Was passiert wenn bei der Landung die Räder nicht raus kommen beim Flugzeug? Gibt es da noch eine andere lösung oder hat man dann verloren?

10 Antworten

Das ist nicht so gefährlich wie es sich anhört. Der Flieger wird zunächst alles nicht benötigte Kerosin in eine paar Ehrenrunden ablassen. In der Zwischezeit wird die Feuerwehr die Landebahn einschäumen. Die Passagiere werden durch das Personal angewiesen wie sie sich verhalten sollen. Dann wird der Pilot eine "Bauchlandung" (sowas wird in Flugsimulatoren geübt) hinlegen. Die Passagiere müssen das Flugzeug über die Notrutschen schnellstens verlassen und sich, ebenfalls schnellstens, von der Maschine entfernen. Meist geht so eine Geschichte recht glimpflich aus.

Der "Schaumteppich" hat übrigens nicht den Zweck das Flugzeug besser rutschen zu lassen. Er soll so weit als möglich Funkenflug verhindern, was die größte Gefahr darstellt.

Wie soll ein Flugzeug nicht benötigtes Kerosin in ein paar Ehrenrunden ablassen? Nur wenige Flugzeugtypen verfügenbin über die technischen Möglichkeiten für ein Fueldumping

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Von vornherein hat man nie verloren. Es hängt natürlich dann vom Können des Piloten ab, wie sanft er den Flieger auf die Bahn setzt. Das gilt gerade dann, wenn "nur" ein Fahrwerk versagt.

Grundsätzlich wird das Fahrwerk bei Verkehrsflugzeugen hydraulisch betätigt. Je nach Hersteller versorgen zwei unabhängige Hydrauliksysteme die Fahrwerksklappen und das Fahrwerk selbst.

Sollte das Ausfahren nicht funktionieren, kann man es auch u. U. manuell "herauskurbeln" für eine "Free Fall Extension".

Beim A330 z. B. hat Airbus eine andere Lösung gewählt. Hier gibt es nur ein System zur Versorgung (grün). Klappt das nicht, gibt es die sog. "Gravity Extension". Hierbei werden Doors und Gears über einen elektrischen Schalter entriegelt und die Fahrwerke drücken die Türen weiter auf und fallen dann in eine verriegelte Position.

Die Form der Türen sorgt dafür, dass der Fahrtwind beim Öffnen mithilft. Die Doors bleiben natürlich im Flug geöffnet, da es ja - im Gegensatz zum Normalfahren - keinen Druck fürs Zufahren gibt.

Vorteil des Systems: Nach einem manuellen Öffnen kann das System einfach wieder in den Normalmodus zurückgesetzt werden.

Nachteile: Die elektrische Notbetätigung muss funktionieren (davon ist Airbus wohl überzeugt) und die Bugradsteuerung funktioniert nicht.

Ich schreib dir als Flugzeugmechaniker.

Verloren ist man definitiv nicht. Es gibt die Möglichkeit die Hydraulikflüssigkeit, die zum fahren des Fahrwerks nötig ist, per Handpumpe zu betätigen. Sollte dies nicht klappen, kann man Stickstoff in die Hydraulikleitungen schießen und das mit ziemlich hohen Druck. Das Fahrwerk fährt aus und verriegelt, aber das kannste danach in die Tonne kloppen. :P Und zuletzt gibt es noch die Möglichkeit, die Verriegelungshaken, die das Fahrwerk oben halten, manuell zu lösen. Dazu gibt es drei kleine Hebel im Cockpit, meist am Fußboden. Das Fahrwerk fällt dann sozusagen und die Schwerkraft und Fahrtwind machen den Rest.

Dann landet das Flugzeug auf dem "Bauch". Als Passagier hast Du dabei nicht verloren, denn das Flugzeug wird bei solchen Bauchlandungen zwar beschädigt, aber das kann Dir ja egal sein. Es gehört Dir ja nicht.

Das nennt man Bauchlandung. Kann gutgehen - verloren hast Du noch nicht. Aber meistens gibt's wohl erstmal ne Extrarunde in der Luft und den Versuch, die Räder manuell rauszukurbeln.

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