Was war an Helmut Kohl gut/schlecht?

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8 Antworten

Anders als viele es sehen und als es die Gesellschaft sieht, finde ich ist Kohl nicht der Kanzler der Einigung. Nach diesem Maßstab wäre Merkel die Kanzlerin der Flüchtlinge. Beides trifft aber nicht zu. Denn die Wiedervereinigung ist Kohl in den Schoß gefallen, so wie die Flüchtlinge Merkel in den Schoß gefallen sind. Beide mussten irgendwie damit umgehen, hatten aber mit dem Auslöser nicht sehr viel zu tun.

Die Wiedervereinigung hatte sich schon lange vor dem November 89 abgezeichnet. Der Warschauer Pakt war am Ende. Die DDR hat schon längst Milliardenkredite der BRD bekommen. Es war nur eine Frage der Zeit bis Russland die DDR aus dem Griff entlässt und der Weg für die Wiedervereinigung frei wurde.

Eigentlich muss man Kohl noch eher vorwerfen, dass er die Wiedervereinigung schlecht gelöst hat. Denn nicht nur die ostdeutschen Bundesländer hatten am Anfang zu leiden, sondern auch die Westdeutschen.

Ich erinnere an die Beteuerungen Kohls, dass man "bei der exzellenten Verfassung der Wirtschaft keine Steuererhöhungen bräuchte um die Wiedervereinigung zu finanzieren".

Jeder Blinde mit Krückstock hatte gesehen, dass es ohne Steuererhöhungen nicht gehen wird.

Also, ich meine, Kohl ist noch eher wirklich der Architekt Europas gewesen. Aber Kanzler der Einigung...mehr oder weniger hat ihm das das Schicksal eingebrockt, aber nicht sein politisches Geschick.

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Kommentar von Sirias
19.06.2017, 17:18

So ist es aber nun mal mit allem. Man muss zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein. Das ist auf der Arbeit so, in der Liebe, in der Politik....im Leben.

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Kommentar von ILASWA
19.06.2017, 17:57

Vielen Vielen Dank für deinen Beitrag!

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Kommentar von Karl37
20.06.2017, 09:27

Das ist aber eine ziemllich falsche Einschätzung der Situation von 1989/90.

Natürlich ist auch ein Kohl überrascht worden, dass diese Montagsdemonstrationen sowie die vielen Botschaftsflüchtlinge ohne Blutvergiessen zum Ende der DDR führte.

Die Wiedervereinigung aber als solche besass  die grössten Widersacher im Westen. Lediglich Bush sen. war ein uneingeschränkter Befürworter der Wiedervereinigung. Italien, Frankreich und GB waren sehr skeptisch bezüglich einem grössern Deutschland.

Kohl und Genscher erkannten sofort die Gelegenheit zur Wiedervereinigung und das hier ein kleines Zeitfenster genutzt  werden musste. Das dabei der 2+4 Vertrag mit einer heißen Nadel gestrickt wurden, ist dem Zeitdruck anzulasten und schmälert in keinster Weise die Leistung von Kohl und Genscher.

Beiden ist ein Ehrenplatz in der Deutsche Geschichte sicher.

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Das soll wohl ein Witz sein?

Über Helmut Kohl gibt gefühlte 10.000 Seiten im Internet zu lesen - er war 16 Jahre lang Kanzler in diesem Land und Du hast keine Ahnung, was man über ihn sagen könnte?

Sorry, aber das ist wirklich eine Schande.

Ich meine das nicht böse und ich sage sowas auch nicht, um Dich zu beleidigen, aber wenigstens von den ganz großen politischen Ereignissen dieses Landes, sollte man doch man doch mal was mitkriegt haben und sich eine Meinung dazu gebildet haben - und wenn das bis jetzt noch nicht der Fall war: Aus Anlass seines Todes gibt es unendlich viel über ihn zu lesen

http://www.sueddeutsche.de/politik/altkanzler-helmut-kohl-ikone-mit-loechrigem-mantel-1.1478853

http://www.gavagai.de/amigos/HHD04.htm

http://www.sueddeutsche.de/politik/nachruf-auf-helmut-kohl-der-machtmensch-aus-der-pfalz-1.1684948

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Kommentar von ILASWA
19.06.2017, 17:58

Vielen Dank! Ich gebe dir ja recht, aber ich bin im Thema Politik eine totale Niete. 

