drüber heizt, oder wenn es sich zyklich bewegt. z.b. in einer maschine, kann es vorkommen, dass es irgendwann bricht, oder die inneren isolierungen durchgescheuert werden. passiert aber, wenn man es nicht übelst misshandelt z.b. darauf herum hämmert nicht wirklich oft...

lg, anna

Eine Schlaufe oder ein Knoten drin (oder auch zwei oder drei) werden kein Problem sein. Aber eine komplette Kabelrolle sollte man abwickeln, wenn sie benutzt wird, weil sich in den zusammengepackten Windungen eine große Hitze entwickeln kann. Und Hitze vergößert noch den Widerstand.

Eigentlich ist schon alles gesagt. Jedes Kabel hat einen ohmschen Widerstand (R). D.h. proportional zur Stärke des Stroms (I) (gemessen in A (Ampere) entsteht Wärme (W, W=R x I), die, wenn sie nicht abgeführt werden kann, zu ansteigender Erhitzung bis zum Schmorbrand führen kann. Wesentlich ist der Querschnitt und das Material (meist Kupfer) des Leiters im Kabel, durch den u.a. der maximal zulässige Strom bei frei liegendem Kabel bedingt ist (oft z. B mit 10 A. angegeben) Wenn bei max zulässigem Strom von 10 A, bedingt durch die angeschlossenen Geräte, aber nur ein Strom von 5 A fließt, dann kann der Wärmeübergangswiderstand doppelt so hoch sein wie für die frei liegende Leitung unter Volllast. Bloß, wer kennt schon den Wärmeübergangswiederstand der freien Leitung und der auf einer Trommel aufgewickelten Leitung? Also, Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste! Je mehr man die Wärmeabfuhr behindert, desto höher steigt die Kabeltemperatur. Ein einzelner Knoten in der Leitung ist hinsichtlich der Wärmeableitung sicher unkritisch, jedoch nicht, wenn durch den zu engen Knoten die inner Isolation zwischen den Leitern (Hin- und Rückleitung) verletzt wird oder der Leiterquerschnitt reduziert wird, z.B. durch Anbrechen des elektrischen Leiters, dem Brechen einzelner Litzen des Leiters etc. Ist die Isolation der einzelnen Adern der Leitung bereits vorgeschädigt, z. B. durch Alterung oder schon mal zu hohe Strombelastung, dann kann sie u. U. auch brüchig werden. Ein Knoten macht ihr dann eventuell vollends den Gar raus. Ein dadurch verursachter Kontakt der Hin- und Rückleitung (oder der Phase mit der Schutzerde) kann dann zum Kurzschluss oder drastisch erhöhter Wärmerzeugung, d.h. Brand führen.

An "Cyroth" zur seiner Bemerkung "Die Spulenwirkung der aufgerollten Trommel führt allerdings nur zu einem zusätzlichen Blindwiderstand". Das möchte ich doch bitte mal genauer erklärt haben! Obwohl immer mal wieder behauptet ist das doch großer Quatsch. In einem normalen Verlängerungskabel liegen Hin- und Rückleitung parallel, d.h. die außerhalb des Kabels entstehende Gesamtdurchflutung ist Null. Das wiederum bedeutet, dass ein solches Kabel, egal wie man es aufwickelt, seine ihm eigene (sehr geringe) Induktivität nicht ändert. Einen zusätzlichen induktiven Widerstand mit dadurch bedingtem Blindwiderstand würde man nur erhalten, wenn man Phase und Nullleiter voneinander trennt, separat führt und gegensinnig auf eine Trommel oder einen Eisenkern aufwickelt, so dass sich die von den jeweiligen Strömen im Hin- und Rückleiter verursachten magnetischen Durchflutungen addieren aber nicht subtrahieren, wie es im normalen Kabel der Fall ist (s.o.).

Du hast Recht, theoretisch sollte die Induktivität sich durch die Wicklung nicht ändern. Habe sogar einen Thread gefunden, wo das jemand per Oszilloskop gemessen hat:

http://www.visaton.de/vb/showthread.php?t=14061

Bei niedrigen Frequenzen gibt es noch Unterschiede (aufgerollt/abgerollt) von höchstens mal 100 mOhm, bei höheren Frequenzen sind sie fast verschwunden. Ganz perfekt sind die beiden gegensätzlichen Spulen, die man mit einer aufgerollten Trommel erstellt natürlich nie, aber messbar ist die dadurch erfolgende Änderung des Blindwiderstandes wirklich kaum.

