Warum sind Menschen so oft beleidigend gegenüber Andersdenkenkenden?

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20 Antworten

Dazu gibt es einen Grund: Gesellschaft.

Die Gesellschaft ist so einfach gestrickt, nur in schubladendenken zu sortieren und alles, was nicht in Schubladen passt und/oder nicht in deren Schublade/Sichtweise passt als 'unnormal/schlecht/dumm/krank/(hier weitere negativen Begriffe oder Beleidigungen einsetzen)' zu definieren.

Das, was die Mehrheit befürwortet ist aus deren Sicht das normale, das einzig richtige. Toleranz und Verständnis ist für sie ein Fremdwort.   Eher stößt man bei Ihnen auf taube Ohren und sie wüssten alles besser ohne sich mit gewissen Dingen auseinandergesetzt zu haben. Denn zum Verständnis gehört auch dazu, dass man sich auch mit der anderen Seite beschäftigt, als sich nur mit der Seite auseinanderzusetzen, die man als 'gut' oder richtig erachtet.

Gute Beispiele an denen man es sehen kann ist z.b.

Die Politik (links- und rechtsradikalen "unsere Sicht sind gut und wer anderer Meinung ist, ist ein nazi/verrät die eigene Bevölkerung")

Religion ("Christentum/islam/usw. Ist die einzig wahre Religion" oder "alle Religionen sind der letzte rotz")

Homosexualität/transsexualität/(andere diverse sexualitäten)/Jungfrauen im höheren Alter ("das ist doch krank, unnormal")

Introvertiertheit ("warum können Sie nicht auf andere Leute zugehen? Sind sie selbst schuld, wenn sie irgendwann alleine sterben")

Wenn fremde Menschen behaupten, einen zu kennen und einem grundlose Vorwürfe nachwerfen, bloß weil sie nicht zu Argumentationen fähig sind...

All solche Dinge habe ich als Person, die gerne Dinge aus mehreren Blickwinkeln betrachtet, erleben müssen. Und immer habe ich vergebens versucht, ihnen etwas zu vermitteln, aber die Gesellschaft ist offensichtlich nicht bereit, ihren Horizont zu erweitern.

Ich für meinen Teil möchte etwas verändern. Rede und schreibe gerne über Tabuthemen, wozu sich Betroffene oft niemals trauen würden (egal ob ich selbst betroffen bin oder nicht). Und ich habe tatsächlich bei einigen Betroffenen, stillen mitlesen etwas bewirkt. Ihnen gezeigt, dass man mit manchen Dingen offen umgehen kann und sie sich dafür nicht schämen oder schlecht fühlen brauchen.

Denn dadurch, dass niemand etwas dagegen sagt, werden weiterhin Suizide stattfinden, von verzweifelten Menschen, die sich von der Gesellschaft ausgestoßen fühlen (das ist oft ein suizidgrund). Und damit unterstützt man auch kein Mobbing. Alle Menschen, die nicht in das gesellschaftliche Bild passen, werden gemobbt und schickaniert. Und auch das kann viel Schmerz in einem verursachen, sodass viele Menschen auch mangelndes Selbstbewusstsein und Minderwertigkeitskomplexe haben.

Ich bin ganz bewusst für eigenständiges denken, anstatt mich an die Gesellschaft dranzuhängen und irgendwas nachzuplappern. Und ich bin auch für Toleranz und Verständnis. Nur, wenn man seinen Mitmenschen zuhört und alles aus vielen Perspektiven betrachtet, sie somit verstehen und akzeptieren kann, können die Menschen miteinander koexistieren.

LG

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Kommentar von AJuergen
22.11.2016, 16:30

Das hast du sehr schön beschrieben , dem ist nichts hinzuzufügen .

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Kommentar von Yuurie
23.11.2016, 01:41

Danke. :)

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Ist dir schon mal aufgefallen, dass viele Menschen an der Tastatur sehr viel mutiger sind, als im realen Leben?

Das liegt daran, dass das Netz immer noch als Versteck angesehen wird. Leute, die sich nicht trauen, können hier ungeschminkt ihre Meinung verbreiten, ohne Konsequenzen befürchten zu müssen.

Ich kann dir nur raten, dich davon nicht beeindrucken zu lassen.

