Was bringt es mit 4 Zügeln zu reiten?

4 Antworten

moin.

der vorteil ist einfach die feinere abstufung also dosierung der zügelhilfe. du kannst die 4 zügel zwar nicht komplett unabhängig voneinander bewegen, aber durch deine handstellung kannst du sehr wohl beeinflussen, ob du mehr mit den oberen oder den unteren ( die durch den hebel stärker einwirken ) zügeln die paraden gibst.

pferdefreundlich ja oder nein- das liegt weniger am gebiss, als an der reiterhand. wobei prinzipiell das reiten mit gebiss, auch wenn seit jahrhunderten so praktiziert, einige dicke nachteile mit sich bringt ( mach dir ruhig mal die mühe und lies dir diese studie durch..:

http://www.pferdeseele.com/index.php?option=com_content&view=article&id=52&Itemid=61

45 grad bei einer kandare ist schon zuviel- je nachdem, wie eng die kinnkette geschnallt ist, wirken da enorme kräfte auf kiefer und gaumen- das bereitet schmerzen ohne ende- daher gehört eine kandare nur in erfahrene reiterhände ( wenn sie denn überhaupt verwendet wird ).

leider kann sich jeder so n ding im geschäft kaufen. wer auto fahren will, muss einen führerschein machen- aber jeder honk mit genug geld darf sich ne kandare kaufen und damit rumhantieren, ohne zu wissen, wie gemein die schmerzen sind, die man dem pferd bei unsachgemässer handhabung bereitet...

viele dinge, die im "grossen" turniersport mit pferden angestellt werden, sind extrem pferdeunfreundlich. da geht es um viel geld, und reiter, denen das geld wichtiger ist, als ein ausgeglichenes, glückliches pferd gibt es auch viele. ich hab mal auf einem CHIO in einem transporter ein trainingsgebiss gesehen, das aus einer fahrradkette bestand- ohne gummihülle, ein bleistiftdünnes gummigebiss mit an den enden aufgeklebtem schmirgelpapier, dreieckige hindernisstangen ( was meinst du wie hoch die pferde springen nur um diese scharfkantige stange nicht zu berühren )...

also kurz gesagt, folterinstrumente.

vielleicht erinnert sich auch noch der ein oder andere daran, wie gross vor ein paar jahren über das sog. "barren" berichtet wurde. dabei wird beim "springtraining" dem pferd eine hindernisstange vor die vorderbeine geschlagen, damit das pferd vorsichtiger überm sprung wird und höher abdrückt. den herrn schockemöhle, auf dessen anlage das gefilmt wurde, haben sie damit aus dem grossen sport gemobbt ( der verdient sein geld heute aber immer noch )- fakt ist aber leider, dass das bei etlichen pferden mehr gemacht wurde ( und heute immer noch gemacht wird ), also war das eine wohlorganisierte hexenjagd auf einen einzelnen, die aber nichts gebracht hat.

however- langer rede kurzer sinn, die 4 zügel haben ihren sinn, jedoch braucht man sie bei einem gut ausgebildeten, sensiblen pferd auch für hohe dressurlektionen nicht- geht auch anders.

hoffe geholfen zu haben

Also ich gehe jetzt mal von der klassischen, barocken Dressur aus(passt nicht zu Olympia und der Reitweise der FN vielleicht hilft es aber). Da ist das Ziel das Pferd einhändig auf blanker Kandarre zu reiten. Die Zügel sollten möglichst durchhängen und das Pfed eine gute Selbsthaltung haben, um dies zu erreichen wird eine relative Anlehnung erst mif einer Trense trainiert. Wenn das Tier nun weit genug ausgebildet ist, kann man die Kandarre dazu nehmen,wobei diese nur zur Feineinstellung genutzt wird. Wenn man nun 2-2 reitet, wie bei der FN zu sehen, sollten die Kandarrenzügel möglichst unabhängig von den Trensenzügeln genutzt werden, sie können aber nicht 100% unabhängig genutzt werden, da ja die Höhe der Hand auch eine Rolle spielt. Du kannst den Zügel aber frei benutzen, da du ja z.B. Ring- und Mittelfinger unabhängig von einander bewegen kannst.

