Was denkt ihr über Menschen die Selbstmord begehen?

18 Antworten

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Suizid ist nicht egoistisch. 

Lieblingsgegenargument der Menschen zu sagen, dass Suizid egoistisch ist. ,,Denk an alle Menschen, die du hinter dir lassen wirst. Willst du wirklich, dass sie leiden für dein Handeln?‘‘ Und die eindeutige Antwort wird sein ,,Nein.‘‘, obwohl es so viele Wege gab solch einer Frage, vielleicht auch rhetorische, aus dem Weg zu treten.  

Ich sehe es eher als Egoismus, wenn man versucht diesen Menschen vom Suizid aufzuhalten. Nur weil dich dieser Gedanke traurig macht, diesen Menschen nicht mehr sehen, fühlen mit ihm sprechen zu können. Klar, wir sind alle Menschen und viele von uns verspüren Emotionalität. Die meisten vielleicht auch viel zu enorm. Und klar, jedes Leben ist was Wert (??). Aber halten wir nicht andere vom Suizid auf, nur weil sie UNS wichtig sind? Ist genau DAS nicht egoistisch? Es ist das Leben von jemand anderem und sie können machen was sie wollen damit.  ,,Aber stell dir den ganzen Schmerz vor, den du deinen geliebten hinterlassen wirst.‘‘ Ja, Schmerzen. Sehr viele. Vielleicht sogar ein Leben lang. Aber was für eine Belästigung gegenüber meiner Depressionen, wie unhöflich. Und niemand hat dir geholfen, obwohl sie wussten wie es dir ging. Ganz alleine. Ja, das ist egoistisch. Menschen verdienen es nicht zu leiden, Schmerz zu empfinden (damit meine ich nur psychischen Schmerz). Niemand verdient es ganz alleine leben zu müssen. Für immer ganz alleine zu sein. All alone. Niemand der ihnen helfen möchte und niemand der bei ihnen ist, bedingungslos.  

Bedeutungslos, innere Leere. Wenn man sagt, Suizid ist egoistisch und Egoismus wird generell in unserer Gesellschaft als etwas ‘‘schlechtes‘‘ betitelt, dann sagt man automatisch, dass Suizid etwas schlechtes ist. Ist es auch, aber nicht für den Grund den man impliziert. Suizid ist schlimm, es ist furchtbar. Es ist das Ende eines Lebens. Kein Leben, kein Atem, Denken. Ende einer einzigartigen Identität. Tod. Jemanden zu verlieren ist grauenhaft und traurig, ganz egal was der Grund gewesen ist. Aber es ist nicht richtig und wir sollten aufhören zu sagen, dass Suizid egoistisch ist. Wir (nein, nicht ich) könnten glücklich darüber sein, es Wert schätzen, dass wir nicht verstehen können, weshalb jemand Selbstmord begehen möchte. Suizid ist nicht etwas, was einfach so passiert. Es ist die einzige Lösung des Suizidgefährdeten seinem Leben ein Ende zu setzen. Es ist nicht etwas, was man eines Tages beschließt zu tun. Es passiert nach einer langen, schmerzvollen, scheinbar endlosen, internen Schlacht.   

Es ist nicht Egoistisch und auch kein Handeln für Aufmerksamkeit. Es ist eine Erlösung… wie Standard es auch klingt. Der Tod IST eine Erlösung. Egoistische Menschen begehen keinen Suizid. Depressive Menschen tuen es. Wir können nicht etwas als egoistisch kennzeichnen, worüber Menschen keine Kontrolle haben. Es ist egoistisch zu sagen ‚‘‘sei glücklich, trink einen Tee oder hör Musik‘‘.  Das ist doch nicht so leicht? Man kann nicht aufhören einfach nicht mehr depressiv zu sein.  