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Das ist ein gruppenpsychologisches Phänomen, Menschen trauen sich viel mehr, wenn sie das Gefühl haben, anonymer Teil einer gleichgesinnten Gruppe zu sein. Grund dafür ist die Erkenntnis, dass eine Bestrafung oder Reaktion auf die Einzelgrenzüberschreitung der einzelnen Person innerhalb der Gruppe mit erfahrungsgemäß viel Aufwand verbunden wäre (man müsste das Individuum zunächst von der Gruppe trennen), sich gegen die ganze Gruppe richten würde (wenn die Einzelperson verurteilt wird, fühlt sich die ganze Gruppe verurteilt und ist solidarisch mit der Einzelperson) sowie dass Grenzüberschreitung immer ein relatives Konzept ist und Grenzüberschreitungen anderer die eigene Grenzüberschreitung weniger wichtig und verbrecherisch machen.

Beispiele hierfür sind: Essensschlacht, Gefängnisaufstand, Mobbing, Gewalt gegen Polizei bei Demos, U-Bahn-Schläger, standesrechtliche Erschießung oder eben Beleidigung und Menschenfeindlichkeit im Internet

Bei all diesen Dingen geht es darum, dass Menschen sich Dinge trauen, die sie sich ohne die Gruppe niemals trauen würden. Denn die Grenzüberschreitungen, die zuvor als mit Sanktionen und sozialer Ächtung bestraft wahrgenommen und deshalb nicht durchgeführt (aber davon fantasiert) wurden, werden dann plötzlich unter dem Deckmantel der Anonymität durch die Gruppe umgesetzt. Wenn sich die Schuld für etwas auf mindestens zwei Individuen verteilt, wird diese Schuld häufig insgesamt niedriger bewertet und es wird mehr Verständnis für die Beteiligten aufgebracht. Grund dafür ist das Wissen, dass Menschen sozial abhängige Wesen sind und dumme Dinge tun, wenn sie das Bedürfnis haben, sich in der Gruppe zu profilieren. Wenn die Gruppe etwas extrem Grenzüberschreitendes tut (z.B. Rentner in der U-Bahn zusammenschlagen), gibt es innerhalb dieser Gruppe fast schon die Erwartung, dass sich jeder daran beteiligt. Denn dann verteilt und anonymisiert sich die Schuld und es wird zur "Tat der Gruppe", sodass kein Einzelner sich nachher dafür schuldig fühlt, weil jeder es auf den Rest der Gruppe schieben kann. Das gleiche Konzept ist der Grund, warum es im Krieg oft standrechtliche Erschießungskommandos gab. Wenn 10 Leute gleichzeitig den Deserteur oder Gefangenen erschießen, muss sich kein Einzelner ein schlechtes Gewissen machen (bzw. sich z.B. wegen seiner Religion sorgen). Und bevor du sagst "aber das macht keinen Sinn, wenn man es mal richtig durchdenkt", das stimmt zwar, aber darum geht es nicht. Es geht nur darum, dass es für die einzelnen Gruppenmitglieder leichter durchzuführen ist.

Und schließlich noch zur Frage, warum Menschen so grob beleidigend und persönlich statt argumentativ vorgehen. Damit erzielen sie Aufmerksamkeit. Vorsichtig formulierter Populusmus hat keine guten Zukunftsaussichten. Es geht um das voreilige Ziehen von Schlüssen, das Aufstellen krasser Tatsachenbehauptungen und die emotional-gehässige Inszenierung davon, wie "die da oben" den "kleinen Mann" verarschen. Würden diese Menschen argumentativ vorgehen, würden sie mit Leichtigkeit widerlegt werden und die Gegenseite könnte das niedrige Niveau an Sachlichkeit einfach gegen sie verwenden (wie man jedes mal hier bei GF.net sieht, wenn jemand Rechtes mal seine verquere Weltsicht offenlegt).

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Das ist in anderen Bereichen leider nicht besser. Was glaubst du, was los ist, wenn Atheisten auf Christen treffen... da ist Polen offen, wie es so schön heißt.

Das liegt nicht (nur) am Diskussionsthema, sondern daran, dass sich viele Menschen im Internet komplett anders geben als im wirklichen Leben. Niemand würde in eine Kneipe reinkommen und rumbrüllen, dass gläubige Menschen kindliche denkdende, indoktrinierte Idioten sind. Aber hier und bei Facebook und anderswo ist das eben so.

Zur Verteidigung des Internets muss man allerdings auch konstatieren, dass viele Themen auch sehr ans Eingemachte gehen. Das heißt, es prallen oft nicht einfach nur "unwichtige" Meinungen auf einander, sondern ausgeprägte Weltbilder. Und wenn diese von jemand aus Blödsinn abgetan werden, knallt es eben. Da wird des dann sehr schnell sehr emotional. Egal, ob das ein atheistisches oder ein christliches Weltbild betrifft. Egal, ob es Impfgegner oder Impfbefürwörter betrifft. Egal ob es linke oder rechte Ansichten betrifft.

