Was haben Aphrodite, Helena und Paris miteinander zu tun?

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Liebe Angeloma,

einen echten Rat suchst Du nicht, oder? Bitte beachte, dass auf gutefrage.net praktische Tipps und Erfahrungen ausgetauscht werden.

Lieben Gruß.

Christian vom gutefrage.net-Support

6 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Eine Suche in guten Nachschlagewerken kann weiterhelfen. Nützlich sind besonders Bücher zur griechischen Mythologie.

Bei der Hochzeit der Göttin Thetis und des Menschen Peleus waren alle Götter außer Eris, der Göttin des Streits und der Zwietracht eingeladen. Diese kam aber dennoch und warf durch die Tür einen goldenen Apfel mit der Aufschrift "Für die Schönste"!" in den Saal. Dieser wurde zum Zankapfel, weil ihn mehrere Göttinnen beanspruchten: Hera, Athene und Aphrodite.

Ein Schiedrichter war gefragt. Um Ärger für sich selbst zu vermeiden, suchte sich Zeus einen sterblichen Menschen für die Entscheidung aus. Er schickte den Götterboten Hermes mit den 3 Göttinnen zu Paris, der als Hirte im Ida-Gebirge lebte.

Dieser fällte das sogenannte Paris-Urteil. Dabei versprach ihm Hera Macht, Athene Weisheit und Aphrodite die schönste Frau (Helena). Paris gab den Apfel an Aphrodite.

Ohne eine Beschreibung, worin ein Widerspruch gesehen wird, ist in diesem Punkt ein Weiterhelfen schwierig. Ist das Problem, ob damit Helena als noch schöner als Aphrodite verstanden wird? Mit der schönsten Frau war offenbar eine sterbliche Frau gemeint, keine Göttin. Dazu konnte Aphrodites Macht auch eher ausreichen.

Danke für deine Nachfrage nach dem Widerspruch. Nichts gegen Wikipedia oder andere Lexika übrigens. Sie halten sich an die weitgehend gesicherten Überlieferungen.

Widersprüchlich indes ist das Paris Urteil aus vielen Perspektiven. Paris, OK, der war halt jung und unerfahren und wusste nicht was er tat. Aber Helena und Aphrodite?

Helena: Die schönste Frau der Welt. Sie durfte sogar frei wählen, wen sie heiratet, was damals nicht selbstverständlich war und wählte Menelaos, den König von Sparta.

Wieso sollte sie wenig später auf Paris so versessen sein, dass sie Menelaos, Tochter und Heimat im Stich lässt? Sie wusste bzw. konnte wissen, dass Menelaos ganz Griechenland gegen Troja schicken würde. Das war schon zuvor bei der Hochzeit ausgemacht.

Göttliche Macht des Eros bzw. der Aphrodite, gegen die sie nicht ankommt? Dann ist sie ein willenloses Geschöpf, das wie Paris nichts für seine Gefühle und Handlungen kann?

Mindestens Aphrodite als Göttin sollte ein Schluckelchen mehr Weitblick haben. Dass sie eine Katastrophe auslöst, wenn sie so einem Jungspund wie Paris eine verheiratete (und im Schwur der Griechen gebundene) Frau verspricht, wusste sie. Wozu sollte sie eine solche Katastrophe gewollt haben? Unter anderem brachte sie damit ihren geliebten Anchises und ihren Sohn Aeneas in tödliche Gefahr. Wozu? Nur aus weiblicher Eitelkeit? Auch sie ein willenloses Opfer ihrer Launen und Eitelkeit?

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@Angeloma

Die Aufgabe ist dann, das in einem einzelnen Text gezeichnete Bild über das Handeln der Beteiligten herauszufinden und zu untersuchen, ob trotz in Spannung miteinander stehender Gesichtspunkte eine widerspruchsfreie Deutung gewonnen werden kann.

Völlig willenlos handeln die Personen nach den meisten Darstellungen nicht. Allerdings unterliegen sie mächtigen Einflüssen und lassen sie sich von starken Gefühlen verführen. Weil sie sich selbst nicht mit entschlossener Willenskraft sich die Gegengründe über längere Zeit deutlich vergegenwärtigen, geraten entgegenstehende Überlegungen aus dem Blick.

