Was tun wenn man nach einem schweren Reitunfall angst hat wieder aufs Pferd zu steigen?

10 Antworten

Du hattest in mehrerlei Hinsicht Glück:

1. Weil du wieder ganz gesund wirst

2. Weil du nicht von deinem eigenen Pferd gefallen bist.

Mir ist vor ein paar Jahren das gleiche wie dir passiert. Bei mir waren es 3 Rückenwirbel. Ich steckte gute 10 Wochen in einem Stahlkorsett. MEIN Problem: Ich bin von meinem eigenen Pferd gestürzt - im Stehen! O.k. Meine Stute hatte sich beim Stehen erschreckt und ist dann gestiegen - und ich bin wie ein nasser Sack auf den Rücken gefallen...

Mit dem "Gerüst" um mich rum konnte ich nichts, und reiten durfte ich offiziell nach 3 Monaten wieder. Habe ich auch gemacht - mit großer Angst. Ich war noch krank geschrieben und wusste genau: Wenn mein Pferd irgendwie blöde läuft und ich noch einmal runterfalle, breche ich mir wieder was! Wie hätte ich das meinem Arbeitgeber klarmachen sollen?  Aber was hätte ich tun sollen? Monatelang nur longieren? War keine Alternative.

Meine Angst hat sich übrigens wieder gelegt, hat aber ein paar Wochen gedauert. Und heute setze ich mich nicht mehr auf Pferde, von denen ich nicht sicher bin, dass sie "normal" zu reiten sind.

Du hast Glück: Du bist "nur" von einem Schulpferd gefallen. Das musst du nie wieder reiten. Zum einen: Zeit heilt alle Wunden. Deine Angst wird weniger werden, je länger der Unfall her ist.

Fange schon jetzt an, wieder in den Stall zu gehen, mal ein Pferd zu putzen oder beim Reiten zuzusehen. Vielleicht kannst nach den vier Monaten in deiner Reitschule hin und wieder ein Pferd trocken reiten - nur im Schritt, bis du dich mehr traust.

Nimm dir die Zeit, die du brauchst, um deine Angst ganz zu überwinden. Dann wirst du irgendwann wieder natürlich ohne Bedenken mit den Pferden umgehen.

Ja ganz schön ähnlich mir sagen auch alle das ich glück hatte weil ich scharf am Rollstuhl vorbei bin aber ich habe das schlimmste rum. Ich trage auch ein Korsett. Kann ich dich fragen was du damit alles machen konntest ? großen respekt an dich ich glaube das es nicht viele Leute wissen was das für eine Überwindung sein kann. Ich glaube gerade bei dir wo du dein eigens Pferd hast. Ich hoffe es wird so wie du es sagst danke :))

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@annschee18

Na ja, mein Problem: Ich habe einen eigenen Stall, den ich versorgen musste. Ging natürlich nicht. Ich musste mir viel Hilfe holen. Und ich bin in eine ziemliche Depression verfallen. Habe den ganzen Rest des Jahres zur Genesung gebraucht. Mein Korsett war wirklich aus Stahl. Ich konnte mich nicht bücken, musste immer kerzengerade sitzen. Autofahren ging auch nicht. Fast 10 Wochen lang. Ich habe dann irgendwann so eine Taktik entwickelt, wie ich wenigstens die Stallgasse fegen konnte oder mal Heu verteilen. War unbequem, aber möglich.

Anfangs habe ich das Teil gehasst. Musste es 24 Stunden tragen. Ganz besonders nachts war es hinderlich. Nach 2 Wochen hatte ich mich aber so daran gewöhnt, dass ich mich ganz nackig ohne das Teil fühlte. Ich konnte es anfangs nur stundenweise ablegen, weil meine Rückenmuskeln weg waren. Bekam dann ein anderes zum Zukletten. Damit bin ich dann geritten.

Bei so einem schweren Unfall lernt man übrigens seine wahren Freunde kennen... anfangs hatten mich alle bedauert, mir Hilfe auch beim Reiten meines Pferdes zugesichtert. Inklusive meiner Reitlehrerin. Geritten hat sie es in den drei Monaten genau 2 Mal. Den Rest der Zeit stand das Pferd auf der Weide (es war zum Glück Sommer). Ich habe mich von der RL dann übrigens getrennt...

Es mag sein, dass ein Rest Skepsis durch den Unfall über geblieben ist. Ich bin heute beim Reiten nicht mehr so waghalsig, weil ich weiß, dass ich mir beim Fallen etwas tun kann. Das hatte ich vorher nicht. Allerdings dürfte ich viele Jahre älter sein als du :-)

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Die beste Therapie ist immer die, da weiter zu machen wo man aufgehört hat mit der Erkenntnis was vor einem Unfall eigentlich falsch gelaufen ist. Du kannst Dich da natürlich hineinsteigern und die Angst manifestieren, in Deiner Frage entnehme ich schon leichte Tendenzen. Hüte Dich davor dem Pferd dabei die Schuld zu geben oder irgendwelchem nicht vorhandenen Equipment. Ein „Was hätte noch alles passieren können?“, bringt auch gar nix, andere sterben weil sie vom Stuhl fallen. Was immer hilft, ist eine starke Person die einen anfänglich begleitet, suche Dir einen männlichen Trainer. Das hat nichts Diskriminierendes, es ist ein Phänomen welches ich immer wieder beobachte und sehr gut funktioniert, denn das fehlende eigene Vertrauen holt man sich gerne bei scheinbar stärkeren Personen ab, es ist die sog. „Starke Schulter“, jeder benötigt sie ab und zu und das ist auch schon das einzige Fremdmittel Ängste abzubauen, der Rest kommt von Dir.

Ich habe schon einen Männlichen Trainer. Du hast recht das man sich überall verletzen kann. Aber Versuchen muss bzw. werde ich es sowieso. Dankeschön.

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Am besten ist wenn du es wieder langsam angehst! Nicht gleich aufs Pferd rauf sondern wieder das Vertrauen aufbauen, und zwar solange bis du keine Angst mehr hast, da Pferde diese Angst spüren und sie selbst auch nervös werden. Wenn du soweit bist, trage beim ersten Mal einfach eine schutzweste vlt fühlst du dich dann sicherer. Lg

Dankeschön ja daran habe ich noch garnicht gedacht. Habe nur so einen Protektor der voll dünn ist ( Sommer) . Kaufe mir jetzt einen besseren.

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DANKE!

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