Ein bisschen mehr Netiquette würde uns allen gut tun.

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Hallo!

Diese Gesellschaft ist alles in allem erheblich intoleranter & verbohrter, als sie es jemals zugeben würde. Dazu gehört insbesondere, dass man auf Andersdenkende - egal wie sich ihr Denken von der Masse differenziert - bzw. von Mainstream abweichende Menschen gerne mal schießt wo es nur geht, diese menschlich abwertend behandelt und abqualifiziert. 

Man schmückt sich gern mit warmen Worten à la "Toleranz". Es klingt gut, es hat was... Aber gerade dort, wo von Milde, Wärme, Christlichkeit, Toleranz und Nächstenliebe sowie ähnlichen "Werten" gepredigt wird bzw. man gebetsmühlenartig immer drauf rumreitet, geht es mit Abstand am unsozialsten zu. Und wer wirklich Mut zur Menschlichkeit hat, betont das nicht bzw. beweist es durch sein Handeln!

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Hallo djNightgroove,

die gleiche Erfahrung habe ich auch gemacht.

Nach meiner Erfahrung gibt es da zwei Typen:

- Jemand wird beleidigend, weil er persönlich davon betroffen ist und selbst mit dem Thema Probleme hat oder mit einer Sache nicht fertig geworden ist.

- Jemand möchte sich gerne zum Thema äußern, hat aber leider zu wenig Argumente: Die Menge der Beleidigungen  bzw. persönlichen Angriffe ist umgekehrt proportional zur Argumentationsstärke.

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Das liegt vor allen Dingen daran, dass sich Menschen durch von den eigenen abweichende Standpunkte (unbewusst) angegriffen fühlen.Nach dem Motto: "Es kann nur eine Wahrheit geben und das muss meine sein." Die Idee, dass man sich selbst irren könnte, dass es Dinge gibt, die man (noch) nicht verstehen kann ist unerträglich.

Und dann kommt die Anonymität des Internets dazu, wo man sich mal so richtig "auslassen" kann, ohne Gaefahr zu laufen, sich zu blamieren. Denn welche Argumente der andere auch vorbringen mag, man kann immer stereotyp behaupten: "Ich habe recht und du hast unrecht. Also musst du ein Idiot sein."

Die meisten Menschen merken dann gar nicht, dass sie dadurch viel mehr über sich selbst aussagen, als über den anderen, den sie beschimpfen.

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Kommentar von djNightgroove
23.11.2016, 12:04

Danke für deine Antwort. Stimmt, es gibt ja auch Menschen, die absolut nicht kritikfähig sind und alles gleich als persönliche Beleidigung sehen. Das ist wohl so ähnlich.

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Ich meine, jeder kann doch seine Meinung haben, da muss man doch nicht gleich ausfallend und beleidigend werden. Da werden andere als blöd und hirnlos oder sogar als Gefahr für den Rest der Menschheit bezeichnet und ich finde diesen Umgangston einfach grauenhaft

Es ist doch so ,dass Menschen sobald sie die Mehrheit hinter sich wissen scheinbar das Recht haben Andersdenkende fertig zu machen . So ist es bei kritischen Anmerkungen übers Impfen genauso, wie das schier unumstößliche Wissen um die Tugenden moderner Medizin...... .

Dann geht es darum zu verhindern, dass vermeintliche "Idioten" Anhänger finden die sich deren manchmal revolutionär wirkenden Ansichten anschliessen . Das sind dann Sekten und was noch alles was aus den Schubladen gezogen wird.

Warum ? Vielleicht sind sie selbst betroffen (?)  (Berufsgruppen die von Gutgläubigen abhängig sind) 

Gibt sicherlich auch welche, die es gut meinen und der Welt gutes tun wollen Dabei merken sie dann gar nicht, dass sie denen in die Hände spielen die oft legitimiert  Unheil über Menschen bringen .

Klar, weil die Behandlungsmethoden derer ja wissenschaftlich bewiesen ist, und das andere ja dann Charlatanerie und somit Geldschneiderei sein muss .

Ist ja alles auch anonym...... 

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Es gibt genug Menschen, die sich in Foren und bei Facebook austoben. Dem wird oft keinen Riegel vorgeschoben.

