Was genau zeichnet einen Psychopathen aus, mir erscheint es, dass das zu oft mit einem Soziopathen verwechselt wird?

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5 Antworten

Die Definition "Soziopath" ist in der Psychologie nicht mehr klar definiert, beziehingsweise verwenden manche Pschologen den Begriff in einem anderen Kontext als andere, bei andeten taucht der Begriff wiederum gar nicht auf und gilt als veraltet. Am ehesten wird ein Sozipath heute mit den moderneren Begriff der Dissozialen Persönlichkeitsstörung verknüpft. 

Menschen mit dieser Störung sind unfähig, ihr eigenes Verhalten gesellschaftlichen Normen anzupassen - beziehungsweise es ist ihnen völlig gleichmütig, was andere von ihnen halten. Ein Psychopath achtet dagegen sehr auf sein Umfeld und ist häufig sehr darauf bedacht, möglichst normal zu wirken. 

Beide haben wiederum gemein, eine geringe und praktisch nicht vorhandene Empathie zu besitzen, was sie wiederum unfähig macht, die Gefühle ihrer Mitmenschen nachzuvollziehen und auf sie Rücksicht zu nehmen, weshalb beide häufig nur kurze Beziehungen ohne tiefe emotionale Bindung eingehen. 

Während es dem Psychopathen in einer Beziehung aber vorrangig um Kontrolle geht und er häufig sehr extrem und besitzergreifend reagiert, gerade wenn eine Beziehung endet, so verkraftet ein dissozial gestörter Mensch Trennungen relativ schnell und nabelt sich leichter ab, er geht dann auch zügig wieder eine neue Beziehung ein. 

Psychopathen sind oft eher einzelgängerisch und haben wenig Freunde, dissozial gestörte Menschen suchen den Umgang zu anderen und haben wenig Scheu, Kontakte zu knüpfen. Ihre Freundeskreise sind häufig recht groß, auch wenn sie selten für ihre Freunde einstehen und Freundschaften eher aus nutznießerischen Motiven eingehen.

Psychopathen sind häufig Alphatiere und Führungspersönlichkeiten. Sie genießen es, Verantwortung für und Kontrolle über andere Menschen zu haben, während dissozial Gestörte oft vollkommen unfähig sind, Verantwortung zu übernehmen. 

Beide verbindet wiederum eine geringe Frustrationstoleranz und die Unfähigkeit, Fehler vor anderen einzugestehen. Weren sie mit einem Fehler konfrontiert, reagieren beide oft sehr aggressiv. Anders als der Psychopath ist ein dissozial Gestörter aber nicht in der Lage, aus seinen Fehlern zu lernen.

Der klassische Psychopath ist häufig von Geburt an oder durch ein Trauma während der Kindheit zum Psychopathen geworden, seine Gehirnbereiche, die zum Verarbeiten von Emotionen zuständig sind, sind praktisch nicht aktiv. Eine dissioziale Persönlichkeitsstörung entwickelt sich dagegen ähnlich anderer Störungen wie Borderline oder Bipolarismus in der Pubertät aus.

Psychopathen sind meist überdurchschnittlich intelligent, zwischen einer dissozialen Persönlichkeitsstörung und der Intelligenz muss dagegen kein Zusammenhang bestehen.

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Kommentar von Tamtamy
08.08.2017, 18:50

Respekt vor dieser sorgfältigen Antwort!
Im Kern gilt aber vor allem dein erster Satz:

"Die Definition "Soziopath" ist in der Psychologie nicht mehr klar
definiert, beziehingsweise verwenden manche Psychologen den Begriff in einem anderen Kontext als andere, bei andeten taucht der Begriff wiederum gar nicht auf und gilt als veraltet."

Die Internationale Klassifikation der Krankheiten, die in der aktuellen Version ICD 10 iauch für das deutsche Gesundheitswesen gilt, verwendet beide Begriffe nicht (da sie nicht klar genug unterscheidbar sind), sondern spricht von "dissozialer Persönlichkeit" und führt dort entsprechende Diagnosemerkmale auf. .
Die Begriffe 'Soziopathie' und 'Psychopathie' werden dabei als 'alte' Bezeichnungen gesehen.

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Angeblich soll Psychopathie angeboren sein und diesen Menschen könne man auch keine Nächstenliebe beibringen und seien nicht "therapierbar". Ein Soziopath freut sich am Schmerz anderer, aber die Aggression kommt aus einer Verzweiflung heraus. Wenn man die Ursache behebt, hört das aggressive Verhalten auf.

Es ist nur schwer zu beweisen, dass Psychopathen wirklich nicht therapierbar sind oder ob bisher nur noch nicht die richtigen Behandlungsmethode gefunden worden ist. Jedenfalls erreicht man mit Übungen, um Empathie zu erlernen bei den Patienten nichts.

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Kommentar von Ivan69
08.08.2017, 17:18

Für einen Sonnenzüchter oder Züchterin eine schöne Antwort

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Es ist nicht ganz eindeutig definiert, was unter Soziopathie verstanden wird, da gibt es verschiedene Schulen und Auffassungsunterschiede. Daher wird häufig der Begriff "Psychopath" verwendet, welcher ja den Soziopathen mit einschließt.

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Psychopathen können sich nicht in andere hineinversetzen. Ihnen mangelt es an Empathie und Furcht. Dafür sind sie in anderen Bereichen umso erfolgreicher. Ihre Rücksichtslosigkeit, ihr übersteigertes Selbstwertgefühl und ihre Risikobereitschaft bringt oft in Chefpositionen.
Im Gehirn eines Psychopathen sind bestimmte Areale überhaupt nicht aktiv, sie sind wie "tot".

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Meine Interpretation:

Path kommt von Pathos („erdulden“, „erleiden).

Demnach ist ein Soziopath jemand der ein Leiden/Krankheit im 
Sozialverhalten hat.

Ein Pschopath ist demnach eine Person, der ein  psychisches
Leiden/Krankheit hat.

Demnach ist jeder Soziopath auch ein Psychopath, aber nicht umgekehrt.

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