Warum sind mehr Männer als Frauen Sterneköche oder bekannte Köche?

9 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Letzten Endes ist das ein handwerklicher Beruf. Und in denen sind außergewöhnlich erfolgreiche Frauen immer noch die Ausnahme. Auch wenn im häuslichen Bereich unfairer Weise kochen zu den Aufgaben der Frauen, wird ihnen oft die Möglichkeit verwehrt im Handwerk aufzusteigen. Ich denke nicht, dass allgemein Männer oder Frauen kreativer und experimentierfreudiger sind.

-

Jeder, der schonmal in einer professionellen Küche mit mehr als 3 Köchen war, wird festgestellt haben, was dort für ein Klima herrscht. Es mag auch Ausnahmen geben, ich habe aber weder in meinem Bekanntenkreis, noch im TV eine einzige Ausnahme gesehen. Obwohl ich meine bei einer mobilen Küche von Käfer einen recht entspannten Chef gesehen hatte. Aber der war auch schon 36 Stunden auf gewesen. Diese Atmosphäre trifft Frauen, die sich in dem beruf versuchen meist noch wesentlich heftiger, ähnlich wie bei Polizei oder Kampfeinheiten des Militärs.

-

Also es handelt sich nicht um mangelndes Talent der Frauen, sondern um klassische Diskriminierung, strukturelle Gewalt über die wir die Tage gesprochen hatten...

Bravo - nein, bravissimo - und das von einem Mann! Wie erfreulich!!

0

Vielleicht ist die Erklärung viel einfacher. Abgesehen von der fast militanten Arbeitsteilung - d.h. Chefkoch und Untergebene - handelt es sich bei all diesen Köchen um Profis. Also; warum werden so viele supergute Köchinnen nicht Profi? Weil die Riesentöpfe , Pfannen etc. ,die in der Gastronomie u.a. auch verwendet werden, richtig schwer sind. Für ca. 4-6 Personen zu kochen, heißt durchaus, auch zu improvisieren (selten, bei zwei bis drei Personen jedoch oft) - bei der Bekochung von vielen Personen ist das aber absolut nicht möglich. Da muß man sich schon an ausprobierte Rezete halten. Insbesondere in der Gastronomie, weil Gäste leider das bestellen, was sie beim letzten Besuch als gut empfunden haben. Ein kreativer Koch (oder Köchin) kann also nur in der gehobenen Gastronomie arbeiten. Und (nicht nur)erweh irrt sich, es gibt sehr viele, sehr gute Köchinnen, die sehr kreativ, abwechslungsreich und rezeptfrei kochen. Meine Gäste zählen mich übrigens dazu. Aber als Profi? Nie im Leben!!!

Meine Mutter war übrigens Küchenchefin, damals hieß das Chefmamsell im Kleinen Fährhaus an der Außenalster. Und später in einem Laden an den Kolonaden, da waren noch Kohleöfen angesagt und die Flammen schlugen meterhoch. Ein bißchen weiß ich schon wovon ich hier Schreibe, liebe Lilo.

0

Denk doch einfach mal an die Arbeitszeiten, es wird noch nachts und in Etappen gekocht - die Arbeitszeiten und Bedingungen sind nicht gerade geeignet für Frauen mit Familie. Ausserdem wurden viele erst nach Auslandserfahrung Sterneköche. Es werden mittlerweile aber immer mehr Frauen.

Weil Männer sich gern spezialisieren und es besonders gut machen wollen. Frauen wollen gern immer alles gleichzeitig machen und den Gesamtüberblick behalten, das geht dann auf Kosten von Fantasie und Genialität.

Aber Ausnahmen gibt es ja immer...

Männer sind am Herd experimentierfreudiger als Frauen, glaub ich.

Frauen kochen häufig genau nach Rezept, das tun Männer so gut wie nie.

Ich koche selbst, und wenn ich keine Idee hab wie irgendwas geht, guck ich meist im Hering (Kochbuch für Profis) kurz nach was ich an Grundzutaten brauch, mehr steht da auch nicht drin. Und dann Zauber ich etwas nach Gutdünken, manchmal gehts auch Schief, aber "so what"

Klar, das ist wunderbar als Privatkoch - und überraschend und kreativ auch. Aber möchtest Du in der Gastronomie auch das "Opfer" eines kreativen Kochs werden - wenn er mal einen nicht so guten Tag hat?

0
@LiloB

Hallo Lilo, ich hab da schon gearbeitet, und ich hatte nie ein Problem, das mag aber durchaus auch an mir Persönlich liegen. LG RW.

0