Wie sieht das im Springen aus? Leider gibt es dort auch einige schärfere Zäume, wie schon gesagt wurde, da ist meiner Meinung nach eher der Bremseffekt gefragt und keine differenzierte Hilfengebung für eine genauere Einstellung.

Ist das ganze Pferdefreundlich? Ganz klar jein. Im Springen kann ich eine solche Zäumung nicht vertreten, da es dort meist einfach nur genutzt wird, weil die Menschen nicht gut genug mit den Pferden umgehen können. In der Dressur der FN sieht man leider auch viel zu oft angezogene Kandarrenzügel, weshalb sie dort meist auch eher missbraucht werden. Wenn aber nun jemand die Kandarre nutzt, weil mit ihr noch geringere Einwirkungen auf das Pferdemaul möglich sind, dann finde ich sie auch in Ordnung und kann sie vertreten.

gut erklärt ,trotzdem ;)

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@babydoll5

Beantwortet es denn deine Frage oder willst du noch was wissen?

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Ab Klasse M wird schon unterteilt nach Kandarre und nicht Kandarre.

Mit der Kandarre kommen dann ja auch automatisch die beiden Zügel hinzu.

Mehr als 45 Grad kann man eine Kandarre gkaube ich gar nicht anziehen, das dürfte anatomisch gar nicht gehen, wobei 45 ° schon viel sind.

Ein Gebiss ist immer nur so scharf wie die Hand des reiters, So mancher ist mit ner Wassertrense schlimmer als ein geübter Reiter mit weicher Hand und Kandarre.

Auch im Springen nutzt man die Kandarre oder noch häufiger das Pellham.

Die wirkung einer Kandarre kann man sich denken...

Falsch wird schon ab L in Trense und Kandare geteilt ;)

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@Tinkergirl

und was hat das jetzt mit dem 4 zügel reiten zu tun - ich meine im western wird ja auch kandare ohne unterlegtrense geritten

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@babydoll5

Kandarre ohne Unterlegtrense??? Meinst du die Gebisslose Hackamore-Kandarre?

Im normalfall nutzt man immer eine Unterlegtrense, die Kandarre ist eben nur für das sagen wir mal Feintuning, die Trense eben für die Anlehnung und auch für Hilfengebung.

Bei 4 Zügeln also 2 Pro Hand, müssen die ja auch irgendwo festgemacht werden. Also ein Paar an den Anzügen der Kandarre und ein Paar an der Unterlegtrense.

Es ist mit 4 Zügeln nicht unbedingt schwerer zu reiten, ehr einfacher weil man die Hilfen ja unabhängig von einander an Unterlegtrens und Kandarre geben kann.

Dazu bedarf es aber wie immer einer feinen Reiterhand. Kandarren gehöhren eh nicht in die Hände von Reitern die damit nicht umgehen können oder zu hart in der Hand sind. Auch die Pferde müssen erstmal an die Kandarre gewöhnt werden und die Hilfen kennne lehrnen.

Was du im Westernbereicht meinst sind die Trensen mit den Schanks (Anzügen). Die sind aber anders aufgebaut als die Kandarren die es im englischen oder Barockem bereich gibt. Es handelt sich da nicht unbedingt um Kandarren als Stande und die Anzüge sind unabhängig voneinander. Die Hebelwirkung wird auch nicht unbedingt voll genutzt. Habe mir das mal zeigen und erklären lassen von ein Paar Westerntrainern. Durch die Kinketten müsste man die Zügel schon recht stark annehmen damit überhaupt druck aufgebaut wird und es ist möglich hier auch nur einseitig einzuwirken.

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Höhere Dressur wird auf Dressurkandare geritten. D.h. Unterlegtrense und Stange mit Anzügen. Das muss mit vier Zügeln geritten werden, und natürlich kann man - wenn man es gelernt hat - die Zügel unabhängig von einander benutzen. Das muss man ja auch. Die Trense dienst zur Stellung, die Kandare zur Beizäumung.

Leider sieht man in der Tat bei vielen Reitern die viel zu starke Benutzung der kandare, die dann bis zum Anschlag angezogen ist. Das ist falsch, wird aber leider gerade bei den Rollkurern gemacht.