Nichtsdestotrotz helfen auch die (im Thread erwähnten) wenigen µHenry des Kabels (auch im abgerollten Zustand) gegen Sicherungsauslösungen im Einschaltmoment, weil die hohen Frequenzen der Stromspitzen auch mit ein paar µHenry schon merklich gedämpft werden.

Einverstanden? :-)

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Das "typische Kabelwirrwar" ist harmlos, weil da die Luft durchblasen kann zur Kühlung. Gefährlich kann es nur werden, wenn das Kabel dicht zusammengepackt, bzw. zusammengerollt ist, so dass die Wärme sich staut. Wenn dann gleichzeitig das Kabel stark elektrisch belastet wird, fängt es langsam an zu stinken und nach einiger Zeit verbrennt die Kabelisolation. Wenn Du den Versuch in der Stube durchführst, kannst Du auf diese Weise auch ein Haus damit abbrennen.

Wiso lese ich hier ständig was von Kabeltrommel ? In der Fragestellung steht nicht ein Wort davon. Aber da wir schon dabei sind ! Kabeltrommeln dürfen sehrwohl auch aufgerollt benutzt werden. Zu beachten ist dabei die maximale Belastung im aufgerollten Zustand, die bei vernünftigen Kabeltrommeln auf dem Typenschild steht (aufgerollt belastbar bis max. xxx Watt). Wenn es nicht draufsteht, wickel sie grundsätzlich ganz ab oder hau die Billigware gleich in die Tonne.

Aber mal zur Fragestellung. Ich denke das er den Kabelsalat hinter Audiogeräten und Computern oder anderen Kleingeräten meint. Dort ist die Belastung der Kabel durch die Geräte lange nicht ausgeschöpft. Die Dicke der Kabel, in der Regel 2x0,75, ist eher auf eine Mindestdicke bei Netzleitungen zu schliessen, da diese Leitungen eine "mechanische" Mindestbelastung aushalten müssen. Die Leistungsaufnahme von Audiogeräten oder anderen Kleingeräten liegt in der Regel weit unter 100 Watt, wodurch ein erwärmen der Leitungen (selbst im zusammengebundenen Zustand) nahezu ausgeschlossen ist.

einziges Problem kann sein, dass bei maximaler Strombelastung für freie Verlegung (ohne daneben liegender Kabel oder meist eher PVS Schlauchleitungen) die Grenzbedingungen für die Temperatur nicht mehr eingehalten werden, weil jetzt doch ständig eine Leitung (wenn es auch die gleiche ist) daneben liegt.

Auch wenn die Leitung verknotet ist, dann ist die Adernisolierung nicht in Gefahr, solange sie nicht über scharfe Kanten gezogen wird. Für Dauerbiegung gilt üblicherweise der 8 fache Leitungsdurchmesser als Grenze für den Biegeradius, ohne Dauerbiegung kann das auch der nur 2 bis 3 fache Leitungsdurchmesser sein, weniger aber dann keinesfalls.

Ich sehe da noch die Unfallgefahr (stolpern und einige Geräte dabei abräumen) als das größere Risiko.

das ist natürlich eine PVC und nicht eine PVS Schlauchleitung

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Kabel erwärmen sich mit der zeit und Last. Je dichter sie gewickelt und je mehr Last auf ihnen liegt, desto höher ist die Brandgefahr. Ein normaler Kabelknoten hinter jedem PC reicht aber dafür nicht aus ;)

Besten Beispiel ist eine aufgerollte Kabeltrommel an der nen E-Grill hängt. Sie würde nach ein paar Minuten ausgehen... Also, immer fleißig abwickeln..

Dann würde die Kabeltrommel selber zum Grill. :D

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Kabel können bei höheren Lasten warm werden. Die Wärme muss an die Luft abgegeben werden. Je mehr ineinander verstrickt sind oder wenn das Kabel auf einer Trommel aufgerollt ist, wärmen sich die Leitungen gegenseitig, es gibt weniger Fläche die mit firscher, kalter Luft in Kontakt kommt.