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Kohl und Gorbatschow waren verantwortlich für die Wiedervereinigung.

Kohl war Jahre später für die Spendenaffäre der CDU verantwortlich

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Kommentar von ILASWA
19.06.2017, 17:11

Sowas reicht mir eigentlich schon, vielen Dank!

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Negative Aspekte: Das Verhalten Kohls in der zweiten Spenden-Affäre (Weigerung, die Geldgeber zu benennen) wird im allgemeinen genannt. Kohl hat das ja den Ehrenvorsitz in seiner Partei gekostet.

Dann war es sicher ein Fehler Kohls, noch einmal 1998 als Kanzlerkandidat anzutreten. Er sah nicht, dass seine Glanzzeit vorüber war. Auch hatte er Schäuble eigentlich die Nachfolge versprochen und sich dann an das Versprechen nicht gehalten (angeblich).

Dann soll er seine Familie zu sehr vernachlässigt haben (sagt sein Sohn Walter Kohl). M.E. war das aber anders nicht möglich. Kohl wurde derart von allen Seiten angegriffen, lächerlich gemacht, zum Popanz erklärt; hinzu kamen die enormen Herausforderungen, die er nur bewältigen konnte, weil er alle seine Kräfte für den politischen Kampf einsetzte; für anderes hatte er keine Energien mehr. Man denke an F.J. Strauß, der ihm das Leben, wo er nur konnte, schwer machte (z.B. erklärte er ihn in aller Öffentlichkeit für unfähig). Dann: die gewaltigen Herausforderungen, welche die Wiedervereinigung mit sich brachte.

Positive Aspekte: Bei der Wiedervereinigung erwies er sich als überragender Staatsmann, als brillanter Manager des mühevollen Prozesses, der schließlich zur Wiedervereinigung führte.


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Ihm war egal, ob du eine Rente kriegst... über das Jahr 2000 dachte er nicht hinaus... Dabei hat er selber danach noch immerhin 17 Jahre lang kassiert...

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Helmut Kohl war schlecht zu seiner Familie, hat sie oft im Stich gelassen! 

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Kommentar von dandy100
19.06.2017, 18:22

Mit seinen Söhnen hat er bis zum Schluß kein Wort gesprochen, weil sie ihm vorgeworfen haben, dass ihre Mutter total vereinsamt ist - menschlich ist das wirklich armselig;

Und jetzt lässt er sich nicht mal neben der Frau, die ihm jahrzehntelang die Treue gehalte hat, begraben - der Mann ist für mich jedenfalls unten durch...

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Kauf Dir eine gute Tageszeitung von heute aus Deiner Gegend. Bei uns gab es da heute mehr als eine Doppelseite mit den guten und schlechten Seiten Kohls.

Mal schnell: Wir haben ihm die Deutsche Einheit zu verdanken und in Kritik ist er wegen der Parteispendenaffaire geraten.

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Kommentar von ILASWA
19.06.2017, 17:09

Dafür habe ich leider nicht genug Zeit, danke trotzdem für den Tipp und den letzten Satz, der war ziemlich hilfreich ehrlich gesagt. 

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Kommentar von dandy100
19.06.2017, 17:18

Wir haben ihm die Deutsche Einheit zu verdanken

Die hätte auch ohne ihn stattgefunden oder was hat er Deiner Meinung nach dafür getan?

Am Ende die Rechnung bezahlt? Das hätte jeder Kanzler getan.

Dass es zum Aufstand in der DDR gekommen ist und die Mauer geöffnet wurde, daran hat er jedenfalls keinen Anteil

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Wikipedia gibt zu seiner Person eine gute Zusammenfassung. Und dort werden zahlreiche Würdigungen und Kritiken geäussert.

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