Welche Pflanzen werden von Wellensittichen nicht gegessen?

4 Antworten

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Moin,

das wird schwierig.

Die Vögel fressen die Blätter nicht, sondern kneifen die Blätter nur ab.

Ich war in den letzten Monaten viel unterwegs, da ich in einigen zoologischen Einrichtugen probearbeiten war.

So war ich in einem Vogelpark, welcher eine wunderschöne Anlage mit verschiedenen australischen Sittichen beherbergt. Auffällig war, dass dies begehbare Voliere komplett kahl gefressen war, also nur kahle Baumstämme ohne Blätter. In dieser Voliere leben sehr viele Sittiche mehrerer Arten (Nymphen-, Wellen-, Pennant-, Cloncurry-, Rosella-, Berg-, Schildsittiche etc.). In diesem Park gibt es noch eine Voliere mit Gebirgsloris (waren einige Hybriden darunter). Auch diese Voliere war begehbar und die Vegetation war weitestgehend intakt. Hier fand man überall belaubte Sträucher, teilweise musste man die Loris in dem Grün suchen.

In einer anderen Einrichtung, welche ich besuchte, werden z.B. Rotohraras im Schwarm gehalten. Die Voliere ist wirklich überdimensional, mit 60 m Länge, 10 m Breite  und 5 m Höhe. In dieser Voliere wachsen z.B. Feigenbäume, Bambus etc. Auch der Boden weist eine große Rasenfläche auf. Es wird immer gesagt, dass Aras die Zerstörer schlechthin sind. Das konnte ich in dieser Anlage nicht feststellen. Neben den Rotohraras werden dort auch mehrere Paare Hyazintharas, Bechsteinsaras, hellrote und dunkelrote Aras etc. gehalten. Auch findet man dort einen Schwarm Banks Rabenkakadus. Alle Volieren sind wunderschön bewachsen und die Vegetation ist in einem sehr guten Zustand. Alle Volieren sind wirklich riesig.

Aus meiner Sicht gibt es hier einige Zusammenhänge und man muss einige Faktoren berücksichtigen:

Australische Sittiche sind sehr aktiv, vor allem Wellensittiche im Schwarm. Durch die Schwarmhaltung entsteht zudem Futterneid - dies fördert die "Zerstörungswut" unter den Vögeln.

Die Loris sind vom Verhalten etwas ruhiger, was man anhand der Vegetation erkennen kann.

Bei den Aras gibt es einen weiteren Faktor: Die Volieren sind extrem groß, dadurch wird mehr geflogen, das bedeutet, dass die Vögel mehr Energie für die Fortbewegung benötigen und deswegen Energie einsparen müssen. Bei den großen Papageien scheint es in Bezug auf die Zerstörung einen weniger ausgeprägten Gruppenzwang zu geben. Auch scheinen die Großpapageien insgesamt ruhiger zu sein. Durch die Höhe der Voliere scheinen die Vögel den Boden weniger aufzusuchen, da Papageien Fluchttiere sind und sich meist die höchste Position aussuchen. Dementsprechend kurz ist der Aufenthalt auf dem Boden.

Entschuldige dass ich abschweife, aber aus meiner Sicht gibt es hier einige Ansätze, die dir vielleicht hilfreich sein könnten. Ich denke, dass du längerfristig deine Voliere nicht begrünen kannst, das liegt am Verhalten deiner Tiere. Du könntest vielleicht Erfolg haben, indem du eine neue und riesengroße Voliere baust - diese würde aber eine Menge Geld kosten.

Was du aber machen kannst: Pflanze einen Baum / Strauch in die Voliere und ummantele ihn mit etwas Abstand mit Volierendraht. So können die Vögel die Pflanze nicht beschädigen. Am besten du probiert es mal mit Weidenästen im Frühjahr. Diese einfach in den Boden stecken und hin und wieder etwas gießen. Weide treibt sehr schnell aus. Alles was durch den Draht wächst wird automatisch von den Sittichen abgenagt. Ich pflanzte Anfang des Jahres einige Weidenäste von einem Meter Länge. Im Oktober waren sie bereits über zweieinhalb Meter groß und dicht belaubt.

Ist das denn schlimm? Du tust deinen Vögeln doch damit etwas gutes und sie haben zudem Spaß. Mag sein, dass es im Nachhinein nicht mehr so schön aussieht, aber welche Alternative gibt es ansonsten? Papageienvögel beknabbern grundsätzlich gerne Dinge und natürlich auch Grünzeug. Die einzige Alternative wäre vielleicht, gar nichts mehr zu pflanzen.

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