Knoten haben eine andere Gefahr, denn zieht nman die zu stramm, überschreitet man den Biegeradius der Adern im Kabel und einzelne Litze brechen bzw. der Querschnitt wird verringert. Ein geringerer Querschnitt bedeutet einen höheren Widerstand an der Stelle und es entsteht viel mehr Wärme an der verengten Stelle. Ist die Stelle sehr stark gequetscht oder zu viele Litze gebrochen, dann kann da eine Heizleistung entstehen die einfache Lötkolben bei weitem übertrifft.

Also, Strom ist immer mit Vorsicht zu genießen, das stimmt schon, aber das übliche Wirr-Warr hinter dem Komputer oder auch Audio-Video-Anlage stellt nicht wirklich ein Problem dar, solange Du nicht versuchst da Ordnung rein zu bringen und die Kabel in kleinen Windungen aufwickelst, dann hast Du nähmlich, wie Szintilator schon erwähnt, eine Spule das kan dann fatal sein weil Widerstand im Kabel = Wärme, Wärme = größerer Widerstand = mehr Wärme = ......

ja da ist was daran aber es hängt von der Umgebung und wickeldichte und so weiter ab.

wenn die Kabel zwar auf ca. 2 meter verkreuzt sind aber Luft ran kann ergeben sich keine Probleme

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wenn du eine kabeltrommel benutzt musst du sie ganz ausrollen...aber so bei einer verlängerung passiert nix wenn es lockere knoten sind

Wenn die Kabel durch die Verknotung Zug erfahren ist die standartisierte Sicherheit der VDE-Norm nicht mehr gewährleistet. So etwas kann im Extremfall auch zu einem Kabelbrand führen, da die Leitungen unter der Isolation gedehnt werden und dadurch vereinzelte Adern in den Kabeln knicken und auch brechen können. Danach hat man an dieser Stelle nicht mehr den gleichen Kabelquerschnitt wie vorher. Gerade diese angegriffenen Stellen bieten dem Strom Widerstand und können das Kabel dort erhitzen, wodurch die Isolation ebenso angegriffen werden kann. Die Kabel sollten immer schön locker liegen und nicht in irgendeiner Weise gedehnt werden.

Abgesehen davon, daß so ein "Kabelgewurstel" auch nicht sehr schön aussieht...

Ich denke das ist Unsinn , denn die Leitungen sind ja immer noch isoliert und so und da kann kein brand auf einmal ausbrechen .. Ich denke also nicht . Bin mir aber nicht ganz sicher !

Ja wat nu? Hü oder Hott oder Hottehü. ;))

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gerade durch knoten wird die isolierung stärker beansprucht,wenn denn erwärmung dazukommt,kann es sein das die isolierung durchschlägt

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@wollyuno

Durch Knoten bleibt aber die Isolierung erhalten. Wenn eine große Last dranhängt, dann sollten keine Knoten im Kabel sein, das Kabel sollte ganz der Länge nach ausgelegt sein und das Kabel einer Kabeltrommel soll auch ganz abgewickelt sein.

Ist das nicht so, kann man das als Spule ansehen und eine Spule setzt dem Wechselstrom einen Widerstand entgegen, im Knoten eine ganz kleinen, auf der Kabeltrommel einen großen, hängt da ein 12 Watt-Steckernetzteil dran, ist mit einem aufgewickelten Kabel aber nichts zu befürchten!

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@Szintilator

Die Spulenwirkung der aufgerollten Trommel führt allerdings nur zu einem zusätzlichen Blindwiderstand. Der ohmsche Widerstand, der für die Verlustwärme verantwortlich ist, bleibt gleich. Die Trommel wird also nicht wegen der Spulenform wärmer, sondern wegen der engen Zusammenlegung der einzelnen Kabel. Vor allem die innersten Schichten können die Wärme nicht loswerden und werden wie in einem Backofen aufgeheizt, bis die Isolierung dort anfängt zu qualmen.

Die Spulenwirkung kann allerdings nützlich sein, wenn man z.B. einen alten Staubsauger, eine alte Bohrmaschine oder sonstige große Geräte anschließt, die einem die Sicherung beim Start raushauen. Der Blindwiderstand führt zu einem langsameren Stromanstieg, was die Sicherung im Einschaltmoment schützt.

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@cyroth

[Edit]: Wie Opti66 weiter oben erklärt hat, wirkt eine aufgerollte Kabeltrommel kaum (sprich: nicht messbar) als Spule. Der zusätzliche Blindwiderstand entsteht also allein durch das Kabel selbst (egal in welcher Verlegeform), und er ist sehr gering.

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