Was sich liebt, das neckt immer wahr?

13 Antworten

  • Hm, ich bin überzeugt, dass der Spruch sprachlich stark vereinfacht ist. Gemeint ist nicht "Liebe", sondern eher "schwärmen für" oder "was wollen von" oder "flirten mit". Wenn man den Spruch so interpretiert, also "Was sich neckt, das will was voneinander!", dann trifft er meines Erachtens durchaus zu.
  • Den meisten Menschen, ganz besonders Teenagern, fällt es schwer, offen aufeinander zuzugehen. Seltsamerweise sind Neckereien, Frotzeleien, Sticheleien offenbar leichter auszuprobieren als liebenswertes Flirten oder Komplimentieren. Ich glaube, das sind ganz normale Spielvarianten des Flirtens, die man positiv sehen sollte.
  • Ich nehme an, dass mit solchen Neckereien die Aufmerksamkeit auf den Neckenden erhört werden soll. Man will sich von der Masse abheben, man will wahrgenommen werden, man will Sozialkontakt verursachen, der sonst vielleicht gar nicht zustande käme. Zugleich vermeidet Necken das offene Werben, mit dem man einen Korb riskieren würde. Offenes Werben ist auch für beide unschön, weil dann ein Nein fallen müsste, wenn man kein Interesse hat. Beim Necken kann man quasi unbemerkt einen Korb geben, indem man nicht darauf eingeht, oder aber bewusst auf den anderen zuegehn und mit ihm ins Gespräch kommen.
  • Solange die Neckereien offensichtlich liebenswert und flirtiv gemeint sind, sind sie gut und zielführend und wenn der oder die Umworbene Interesse an dem Werbenden hat, dann sollte er lieb und nett darauf eingehen.
  • Letztlich muss aber einer von beiden irgendwann den Mumm aufbringen, wirklich auf den anderen zuzugehen und weg von Neckereien hin zur Annäherung wechseln. Also zum Beispiel mal auf ein Eis oder zu einer Veranstaltung einladen, sich in die Augen schauen, sich anlächeln und anstrahlen, beim Spazierengehen die Hand ergreifen oder so ähnlich.

Wenn man jung ist, hat man meist noch nicht die charakterliche Reife seine Gefühle und Absichten so zu zeigen, daß die andere Person, das auch stets als Interesse und Annäherungsversuch interpretieren kann oder will. Dann versucht man das eben spielerisch und manchmal auch etwas unbeholfen und zweckentfremdet. Das ist ansich nicht verkehrt, solange man nicht das Gegenteil bewirkt. Dann sollte man sein verhalten ändern und die Sache auf den Punkt bringen. Wer immer nur Spielchen macht, wird auf Dauer unglaubwürdig und zurecht als unreif angesehen. Mit Gewalt kann man sicherlich nicht erwachsen werden, und wenn man altersmäßig dann soweit ist, muss das auch nicht zwangsläufig immer bedeuten, daß man sich richtig verhält oder nur noch ernst und direkt ist. Als Erwachsener hat man dann eben andere Methoden Aufmerksamket zu erregen oder Interesse zu signalisieren. Der Spaß darf auch nicht fehlen, nur findet der Gegenüber vielleicht nicht immer alles so witzig was man macht um Kontakte herzustellen. Jeder reagiert auch anders. Man lernt eben dazu, und das ist auch gut so. Alles Gute.

Es gibt einen Begriff, den ich kenne: "herumalbern" oder "albern" sein. Das ist lustiges agieren miteinander. Und in der Tat, wenn man sich liebt, dann scherzt man gerne...Es sollte aber nie in Beleidigungen übergehen, was der andre nicht hören will: "na meine Dicke" oder so...

Was möchtest Du wissen?