Warum werden Lehrer nicht mehr respektiert?

7 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Hallo,

das liegt ganz einfach daran, dass die meisten Jugendlich, es mag Ausnahmen geben, keinen Wert legen auf Werte, Tugenden, auf gutes Benehmen. Dass ist das eigentliche Problem, die Eltern haben weder Zeit noch Interesse ihren Kindern die notwendigen Werte zu vermitteln, deswegen werden Lehrer auch immer weniger respektiert.

„Die Jugend von heute liebt den Luxus, hat schlechte Manieren und verachtet die Autorität. Sie widersprechen ihren Eltern, legen die Beine übereinander und tyrannisieren ihre Lehrer.“- Sokrates

MFG AlistairRansom

Es liegt zum Teil am fehlenden Rohrstock, der größte Teil der Respektlosigkeit ist aber der mangelnden Erziehung und der seltsamen Einstellung der Eltern zuzuschreiben. Sieh Dir doch mal die Fragen zum Thema Schule hier an. Jede zweite beginnt doch mit den Worten "Darf der Lehrer das ...?" Eltern glauben oft unbesehen ihren Kindern, ohne deren Erzählungen zu hinterfragen. Das ist eine sehr bedenkliche Entwicklung.

"Es liegt zum Teil am fehlenden Rohrstock" - was soll das heißen? Dass es Lehrern wieder erlaubt sein sollte, Kinder zu schlagen?

Willst du damit sagen, dass man zunächst davon ausgehen sollte, die Kinder sagen die Unwahrheit? Dass Eltern weniger zu ihren Kindern halten sollen (im übrigen sind meiner Erfahrung nach Eltern meist in einem für die Entwicklung des Kindes ungünstigen Bündnis mit Lehrern, wo sie doch ihre Kinder stärken sollten, was für mich NICHT heißt, GEGEN einen Lehrer zu sein!). Wo bleibt eigentlich die konstruktive Kritik?

Die Fragen "Darf der Lehrer das...?" zeigen doch deutlich, dass bei Kindern/Jugendlichen oft das Gefühl besteht, dass über ihre Grenzen gegangen wird. Welchen Grud soll es geben, das nicht ernst zu nehmen?

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@funnybirdie

Dass es Lehrern wieder erlaubt sein sollte, Kinder zu schlagen?

Steht das da? Nein. Leg mir bitte keine Worte in die Tastatur, die ich nicht geschrieben habe. Ich halte körperliche Gewalt keineswegs für ein probates Erziehungsmittel. Aber sie förderte früher sicherlich den Respekt und lies etliche Kinder lieber Zurückhaltung üben. Man kann sich Respekt und Achtung durchaus auch anders erwerben.

Der Erfahrung nach, auch bei meinen eigenen Kindern, höre ich mir immer erst auch die andere Seite an. Das wissen meine Kinder auch. Ich habe es leidlich oft erleben müssen, was für ein Unsinn bei Eltern ankommt, wenn Kinder aus der Schule berichten. Das nichts damit zu tun, dass sie bewußt lügen WOLLEN, sie haben lediglich eine veränderte Wahrnehmung.

im übrigen sind meiner Erfahrung nach Eltern meist in einem für die Entwicklung des Kindes ungünstigen Bündnis mit Lehrern,

Was meinst Du damit? Du klingst für mich wie eine dieser Übermütter, die meinen, ihr Kind vor allem, besonders den bösen, bösen Lehrern beschützen zu müssen und die es schon für eine Zumutung halten, wenn jemand Leistung von ihrem Kind fordert. Die untätig zusehen, wie ihr Kind in der Krabbelgruppe andere Kinder vermöbelt, um dann mit zuckersüßer Stimme zu flöten: "Sarahlein, ich hab dir doch verboten, den anderen Kindern die Schaufel auf den Kopf zu hauen." (Selbst erlebt!)

Aber ich hoffe, ich täusche mich da.