Woanders trauen sie sich das wahrscheinlich nicht und im Internet ist halt alles so schön anonym.

Hier werden Beleidigungen gelöscht, ist Dir vielleicht schon mal aufgefallen?

Ich habe hier schon ganz normale Antworten gegeben und dann ging die Post ab, einfach ignorieren. Es gibt halt Menschen, die meinen, sie müssten unbedingt beleidigend werden, um ihren Standpunkt durchzusetzen. Findet man überall, sind nicht wichtig!

Nicht ärgern lassen! lg Lilo

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Es ist einfacher zu beleidigen als die andere Sichtweise zu akzeptieren. Jeder ist anders und jeder hat eine andere Sichtweise. Aber viele sehen nur die Stärken ihrer Sicht und  wollen schwächen nicht erkennen, deswegen wollen sie andere herabsetzen um ihre Sicht dadurch unbewusst oder bewusst zu stärken

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Da gibt es viele Gründe  wie z.B. mangelnde Bildung mit Neigung zu Vorurteilen, mangelnde Toleranz, mangelnde Menschlichkeit  und Nächstenliebe usw.

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1. ist es anonym, weshalb bei vielen Menschen normalerweise existierende Schranken fallen. das ist meiner Meinerung nach der Hauptgrund.

2. ist es aber auch eine Frage, was du unter beleidigend ansiehst. Zu dem Beispiel Impfen: Ganz ehrlich, es gibt seeeeehr viele Argumende für das Impfen, nur interessiert das Impfgegner leider recht wenig. Und Fakt ist, dass es in der Tat für andere Menschen bedrohlich sein kann, wenn einige nicht geimpft sind (hängt natürlich auch sehr von der Krankheit ab). Vergangenes Jahr ist in Berlin ein kleines Mädchen an den Masern gestorben. Warum? Weil zu viele Eltern heute der Meinung sind, Impfen sei schlecht. Ist es unter diesen Umständen wirklich eine Beleidigung, diese Leute als Gefahr zu bezeichnen?????

Also kurz gesagt, natürlich sollte man nicht ausfallend werden. Aber ich denke unter Umständen kann man durchaus deutliche Worte finden. Immer in dem Maße, in welchem man es auch einem Freund ins Gesicht sagen würden (was ich beim Thema Impfen auch schon getan habe).


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Ganz einfach, wenn man keine Argumente hat, dann wechselt man auf die persönliche Schiene und fängt an, den jeweils anderen harab zu stufen, quasi als letztes armseeliges Mittel, doch noch irgendwie die Oberhand zu behalten, auch wenn man sachlich längst unterliegt.

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Guten Tag.

Mir ist dieser unsachliche und unverschämte Ton einiger Mitmenschen auch schon aufgefallen. Das liegt im Internet vor Allem daran, dass es ziemlich anonym ist. Man kann an dem Nicknamen ja nicht wirklich erkennen wer dahinter steckt.

Mein persönlicher Tipp. Nimm  diese Leute einfach nicht ernst. Entweder man diskutiert vernünftig oder nicht !!!

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Im Netzt kann man doch so gut pöbeln. Weis ja keiner wirklich,w er man ist. Und warum Benehmen, wenn man auch einfach mitd er axt dreinschlagen kann.

Ist leider eine Unsitte, die mittlerweile sehr verbreitet ist.

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sicher gibt es diese Diskussionen!

Ich erlebe das leider auch immer wieder mal, daß ich solche Antworten, bzw. Kommentare bekomme u. weiß dann, was zu tun ist.

Verhindern kannst du es nicht, es gibt auch hier, genauso wie im realen Leben nun mal solche "Zeit Genossen"!

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"Anonyme sind die feigen Mutigen"....auf das bezogen....was du in deiner Frage zum Ausdruck bringst

Wut ist ein Gefühl.....und gehört zum menschlichen Dasein  wie Trauer..Freude und Angst...

Emotionen werden öffentlich gemacht.....jeder nach seiner Fasson....

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Weil sie denken, sie hätten höheren Niveau. Aber so sind auch Philosophen! Die eigene Meinung ist immer Priorität und eine andere Meinung ist immer zweitrangig.

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Sowohl in sozialen Netzwerken als auch hier auf gutefrage habe ich
mehrere Diskussionen verfolgt, dabei ist mir aufgefallen, dass viele
keinen sachlichen Ton anschlagen, sondern sehr oft verbale
Beschimpfungen zu finden sind. 

liegt an der anonymität im netz.. da trauen sich viele vieles..............

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