Helenas Liebe zu Menelaos hat offenbar schon abgenommen und ein attraktiver Prinz ist für sie besonders in der Abwesenheit ihres Ehemannes sehr verlockend. Die absehbaren Folgen verdrängt sie anscheinend. Pychologisch interessant kann eine Lektüre eines fiktiven Briefes von ihr sein (Ovid, Heroides 17). In der Ilias (3. Gesang) wird sie von Aphrodite mit drohenden Hinweisen angetrieben, sich zu dem im Zweikampf von Menelaos besiegten Paris zu gesellen.

Aphrodite (Venus) ist oft sehr von Gefühlen erfüllt, was zum Teil zu einem Mangel an gut durchdachten Vorgehen führt, obwohl sie als Göttin zu mehr Klarheit und rationalem Weitblick imstande sein sollte. Sie ist daran beteiligt, eine Liebesbeziehung zwischen Dido und Aeneas auszulösen, weil sie ihrem Sohn einen sicheren Aufenthalt in Afrika sichern. will (Vergil, Aeneis). Sie übersieht aus mütterlicher Sorge, wie dies die angestrebte Stadtgründung in Italien hindert und das traurige Ende als Motiv für eine Feindschaft der Staaten eine zukünftige Belastung sein wird.

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@Albrecht

Eben eben: Es ist nichts als mangelnder Wille (bei den beiden Schönen), der zu den offensichtlichen Widersprüchen ihres Handelns führt. Nichts was sie nicht hätten wissen können, kein Schicksal, nichts.

Dank dir auch für die Hinweise zu Ovid. Den Brief schau ich mir mal an, vielleicht find ich darin auch noch einen Querverweis zu Faust´s Helena.

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Wenn Aphrodite Paris die schönste Frau verspricht, verspricht sie sich selbst in Form der Helena. Es kommt oft vor in der griechischen Mythologie dass ein Olympischer in Form eines Menschen erscheint, sogar in Form eines Tieres. Darin liegt einfach nur die Symbolik, dass Jeder die für ihn selbst schönste Frau finden kann... Wenn nun aus der Empfehlung der Aphrodite an Paris, er solle eben Helena als schönste Frau nehmen, Krieg entsteht, sagt dies einfach nur dass Aphrodite die Göttin der Liebe ist und diese Liebe über den Begriff des Krieges zu stellen ist und nicht dass Aphrodite diesen Krieg dann irgendwie gewollt oder provoziert hat. Der Zankapfel selbst kann nun nur ein Hesperidenapfel sein, da die Äpfel der Hesperiden den Göttern ewige Jugend verleihen und ein Zank, der unter diesen olympischen Göttinnen ausbricht, sich nur um die ewige Jugend drehen kann, vor allem, wenn es dabei um die Frage nach Schönheit geht. Wenn nun Aphrodite einen Gürtel trägt, der ihren Liebreiz symbolisiert, und ihr dieser Gürtel mit dem Hinweis "für die Schönste" von Hephaistos geschenkt wurde, läge es sehr nahe, in diesem Gürtel jenen Hesperidenapfel zu sehen, um den es im Paris-Urteil ging.

Hallo Gutefrage Team;

Stimmt schon. Auf einen praktischen Rat im Sinne von Bäume pflanzen zielt die Frage Griechengötter sicher nicht.

ich hab die Frage gestellt, weil: Wenn man die Geschichten um die Helden und Götter der Griechen und Römer und Ägypter alle kennt, kann man anfangen, Muster zu erkennen und sie alle zusammen zu denken.

Und das kann dann sogar lebenspraktisch werden.

Bravo. So ist es. Anscheinend versteht Christian vom Support den Begriff "Ratgeberfrage" im amerikanischen Sinne des "How to ..." = Wie köpfe ich ein weiches Frühstücksei, ohne zu kleckern?
Fürs Leben braucht man auch noch anderen guten Rat: auf einer anderen Ebene. Damit auch da nicht gekleckert wird. DH!

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In Kürze:

Paris gab Aphrodite den Apfel; Aphrodite verschaffte Paris die Gelegenheit, Helena zu erlangen.

Ich habe jetzt nicht in Wikipedia nachgesehen; vielleicht solltest Du im Brockhaus suchen. (Soll jetzt auch im Netz sein; habe aber noch nicht nachgesehen.)

Das ist doch die Story mit dem Apfel, den Paris seiner Angebeteten geben und sich dabei zwischen den beiden Damen entscheiden sollte, Oder?