Welche Synonyme kann ich statt "welche" benutzen, um einen Nebensatz einzuleiten?

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8 Antworten

Mit "der" und "welcher" sowie "die" und "welche" und natürlich dem Neutrum und dem Plural davon sind die gebrauchsfähigen Pronomen ausgeschöpft.

Es gibt dann noch so gewundene Wörter wie
"er ist derjenige, der ..." oder "sie ist eine solche, die ..."
Aber so etwas mag man schon gar nicht mehr sagen. Es klingt doch zu eigenartig.

In ganz alten Zeiten pflegten Höflinge noch "welchselbiger" zu gebrauchen. Aber das hat sich ja glücklicherweise überlebt.

Der Lehrer wollte sicher, dass du die Relativpronomen "welcher, welche, welches" durch die nicht so schwerfällig klingenden Relativpronomen "der/die/das" ersetzt.

Die Produkte, die vom Käufer konsumiert werden, ...

Das Haus, das am Stadtrand steht, ...

Umgangssprachlich sind "welcher, welche, welches" zwar nicht, aber die Relativpronomen "der/die/das" klingen natürlicher und weniger schwerfällig. Vom Stil her würden sie mir immer besser gefallen.

 

Natürlich änderte es sich in der Einschätzung, wenn man bei Prosa Sprachrhythmik eindächte. Bei sprachrhythmischer Formulierung kann teils "welche" einem "die" deutlich überlegen sein, da ansonsten durch das Fehlen einer Silbe es zu einer Unausgewogenheit im Satz kommen könnte ;).

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@adabei

Ist es nach neuem Verständnis auch, es war meinerseits auch eher scherzhaft gemeint, weil ich das Gefühl habe, daß ein Gefühl für Sprachrhythmik in weiten Teilen auf der Strecke bleibt. Übrigens sollte Dir aufgefallen sein, daß ich weiterhin die alte Rechtschreibung bediene, in der aber die Verwendung von Relativpronomen wie "welche" nicht als unerwünscht bezeichnet wurde.

Ebenfalls als "unerwünscht" gilt ja auch die Verwendung von Konjunktiv II, was aber auch eine inhaltlich reduzierende Wirkung besitzt, da früher die Bildung mit "würde" passiv, die Verwendung des Konjunktiv II aber aktiv eingesetzt wurde.

Ich denke, daß hier die Lehrerin einfach "unerwünscht" mit "umgangssprachlich" verwechselt hatte, aber "unerwünscht" ist heute ein Großteil dessen, was bis in die 90er der deutschen Hochsprache zugerechnet wurde.

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Wie kommt Deine Lehrerin darauf, daß die Verwendung von "welche" als Relativpronomen Umgangssprache im abwertenden Sinn sei? Umgangssprache heißt nicht, daß es nicht auch standardsprachlich verwendet wird, sonst hätte man bei z.B. Personalpronomen gewaltige Probleme, da alle in der Standardsprache verwendeten Personalpronomen auch in der Umgangssprache Verwendung finden. "Wlche" ist ein auch umgangssprachlich gebräuchliches Relativpronomen, dessen Verwendung nur abnimmt, da immer stärker ein parataktischer Satzbau gewählt wird. Früher wurde es häufig verwendet, da bei hypotaktischen Sätzen man dadurch stilistische Doppelungen ("Die Tür, die [welche] laut in das Schloß fiel, als die Gouvernante wutschnaubend ...") vermieden werden konnten.

Hier mag gegebenenfalls Deine Lehrerin ihrem persönlichen Sprachstil als Standardsprache gesetzt haben, in der die Verwendung des Relativpronomens "welche" nicht vorkommt, aber dessen Verwendung als rein umgangssprachlich zu bewerten, halte ich für verfehlt. Ansonsten dürfe Deine Lehrerin auch den Sprachstil von Goethe, Schiller, Hermann Hesse, Thomas Mann und Stefan Zweig für recht umgangssprachlich halten, denn sie alle haben das Relativpronomen "welche" nahezu exzessiv genutzt.

Die naheliegendsten Substitute sind "der", "die" oder "das" als Relativpronomen. Eine andere Option wären Umstellungen der Sätze. wie "das am Stadtrand stehende Haus", "Das Haus in Stadtrandlage" etc. .

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