Warum treffen wir eigentlich eine Unterscheidung in belebte und unbelebte Materie?

9 Antworten

Du triffst schon in deiner Frage sehr viele Annahmen.

Wenn man davon ausgeht, das Dasein wäre determiniert, kein freier Wille (Seele oder irgendsowas)

Somit brauche ich kein Experte dafür sein, um als Antwort zu schreiben, dass nicht jeder von deinen Annahmen ausgeht. 

Für jemanden, der überhaupt nicht darüber nachdenkt, ergibt sich schon rein intuitiv, dass das Leben nicht vergleichbar mit einem Stein ist, der den Berg herunter rollt.

Du hättest genauso gut auch suggestiv fragen können, wieso wir mehr als Materie sein wollen, wo wir doch nur Materie sind.
Da nimmst du aber deinen Lesern zu sehr das Denken ab und würgst anderen das Wort ab.

Für jemanden, der überhaupt nicht darüber nachdenkt, ergibt sich schon rein intuitiv, dass das Leben nicht vergleichbar mit einem Stein ist, der den Berg herunter rollt.

Es ist oft gut, wenn man über Dinge nachdenkt, dann merkt man, dass vielleicht manches auch eine Täuschung ist. =)

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@Irmin35

:/ Ich weiß ja nicht. Mir passiert es sehr selten, dass ich durch Nachdenken merke, dass etwas eine Täuschung ist. Über Kommunikation allerdings ist mir das schon öfter passiert.

Wenn ich durch etwas getäuscht wurde, ist es für mich sehr schwierig, die Täuschung zu durchschauen, besonders durch reines Nachdenken.

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@Irmin35

An manche "Täuschungen" will ich sogar festhalten, solange es einen Grashalm gibt, an dem ich mich festhalten kann, sodass es nicht mit 100%iger Sicherheit sich um eine Täuschung handelt.

Ich mag es, an Werte zu glauben und an den freien Willen. Dass es beides nicht gibt und wenn nicht wenigstens auf irgendeine interpretierbare Art in irgendeiner Betrachtungsweise in irgendeinem Kontext, weigere ich solange zu akzeptieren.

Depressive bringen sich um, weil sie keinen Sinn im Leben sehen, weil niemand ihnen zeigt, dass sie einen Wert haben. Aber auch wenn nicht, die Gefahr ist sehr groß, dass sie unglücklich werden und bleiben.

Meine persönliche Erkenntnis / Erfahrung mit Menschen ist, dass solche Degradierungsgedanken des Menschen und des Lebens daraus resultieren, dass jemand unglücklich oder depressiv ist und erstaunlicher Weise weniger, dass solche Gedanken dazu führen unglücklich und depressiv zu sein. 

Solange ich dem Leben einen Wert zu messe und an den freien Willen glaube, ist das ein gutes Zeichen. Und solange nichts zu 100 % bewiesen wurde, ist es noch kein Selbstbetrug und noch keine Selbstverleumdung. - das ist meine persönliche Sicht darauf. Es mag jeder so sehen, wie er will.


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@Suboptimierer

Zu verstehen, dass es keinen freien Willen gibt, war für mich das größte Geschenk. Man braucht auf keinen Menschen mehr böse sein, man versteht, dass es keine guten oder bösen Menschen gibt, nichts aus sich selbst heraus existieren kann und alles miteinander verbunden ist. Ich finde es auch eine beeindruckende Vorstellung, dass im Moment des Urknalls schon feststand, dass wir einmal geboren werden. Aber vor allem war es ein Geschenk, weil ich auf niemanden mehr böse sein habe müssen und man braucht sich keine Vorwürfe für nichts mehr machen, weißt du was da auch für ein Ballast weg fällt.

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@Suboptimierer

Du bist wohl so wie jeder auf irgendwen böse. Dieses Gefühl der Verbundenheit mit der gesamten Schöpfung kannst du so sonst gar nicht haben. Außerdem gibt es sicher irgendwen über den du dich ärgerst oder sagst der Lehrer war ungut usw. und so kannst du jeden Menschen ehrlich verzeihen. ;)

Edit: Und ich bin halt auf gar keinen böse und nicht nur nicht auf die "meisten".

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@Irmin35

Wenn ich mich in deinen Gedankengang versuche, hinein zu versetzen, bräuchtest du niemandem etwas verzeihen. Es gibt nichts zu verzeihen. Alles ist normal und hätte nicht anders kommen können.

Aber wenn du auf der Folterbank liegen würdest, dann würdest du dir bestimmt schon denken "Ach muss das jetzt sein?" Du wärest persönlich betroffen. Deine Denkweise ist ganz gut, wenn dir viel Schlechtes widerfahren ist und wenn du vielem vor deiner "Erleuchtung" böse warst. Die Denkweise macht es dir aber unmöglich, zu trauern, dich auf oder über irgendetwas zu freuen und es hemmt dich, gegen etwas vor zu gehen. Es müsste dich zielloser machen.  
Und immer wenn sich jemand irgendwie als "erleuchtet" darstellt, dann wirkt das nach außen, wenn du dich ungeschickt ausdrückst, schnell so, als würdest du dich über andere erheben oder für etwas besseres halten.