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@Kristall08

Ui, das war ein Missvertändnis, ich habe niemandem etwas in dem Mund legen wollen. Ich habe eine Frage gestellt. Ich wollte wissen, ob es so gemeint war, weil es für mich so klang. Es wäre möglich gewesen... In England z.B. wäre, laut einer Umfrage, die ich vor kurzem gelesen habe, ein Großteil der Bevölkerung dafür, dass Lehrer Kinder wieder schlagen dürfen, das fand ich schon erschreckend.

Ich glaube, körperliche Gewalt hat noch nie Respekt gefördert. Niemand empfindet Respekt für jemanden, der ihm Gewalt zufügt, sondern Angst - das ist m.E. ein großer Unterschied. Vom Ergebnis her mag es wie Respekt aussehen.

Ich denke auch, dass Schüler und Lehrer eine unterschiedliche Wahrnehmung haben können - wie bei allen Interaktionen zwischen Menschen. Aber ich denke, selbst wenn ich nach Anhören beider Seiten zu der Erkenntnis komme, dass mein Kind Dinge anders wahrnimmt als der Lehrer, so sollte ich beide - aber besonders mein Kind - ernst nehmen und fragen, wie das kommt. Und selbst, wenn ich denke, mein Kind sieht das falsch oder übertrieben, so sollte ich auch dann fragen, wie das kommt.

Übermütter? Das klingt wie ein Schimpfwort - ein positiver Begriff soll es deiner Beschreibung zufolge wohl auch nicht sein. Ich frage mich, wieso meine Worte eine so extreme Assoziation hervorrufen. Ich kann nur sagen, ich habe schon einige Male mitbekommen (nicht bei meinen Kindern, die sind noch nicht im Schulalter), dass Eltern extremen Druck auf ihre Kinder ausüben und sich selbst vom Druck, den Lehrer auf sie ausüben unter Druck setzen lassen, anstatt mal zu ihrem Kind zu stehen und es zu unterstützen, besser klarzukommen - und: um sicherzugehen, "unterstützen" bedeutet nicht(!), Fronten gegen irgendeinen bösen Lehrer zu bauen, sondern kritisch evtl. auch einmal einen Lehrer anzusprechen und zu hinterfragen bzw. dem Kind zur Seite zu stehen, mit dem Lehrer klarzukommen. Ich erlebe zu oft, dass Eltern dann denken, ihre Kinder seien nicht so, wie sie sein sollten und sollten sich ändern - anstatt einmal zu schauen, in welch einem System sich alle befinden, und dass die Kinder doch sehr nachvollziehbar reagieren (Lehrer oft auch).

Was mein Satz oben mit deinem Übermütter-und Krabbelgruppenbeispiel zu tun haben soll, kann ich nicht nachvollziehen. Ich fühle mich nicht angesprochen. Respekt bedeutet für mich nicht, zu tolerieren, wie mein Kind einem anderen die Schaufel überbrät.

Allerdings finde ich den Gedanken interessant, dass es eine Zumutung sein könnte, wenn jemand von einem anderen Leistung fordert. Warum soll jemand anderes verlangen, was ich wann leiste (oder mein Kind), warum soll das Kind nicht die Möglichkeit bekommen, selbst etwas leisten zu wollen (und auch selbst zu entscheiden, was). Warum soll ich etwas leisten, was ein anderer vorschreibt und weil ein anderer das will und nicht etwas, was ich selbst für sinnvoll erachte und weil ich es will? Ich glaube, das ist für Kinder nicht weniger unangenehm als es für uns Erwachsene wäre. Aber natürlich haben Lehrer und Schüler da nicht so wirklich die freie Auswahl aus einem üppigen Büffet...

Also, nichts für ungut.

