Warum wurde das Diplom größtenteils abgeschafft?

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7 Antworten

Es geht einfach darum, dass man in Europa einen einheitlichen Hochschul- und Arbeitsraum errichtet, in dem Studienleistungen und- abschlüsse vergleichbar sind. Wenn jedes Land seinen eigenen Studienaufbau und sein eigenes System von Abschlüssen hat, dann ist der Wechsel der Hochschule oder die auch die Anerkennung eines Abschlusses für die Arbeit im Ausland nochmal deutlich bürokratischer.

Mit Gleichmacherei oder der Absenkung von Standards hat das in meinen Augen nichts zu tun. Es wurden im Zuge der Bologna-Reform weder die Lehrkräfte ausgetauscht noch die Studieninhalte verändet. Ein altgedienter Professor macht nicht auf einmal eine andere Vorlesung, nur weil diese jetzt im Rahmen eines Moduls angeboten wird und es dafür 5 ECTS statt eines Scheins gibt.

Und zum Thema Ingenieure: Gerade die deutsche Wirtschaft hat die Einführung von Bachelor und Master begrüßt, weil durch das gestufte Studiensystem schneller dringend benötigte Fachkräfte auf den Arbeitsmarkt kommen sollten.

Dem Ruf der universitären Ausbildung in Deutschland hat das meines Erachtens nicht geschadet. Diese gilt nach wie vor als sehr gut. Kein Personaler wird den formalen akademischen Grad über die tatsächlichen Studienleistungen und -qualifikationen stellen.

Beste Grüße!

haku7 15.09.2017, 08:29

"Und zum Thema Ingenieure: Gerade die deutsche Wirtschaft hat die
Einführung von Bachelor und Master begrüßt, weil durch das gestufte
Studiensystem schneller dringend benötigte Fachkräfte auf den
Arbeitsmarkt kommen sollten. "

Schon mal versucht mit nem Bachelor ne Stelle zu finden. Viel Glück dabei. Zudem ein Bachelor ist nur die halbe Ingenieursausbildung. Und wer will schon halb ausgebildetes Personal haben.

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Ansegisel 15.09.2017, 09:49
@haku7

Nö, weil ich kein Ingenieur bin ;) Wer mit einem Bachelor keinen Job findet, der macht eben noch den Master und hat am Ende genauso lange wie ein Dipl. Ing. studiert und steht formal auch auf der gleichen Qualifikationsstufe.

Und wenn's dann nicht mit dem Job klappt, dann liegt's wahrscheinlich nicht an Bologna.

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Zweifellos war das Diplom ein hervorragender Abschluss. Aber infolge der Kolonialgeschichte hat sich mit der englischen Sprache eben auch das anglo-amerikanische Bildungswesen weltweit durchgesetzt. Da sind Frankreich und Deutschland mit ihren Diplom-Traditionen eine zu vernachlässigende Größe. Die Globalisierung der Arbeitswelt erzwang eine Normierung der Hochschulabschlüsse. Und da setzte sich mühelos die Mehrheit durch.

Die Standarts sind sicher nicht abgesenkt worden.Das gesamte Bildungssystem an den Hochschulen wurde umgestellt auf mehr Durchlässigkeit und international gleichwertige Abschlüsse wie Bachelor und Master.Allerdings herrscht ein heilloses durcheinander bei den Hochschulbezeichnungen.So sind  manche  Technische Hochschulen in Wirklichkeit  Fachhochschulen .Zum Dipl.-Ing.: an manchen Universitäten ist der Abschluß immer noch möglich.Ich finde, er klingt auch besser als Bachelor oder Master, halt nach Ingenieur.Aber das ist sicher  Geschmacksache .


Um Abschlüsse international vergleichbar zu machen.

Zudem sind die Flut an "Bätschelörs" halt billiger, als jemand mit einem anständigen Diplom oder einem neuen Master.

Supp1 15.09.2017, 05:47

Aber das ist doch der Punkt. Es hatte früher einen deutlich besseren Ruf als heute....

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Gleichmacherei der angeblich "fortschrittlichen" Globalisierer, die durch den Bologna-Prozess die angelsächsischen Vorgaben durchdrückten und den Diplomingenieur kaputt machten.

Der diplom ingenieur ist wieder am kommen. In Dresden, zwickau und in anderen Städten kannst du den wieder machen.

Ich glaube weil es die Anderen (Ing.) nicht mehr gibt.

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