Depressionen, Borderline, Schizophrenie, PTSB, BAS oder andere Krankeiten sind eine Einseitigkeit, Unausgewogenheit. Es zieht dich bis zum Abgrund, bevor man es schafft, sich selbst aufzufangen. Und manchmal  ist es so mächtig, das man überhaupt nicht in der Lage ist, sich selbst aufzufangen oder sich auffangen zu lassen. Suizid ist nicht egoistisch. Nicht egoistisch. Nicht. Es ist traurig, ja. Es ist nicht egoistisch. Es ist nicht für Aufmerksamkeit. Es ist eine Erlösung, Befreiung. Ein schwarzer Schatten, welcher Sie und ihre Gefühle in eine dunkle Welt trägt. Fegt sie an einen schlechten Ort und manchmal, bedauerlicherweise, finden sie den Weg nicht nach draußen. Puh, time to kill myself.  

Es ist erschreckend. Du hast mich fast schon überstimmt. Aber so gan nachvollziehen kann ich das alles nicht. Es ist mein "Job" Optimismus !

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@dilhun

Es zieht dich bis zum Abgrund, bevor man es schafft, sich selbst aufzufangen. Und manchmal ist es so mächtig, das man überhaupt nicht in der Lage ist, sich selbst aufzufangen oder sich auffangen zu lassen.

Das ist die wichtige Frage. Man kann schaffen sich selbst aufzufangen. Das geht nur, wenn man selbst daran glauben kann. Und andere Menschen können nichts anderes machen als den Menschen zu ermutigen wieder daran zu glauben. Und aus der Sicht eines Nicht-Suizidgefährdeten ist das Urteil eines Suizid-Gefährdeten, dass dieser nicht im Stande ist seinen Depressionen ein Ende zu setzen nicht glaubwürdig - oder man will es nicht glauben, weil man weiß, dass dieser Mensch einfach nur seinen Fokus von seinen Problemen ablenken muss, um wieder andere, schönere Dinge sehen zu können. Es ist sicher hart und schwer, depressiv zu sein - aber man kann von anderen Menschen nicht einfordern es zu verstehen, denn es ist im Endeffekt eine Art Blindheit, man verschließt seine Augen, und versinkt im Elend. Es gibt genügend die es rausgeschafft haben, das ist ein Beweis dafür, dass die "Positiven-Zusprecher" recht haben - es geht anders, man kann anders - man muss nur wollen. Umgekehrt kann der Selbstmörder mit seiner Tat nichts beweisen - man kann nie wissen ob er es nicht geschafft hätte sich selbst zu retten, er hats ja nicht versucht.

Die Egoismus Frage ist ein anderes Thema.. kompliziert. Natürlich steht es jedem Menschen frei es zu tun. Ich würde es im nachhinein auch niemanden vorwerfen weil ich ja weiß - dass er/sie zumindest glaubt die ultimative Lösung gefunden zu haben, man macht es, weil man es für das richtige hält - irgendwie zumindest. Es sollte nicht um Schuld gehen, aber jemand der sich nicht helfen lässt, handelt nunmal nicht sehr "Sozial".

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@LoparkaLisa
Weißt du eigentlich wovon du hier gerade sprichst?
Menschen, die zB an einer Depression erkrankt sind, würden sich gerne selbst auffangen können, würden gerne einen Knopf haben für's "Einfach Glücklich sein" - aber das geht so einfach nicht.
Wenn du eine Depression hast, dann raubt sie dir einfach dein Leben. Sie kommt, wenn es dir am schlechtesten geht, und gibt dir das Gefühl, dass das was sie dir vorschreibt das einzig richtige ist. Das einzige, was du tun oder fühlen oder denken darfst. Dass alles andere taktlos oder einfach nicht für dich bestimmt ist. Sie lässt dich denken:"Ich habe es nicht verdient, jetzt glücklich zu sein. Ich muss jetzt traurig sein weil es sich für diese Situation genau so gehört."
Du gehorchst ihr also weil du sowieso nicht weißt wie du irgendwie auf dein Leben weiter klar kommen sollst - es fühlt sich richtig an.
Aber irgendwann kannst du nicht mehr traurig sein, du kannst nicht mehr weinen. Du kannst aber auch nicht lachen und glücklich sein erst recht nicht.
Du kannst eigentlich gar nichts mehr.
Du fühlst einfach gar nichts mehr.
Da ist nur noch Leere.
Und obwohl es nur Leere ist, frisst sie dich von innen auf und wenn du nicht aufpasst, ist nur noch ein Krümel von dir übrig und die Depression macht deinen Körper, deine Seele aus.
Da ist kein Platz mehr für positive Dinge.