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@funnybirdie

Hallo,

aufgrund seiner Erfahrungen neigt man natürlich dazu, eine nicht unparteiische Position einzunehmen. Wenn man also hauptsächlich solche Erfahrungen wie in dem Krabbelgruppenbeispiel beschrieben macht, verstehe ich es, daß man dazu neigt, Eltern, die die Position ihres Kindes verteidigen, vielleicht auch mal schneller als "Übermütter" o.ä. abzustempeln. Ich zum Beispiel kenne einfach viel mehr Beispiele, in denen Eltern dazu neigen, dem Lehrer mehr Glauben zu schenken als ihrem eigenen Kind. Konkret kenne ich da beispielsweise eine Familie mit einem 16jährigen Sohn, der häufig mal Ärger in der Schule hat und auch nicht die besten Noten. Ja, auch seine Darstellungen der Situationen sind manchmal verzerrt/übertrieben o.ä., aber ich habe auch schon oft erlebt, wie er eine Situation versucht hat, fair wiederzugeben, seine Eltern aber davon ausgegangen sind "es sei bestimmt wieder mal seine Schuld gewesen". Aufgrund solcher Erlebnisse neige ich dazu, eher die Seite der Schüler/Jugendlichen/Kinder zu vertreten.

Daß man im ersten Moment parteiisch ist, wie stark auch immer, ist normal und auch vollkommen in Ordnung, denke ich. Um fair zu sein, sollte man sich diese Tatsache nur in jeder neuen Situation wieder bewusst machen und versuchen, nicht vorschnell zu urteilen. Denn ich glaube, jeder weiß im Grunde, daß es mal so und mal so ist... Es ist nie so, daß immer die Lehrer Recht haben, genauso wenig stimmt aber auch immer die Darstellung der Schüler. Ein wichtiger Unterschied ist nur: Lehrer und Schüler haben verschiedene Rechte und werden unterschiedlich ernstgenommen. Generell nehmen die meisten Menschen einen Erwachsenen ernster als ein Kind oder einen Jugendlichen. Da sehe ich es allein schon deshalb als Pflicht der Eltern, sich neben ihr Kind zu stellen, denn es hat sonst niemanden, der für es eintritt. Und damit meine ich nicht, daß die Eltern die Worte des Kindes für bare Münze nehmen sollen. Jede Schilderung eines Konfliktes ist subjektiv und daher verzerrt - sowohl die eines Kindes als auch die eines Erwachsenen. Es geht nur darum, daß das Kind jemanden braucht, der für sein Rcht eintritt, ernstgenommen zu werden. Selbst wenn Eltern sich gegen die Lehrer stellen, haben diese immer noch andere Leute hinter sich, andere Eltern, andere Lehrer, die Schulleitung oder andere Erwachsene, die sie darin bestätigen, daß sie ein Recht auf ihre Meinung haben. Wenn Eltern dies nicht bei ihrem Kind tun, wer tut es dann? Deshalb finde ich es wichtig, daß Eltern erst einmal ihre Kinder unterstützen, indem sie einen fairen Dialog verlangen, in dem die Meinung des Kindes genauso ernst genommen wird wie die des Lehrers.

Liebe Grüße, Levanna

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Viele Lehrer sind nicht mehr so streng wie früher, doch das ist wohl ziemlich das Schwächste Argument. Ich schätze, durch lockerere Erziehungen, mehr Gewalt in den Medien(Liebe Kiddys und Gleichaltrige, sorry es ist einfach so). Hm, wen können wir denn noch die Schuld zu schieben? Genau, den Jugendlichen bzw. Kindern... Sie haben mehr Freiheiten als Früher, deswegen meinen Manche wohl, sie dürfen auch alles.

Ist diese Antwort ernst oder ironisch gemeint - "wem können wir noch die Schuld zuschieben?"

Sie haben mehr Freiheiten als Früher - endlich! - deswegen setzen sie sich auch entsprechend dafür ein! Was nicht heißen soll, dass dies mit Respektlosigkeit gegenüber Lehrern verbunden sein soll/muss.

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