Was ist wenn ich der Scheidung nicht vor Gericht zustimme?

10 Antworten

Wenn das Trennungsjahr unstreitig abgelaufen ist, dann wird die Ehe auch ohne Deine Zustimmung geschieden, wenn der Richter zu der Überzeugung gelangt, dass die Ehe endgültig zerrüttet ist.

Das kann z.B. der Fall sein, wenn der scheidungswillige Ehegatte schon seit längerer Zeit einen neuen Partner hat.  Es reicht aber auch aus, dass der Richter durch die Befragung des scheidungswilligen Ehegatten zu der Überzeugung kommt, dass dieser keineswegs mehr die Ehe fortsetzen will. Kurz: Ist der Richter überzeugt, dass die Ehe kaputt ist, so wird geschieden - egal, ob der andere Ehegatte zustimmt oder nicht.

Dass ein scheidungswilliger Ehegatte drei Jahre warten muss, weil der andere Ehegatte nicht zustimmt, kommt in Praxis so gut wie nicht vor.  

Eine Scheidung nach einem Trennungsjahr ist nur einvernehmlich möglich. Der Richter fragt beide Parteien ob sie die Ehe als gescheitert ansehen. Sagt einer Nein, wird nicht geschieden.

Das ganze verzögert sich dann auf insgesamt 3 Trennungsjahre.

Dann kann erneut der Antrag gestellt werden und die Ehe wird auch ohne die Zustimmung des anderen Ehepartners geschieden.

Das wird - zumindest langfristig - keinen Erfolg haben. Nach einem Jahr, in dem die Ehe getrennt verläuft, ist die Scheidung auch ohne Zustimmung beider Partner möglich. Das wird, nach dem was unten im Link steht, auch fast immer so gehandhabt.

http://blog.beck.de/2010/05/08/volkstuemliche-irrtuemer-im-familienrecht-ii


Falsch erst nach drei Jahren Trennungszeit ist eine Scheidung ohne Einwilligung des anderen möglich

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@EmtBayern

Ich zitiere mal aus dem Link:

"Nach einjähriger Trennung kann gegen den Willen des anderen geschieden werden, wenn der /die Antragsteller/in den Richter davon überzeugt, dass es zu einer Wiederherstellung der ehelichen Lebensgemeinschaft auf keinen Fall mehr kommen wird."

Der Autor ist übrigens Richter, dürfte also wissen, wie das gehandhabt wird.


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@Ansegisel

Ja aber genau da liegt doch der Knackpunkt. Beweise das mal, wenn der andere Ehepartner was anderes behauptet. Ein neuer Partner z. B. reicht da nicht als Beweis. 

In der Praxis werden Ehen nach einem Trennungsjahr nur einvernehmlich geschieden. In der Theorie könnte man beweisen, dass die Ehe trotz Weigerung des anderen zerrüttet ist. Aber Theorie ist Theorie. Das sind seltene Ausnahmen wo das funktioniert hat.

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@Gerneso

Ich bin natürlich kein Jurist, aber offenbar ist das nicht die seltene Ausnahme, sondern die Regel. Ich zitiere nochmal den Richter aus dem Link:

"...ist mir kein Fall bekannt, in dem ein Scheidungsantrag wegen Nichtscheiterns der Ehe abgewiesen worden wäre"

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