Dann kannst du nicht einfach sagen:"So also liebe Depression, jetzt reichts auch wieder, du kannst gern wieder dahin zurückgehen wo du hergekommen bist."

Genauso wie du als Krebskranker nicht sagen kannst:"Hey Tumor, hör auf zu streuen und bilde sich wieder zurück weil ich möchte gern gesund werden!"

Beide Krankheiten würden dich auslachen wenn du so kommen würdest.

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Schon etwas länger hier und dich nie entdeckt :) Schade. Bemerkenswerter Beitrag! Würde ich auch gerne laut hören. Top!!!

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Ich denke jeder sollte selbst entscheiden ob er weiter leben will. Klar es gibt vielleicht manche Menschen die einen lieben aber wenn der teil von denen die einen hassen überwiegt oder wenn man einfach keinen Sinn mehr im Leben sieht und sich durch jeden Tag durchquälen muss, dann wäre Selbstmord wie eine Erlösung und weiter leben eine Folter. Es kann zwar besser werden, muss es aber nicht. Ich würde niemanden der suizid begeht verurteilen weil diese Person einfach so verzweifelt war dass sie keinen Ausweg mehr gefunden hat. Manchmal kann ich diese Menschen auch gut verstehen und hätte genauso gehandelt.

Selbstmord begeht sicher keine Mensch leichtfertig oder gar um anderen zu schaden oder in Mitleidenschaft zu ziehen. Das kann natürlich im Einzelfall auch passieren, wenn z.B. jemand dem Selbstmörder schlimm zugesetzt hat. Aber das dürften die Ausnahmen sein.

Mir tun die Menschen leid, weil Sie keinen gefunden haben der mit ihnen gesprochen hat. Sie konnten sich nicht aussprechen, sie haben keinen gefunden der ihnen Mut gemacht hat und haben keinen anderen Weg mehr gesehen, als dem Leben ein Ende zu bereiten.

Schlimm, aber das wird es wohl immer und immer wieder geben.

" Sollten suizidgefährtete nicht an ihre Mitmenschen denken ?"

Umgekehrt würde ich sagen, daß die Mitmenschen sich grundsätzlich um diese Gefährteten hilfreich kümmern sollten, ihnen einen Weg aus dem Dilemma aufzeigen und sie dabei nach bestem Wissen und Gewissen unterstützen !!!

Das mußte ich jetzt sagen. "Ich habe gesprochen !"

da hilft nur erkenntnis, was ein selbstmord eigentlich ist.

---selbstmord ist immer ein falscher ansatz um probleme zu lösen.

---denn wir sind auf der erde, um alles zu lernen, was sie uns bietet.

---wird der körper des menschen von ihm selber unbrauchbar gemacht, so muß er nachtodlich so lange auf seinen selbstmord schauen, wie er noch zu leben gehabt hätte.

---er sieht dann alles, was er noch zu erledigen die chance gehabt hätte.

---das versäumte muß dann in einem nächsten leben unter erschwerten umständen nachgeholt werden, da sich alles auf der erde inzwischen weiterentwickelt hat.

---ich habe mich schon häufig mit diesem text wiederholt, aber die frager wechseln ständig. und auch die haben ein recht auf gute informationen.

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