Wir haben alle unsere Überzeugungen. Dass du deinen Weg gefunden hast, freut mich. Da ich auch relativ glücklich bin mit meinem Leben, können wir uns nun gemeinsam freuen.

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@Irmin35

Und noch etwas möchte ich sagen:

Zu verstehen, dass es keinen freien Willen gibt, war für mich das größte Geschenk.

Mit dem Satz machst du deine Frage zu einer rhetorischen. Du müsstest wissen, warum unterschieden wird, weil du einst selbst unterschieden hast. Da schimmert dieser leichte, unterschwellige Missionierungsgedanke durch. 
Du drängst dich uns als Lehrer auf, nicht als jemand, der sich ernsthaft eine Frage beantworten lassen möchte.

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@Suboptimierer

Ich hab die Erkenntnis eigentlich ja nur im Hinterkopf und sie ist mir ein Trost. Natürlich freu ich mich wenn etwas gut läuft und ich eine gut Note bekomme. Aber wenn jemand grauslich war, brauch ich mir nicht denken, dass der böse ist, außerdem hemmt es mich dem Typen auch was Gemeines zu tun und es ihm "zurückgeben zu müssen" - viele Menschen sind leider so.

Genau, es gibt nichts zu verzeihen. Richtig.

Ich hab den Begriff "Erleuchtung" glaub ich nicht verwendet.

Ich hab sicher vorher meine Meinung zu dem Thema (meiner Frage) gehabt, wollte aber gerne wissen, was andere dazu sagen.

Ich habe konkrete Pläne, mach jetzt (noch) eine Ausbildung in der Pflege und möchte dann noch eine Ausbildung als Sozialpädagoge machen. Für mich war meine "Erleuchtung" schon wichtig, da sich daraus für mich ergibt, dass alles miteinander verbunden ist und somit immer einer Arbeit im sozialen Bereich der Vorzug zu geben ist.

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@Irmin35

>Zu verstehen, dass es keinen freien Willen gibt, war für mich das größte Geschenk.

Es scheint ihn nach neueren Forschungsergebnissen aber doch zu geben:

https://www.uniklinik-freiburg.de/nc/presse/pressemitteilungen/detailansicht/presse/892.html

>Warum sich freier Wille und das bislang wichtigste Gegen-Experiment der Hirnforschung nicht widersprechen müssen, erklärt ein neues Modell von Freiburger Forschern

Außerdem kann man den Freien Willen kaputt machen, z.B. durch die Kombination von Wahrheitsseren mit Hypnose, beide einzeln können das nicht. Wer unter dem Einfluss eines Wahrheitsserums steht, z.B. Natrium-Thiopental, und ZUSÄTZLICH unter Hypnose, der hat nicht mehr den Eindruck über einen Freien Willen zu verfügen. Alles was man zerstören kann, das muss auch in der Wirklichkeit geben und nicht nur in unserer Vorstellung. 

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@Maarduck

Wenn es dir wichtig ist, dann glaub halt daran. Für mich klingt das so, wie wenn mir jemand der Christ ist erklärt, warum es doch Gott gibt und so weiter ...

Eben, man kann nichts zerstören, was es nicht gibt. Warum sollte man durch Wahrheitsseren und Hypnose den "freien Willen" zerstören können?

Und das von dem Typen in dem Link ist halt ein Erklärungsversuch. Da gibt es ja noch ganz andere Punkte, als das Libetexperiment.

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Im Materialismus ist es tatsächlich kein Unterschied. Wenn es nur Materie gibt, kann man nicht wirklich von "Leben" sprechen, daher auch nicht von "Mensch" oder "Person".


"Leben" ist eine biologische Definition, es gibt 5 Kriterien:


+Wachstum,

+Stoffwechsel (ein-/ ausatmen, essen/ ausscheiden),

+Bewegung,

+Fortpflanzung

+Reizbarkeit


Dies alles unterscheidet Pflanzen, Tiere, Menschen von der bloßen Materie.


Dann gibt es noch weitere Qualifikationen, die Tiere gegenüber Pflanzen haben.


Und schließlich Qualitäten, die sich nur beim Menschen finden.


Ein konsequenter Materialist kann da natürlich keine Unterschiede feststellen. Vielleicht ist für den ja alles programmiert wie ein Computerspiel.


Fragt sich dann nur, wer es so intelligent programmiert hat und wer Jahrmillionen lang so fasziniert davon ist, es von morgens bis abends und die ganze Nacht hindurch zu spielen.


Im Sinne was war die erste Ursache ... Aber das empfinden von Zeit ist ja subjektiv und der würde da nix spielen, der würde einfach zuschauen, da ja im Anfang dann schon alles feststand.

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Vor dem Warum kommt das Ob.

Nicht jeder trifft diese Unterscheidung.

Wobei es bei mir daran liegt, dass ich die Erscheinung Leben nicht in Wesen aufteile.

Und auf dein weiteres Gesülze will ich nicht eingehen.
Wimmelt zu sehr von Wenn/Warum/Was/Sonst

Informiere dich, oder lass es bleiben!

 Herzlichen Dank ... O.o Manchmal muss man auch gar nix posten, glaub mir, das kann ich verschmerzen. ;)

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