Warum sprengt man sich in die Luft obwohl Selbstmord eine Sünde ist?

19 Antworten

Also nicht das ich das gutheiße, ich bin auch kein moslem, aber ich habe mal irgendwo aufgeschnappt, dass diese leute das garnicht als selbstmord sehen! Stell dir vor, du opferst dich im kampf, das macht dich ja zum märtyrer, also du schnallst dir waffen und granaten um und kämpfst bis du draufgehst... Die sehen das wohl auch so, du schnallst dir die bombe um und opferst dich im kampf gegen irgendwen! Damit ist es kein selbstmord, sondern ein aufopfern für deinen gott! Natürlich ist es in jeder hinsicht dämlich, ich will auch damit keinesfalls sagen, dass ich dieser deutung der sachlage zustimme! Lg

Ich habe die Erfahrung gemacht, das Glaube und alles was damit in Zusammenhang gebracht wird sehr interpretationsfähig ist.

Ich beziehe das ausdrücklich auf alle Religionsgemeinschaften.

Insofern neige ich dazu, religiöse Regelwerke misstrauisch zu betrachten und ihnen keinen großen Wert beizumessen.

Erstens schreihen sie eher sowas wie "Gott ist Größer", dann ist es erlaubt Selbstmord zu erleben, wenn man dadurch auch andere mit in den Tod reist. Zu sterben und dabei den Willen von Allah zu vollbringen, ist eine Garantie für den Himmel.

Eine der Möglichkeiten wird schon zutreffen.

  • Selbstmord ist lt. ihrer Interpretation des Islams keine Sünde.
  • Es werden politische Ziele über religiöse gestellt.
  • Es ist Sünde, aber für eine "gute Sache". Nach dem Motto "Wo gehobelt wird, fallen Späne."

Verstehe aber zum letzten Punkt hätte ich eine Frage - Welche gute Sache?  

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@zockerinnnnn

Die gute Sache könnte aus Sicht eines Terroristen sein, Ungläubige als Feind Gottes anzusehen und deren Bekämpfung für ehrenvoll zu erachten.

Selbstmordattentäter begehen ja nicht nur Selbstmord. Sie töten vor allem andere. Und das könnte aus ihrer Sicht die "gute Sache" sein.

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@zockerinnnnn

Es kann auch etwas sehr Einfaches dahinter stecken. Die Terrororganisation verspricht, sich um die Familie zu kümmern. Sie verspricht dem Attentäter das Paradies und ein Maximum an Ehre.

Der Attentäter braucht sich dafür "nur" in die Luft sprengen und irgendetwas rufen, das markant für die Terrororganisation ist, etwas was andere Mitglieder motiviert und als Vorbild dienen soll.

Ich will damit sagen, dass es sogar möglich ist, dass sie so etwas rufen, ohne überhaupt gläubig zu sein, einfach nur aus einem Gefühl der Verbundenheit heraus und einem Gefühl, für die richtige Sache zu sterben.

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religiöse Ziele SIND politische Ziele, da Religion ein politisches Konstrukt ist.

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@marylinjackson

Das ist nicht verallgemeinert, sondern Fakt.

Religion ist ein politisches Konstrukt, welches mit verantwortlich ist eine Kultur zu erzeugen.

Ein Kult, eine Sekte bzw. ein Glaube wird erst dann zur Religion, wenn er politische Zwecke verfolgt und auf Regierungsebene mitmischt bzw. versucht die Regierung zu beeinflussen und ihnen ihren Weg aufzudrängen.

Die meisten Völker der Weltgeschichte sind erst stark geworden, als sie eine Religion schufen bzw. von einer übernommen wurden.  Religion war bis ins 18. Jahrhundert in 95% aller Nationen maßgeblich an der Gesetzgebung beteiligt. Ohne Religion wären viele Völker nicht so stark geworden, da das Konzept eines Alleinherrschers irgendwie legitimiert werden musste. Bloße Stärke oder Geburtsrecht konnten niemals ausreichen. Es konnte sonst immer ein stärkerer kommen (was dennoch vielfach geschah) und die Herrschaft beanspruchen. Ohne sich dabei auf Götter zu berufen war aber in den meisten Fällen nicht möglich. Man musste das Volk überzeugen, dass es Gottes Wille sei. Andernfalls hätte es große Probleme gegeben, z.B. indem das Volk sich auflehnt, weil sie Angst haben die Götter zu erzürnen.

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@wildcarts2

Wenn du Kulte, Sekten und Glauben ausklammerst, bleibt ja nicht mehr viel, gegen das man deine Aussage prüfen kann.

Wir haben das Christentum, den Islam, den Buddhismus. Was gibt es noch? Taoismus (oder ist das auch nur eine Sekte)? Schamanismus?

Jedenfalls haben die östlichen Religionen (die laut deiner Definition keine sind) selten politisch mitgemischt. Ich habe schon einige Eastern gesehen. Das wäre mir aufgefallen.

Also machst du im Prinzip alles am Islam und Christentum fest und vielleicht noch an einigen Religionen, die es nicht mehr gibt.

Jedenfalls reicht das Fernostbeispiel, um deine unberechtigte Verallgemeinerung zu verdeutlichen.

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@Suboptimierer

Der japanische Gottkaiser ist das typische konkrete Beispiel, wie aus einer der vielen fernöstlichen philosophischen Weltanschauung eine Religion wird.

Man könnte das noch mit dem Beispiel der Kim-Dynastie vervollständigen. Ein lebendiger Gott und kein virtueller beherrscht alles.


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Der "Gott dieser Welt" (Offb.12,9) ist so raffiniert, dass viele sogar glauben, es gäbe ihn garnicht (Ps.53,2).

Die "anderen tun", was "er" sagt (Offb.17,1-6).

Nur wenige (Lk.12,32) glauben Jesu (Joh.14,6; Röm.6,23).

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