Unterscheidung zwischen Mensch und Tier nach aristoteles

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Der Mensch gehört nach Auffassung des Aristoteles zu den Tieren, unterscheidet sich von den anderen Tieren aber durch seine Vernunftbegabung, durch die er sich besonders auszeichnet (Stufenmodell der Natur).

Seine Aussage ist: Von den Tieren/Lebewesen hat allein der Mensch Logos (Aristoteles, Politik 1, 2, 1253 a 9 – 10).

Die Stimme ist zwar ein Zeichen des Schmerzlichen und Angenehmen/Lustvollen und deshalb auch bei den anderem Tieren vorhanden (denn ihre Natur gelangte bis zu der Stufe, Wahrnehmung/Empfindung des Schmerzlichen und Angenehmen/Lustvollen zu haben und dies einander zu zeigen), der Logos aber dient dazu, das Nützliche und Schädliche und daher auch das Gerechte und Ungerechte darzulegen. Denn dies ist den Menschen gegenüber den anderen Lebewesen eigentümlich, allein eine Wahrnehmung/ein Empfinden für Gut und Schlecht, Gerecht und Ungerecht und anderes zu haben. Die Gemeinschaft darin begründet aber Haushalt und Staat [Polis] (Aristoteles, Politik 1, 2, 1253 a 11 – 18).

Das griechische Wort Logos (λόγος) hat viele Bedeutungen. Im Textzusammenhang kommen Bedeutungen wie Sprache, Rede, Überlegung, Gedanke, Verstand und Vernunft in Frage. Gesucht wird etwas, das nach Meinung des Aristoteles ausschließlich beim Menschen vorhanden ist, nicht bei anderen Lebewesen. Bei einer Wiedergabe als Sprache müßte inhaltlich etwas enthalten sein, das über Kommunikation unter Tieren (Tiersprache) hinausgeht. Bei Sprache könnte an vernünftige Rede gedacht werden oder weitergehend Logos als Vernunft verstanden werden. Ein möglicher zusammenfassender Ausdruck ist „sprach- und vernunftbegabtes Lebewesen“. Der Form der ersten Aussage entsprechend kann diese Wesensaussage zum Menschen griechisch folgendermaßen ausgedrückt werden: ζῷον λόγον ἔχον (zoon logon echon)

Die anderen Tiere leben die zum größten Teil nach der Natur, einige wenige auch nach Gewohnheiten/Bräuchen/Verhaltensweisen, der Mensch aber auch nach Logos. Denn er allein hat Logos. Daher ist es nötig, daß dies übereinzustimmen. Denn vieles tun sie an den Gewohnheiten und der Natur vorbei durch den Logos, wenn sie einander überzeugen, es verhalte sich anders besser (Aristoteles, Politik 7, 13, 1323 b 3 – 7).

Aristoteles nimmt eine Stufung von Seelenkräften/Seelenvermögen an (vgl. vor allem Aristoteles, Πεϱὶ ψυχῆς/Über die Seele/De anima):

a) nährende/nährfähige (vegetative) Seele (θϱεπτικὴ ψυχή), zuständig für Ernährung/Stoffwechsel, Wachstum, Fortpflanzung (sie haben alle Lebewesen, einschließlich der Pflanzen)

b) wahrnehmende (sensorische/sensitive) Seele (αἰσθητικὴ ψυχή), zuständig für Sinneswahrnehmung, verbunden mit Empfinden (sie haben Tiere)

c) denkende (rationale) Seele (νοητικὴ ψυχή), zuständig für das Denken (sie haben Menschen

Siehe Aristoteles' Pyramidenmodell! Oder: „Der Mensch ist nicht nur Tier plus Vernunft, sondern ein völlig anderes Wesen“, sagt die Leipziger Philosophie-Professorin Kern.

Das Tier ist vernunftbegabt. Bei dem Menschen wird das bezweifelt.

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Man braucht gar nicht bei Aristoteles nachzulesen, um diese Aussage als Unsinn zu entlarven!

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