Warum nicht Professor?

9 Antworten

Die Lösung bietet Wikipedia:

Professor oder  Professorin ist in der Regel die  Amts- und  Berufsbezeichnung oder der  akademische Titel des Inhabers einer Professur. Anders als etwa beim  Doktorgradhandelt es sich nicht um einen  akademischen Grad. Professur (von  lateinisch  profiteri in der Bedeutung „sich öffentlich als Lehrer zu erkennen geben“) bezeichnet im deutschen Sprachraum primär eine Funktion im Lehrkörper einer  Hochschule.
In  Deutschland und der  Schweiz kann die Bezeichnung  Professor unter bestimmten Umständen auch als  Ehrentitel an Personen verliehen werden, die keine Professur bekleiden – beispielsweise an Künstler. Im Bundesland  Baden-Württemberg kann die Bezeichnung Professor oder Professorin ohne Zusätze als nichtakademischer Ehrentitel an verdiente Bürger verliehen werden (siehe  Professor (Ehrentitel in Baden-Württemberg)). In  Österreich ist  Professor auch ein Berufs- bzw. Ehrentitel und ein Amtstitel für ernannte Lehrer an höheren Schulen.
Die Hauptaufgabe von Professoren an Hochschulen ist idealtypisch die eigenverantwortliche Durchführung von wissenschaftlicher  Forschung und  Lehre (im Sinne des  humboldtschen Bildungsideals). Professur und  Lehrstuhl sind nicht unbedingt miteinander verbunden – jeder Lehrstuhlinhaber ist Professor, aber nicht umgekehrt. [...]

Tja, bei Euch in Österreich ist ja auch jeder, der ein bißchen nach was ausieht, gleich ein Herr Doktor oder früher als es noch klangvolle Titel gab, ein Herr Geheimrat oder sonstwas - egal ob es stimmt oder nicht.

Man kann das höfliche Schmeichelei nennen oder einfach nur Schmäh, in Österreich schüttet man eben gern ein bißchen Zuckerguss über die Realität, das ist einfach eine Frage der Mentalität.

Deutschland ist in dieser Hinsicht aber immer noch geprägt durch sein preußisches Erbe, und da gibts keine Schaumschlägerei, keinen Zuckerguss und nicht mehr Schein als Sein.

Ein Lehrer ist kein Professor, das ist ein akademischer Titel, der ihm nicht zusteht Punkt.

Gymnasiallehrer heißen bei uns Studienräte, Oberstudienräte, Studienrektoren und als Direktor eines Gymnasiums ist man Oberstudiendirektor

So sind wir Preussen eben - Goethe hat uns da sehr geprägt, eben nicht mehr scheinen zu wollen als man wirklich ist.

Mir wurde von einem Österreicher älteren Semesters vor vielen Jahren erzählt, dass es in AT mal einegrößere Debatte gab (in welcher Form weiß ich nicht), weil manche studierte Berufe schlecht verdienten & schlecht angesehen waren (u.a. Lehrer). Und zur Befriedung hat es sich durchgesetzt, dass man in Österreich Leute mit "Herr Magister/Frau Magistra", "Herr Professor", usw anspricht, und dass akademische Standard-Titel wie Mag. auch auf Visitenkarten stehen, selbst wenn jemand als Sekretär/Hausmeister/whatever arbeitet. Und im Falle der Lehrer, hat es sich wohl in dem Zuge durchgesetzt, sie Professor zu nennen, obwohl sie nicht mal Professoren sind. Meine Vermutung ist, dass sich daraus auch entwickelt hat, dass mein österr. Prof. (ein echter) mich als Student mit "Herr Kollege" ansprach.

Es ist also keine deutsche Eigenart, sondern eine österreichische.

Das ist halt typisch Östereich, da gießt man eben ein bißchen Zuckerguss über die Realität und was Titel betrifft, hat man es dort noch nie so genau genommen.

Wer nur ein bißchen nach was aussieht, wird direkt mit Herr Doktor oder sogar mit Herr Graf angesprochen - habe ich alles schon erlebt - man will halt ein bißchen schöntun und schmeicheln; das ist der berühmte Wiener Schmäh, der auch einen Lehrer direkt zum Professor befördert.

Da sind wir hier nüchterner und immer noch preussisch geprägt, hier herrscht Ordnung und keine Schaumschlägerei, dazu sind wir viel zu ernsthaft ,-)

Vielleicht manchmal zuviel....

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Wie kommt es in Deutschland zu solch einem drastischen Lehrermangel an Schulen?

Also ich habe an der Universität Koblenz-Landau am Campus Koblenz studiert. Dies ist eine eher jüngere und kleinere Uni. Einer der Schwerpunkte dort ist die Lehramtsstudium und zwar für nahezu alle Fachrichtungen und Schulformen. Diese Studiengange sind alle Jahr für Jahr total überlaufen. Jedes Jahr verlassen ein paar Hundert Studenten als fertig ausgebildete Leher diese Universität.

In Deutschland wird es noch etliche weitere und sicherlich auch deutlich größere Universitäten geben, in denen Lehrer ausgebildet werden.

Wenn ich jetzt mal ganz ganz vorsichtig schätze, würde ich mal sagen, dass die Zahl der Lehramtstudenten, die ihr Studium Jahr für Jahr erfolgreich abschließen in ganz Deutschland deutlich im 4-stilligen Bereich liegen dürfte.

Und wenn solch ein junger Lehrer an einer Schule angestellt wird, wird er/sie diesen Job sicherlich ein paar Jahrzehnte machen. Und es kommen ja jedes Jahr etliche frisch ausgebildete Lehrer dazu.

Nun frage ich mich, wie bei solchen Voraussetzungen ein Lehrermangel entstehen kann. An zu wenig frisch ausgebildeten Lehrern kann es meiner persönlichen Meinung nach nicht liegen.

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Professor für Doktorarbeit finden?

Hallo, ich bin bereits berufstätig, im mittleren Lebensalter und habe neben meinem Beruf schon mehrere historische Fachbücher und Aufsätze geschrieben, die gute Kritiken bekommen haben. Nunmehr habe ich mir überlegt, mein nächstes geschichtswissenschaftliches Buch mit der Anfertigung einer Dissertation zu verbinden. Eigentlich hatte ich gedacht, dass es mit diesen Voraussetzungen leicht sein müsste, einen Doktorvater zu finden, nämlich: 1. benötige ich keine Assistentenstelle an irgendeinem Institut bei irgendeinem Professor an irgendeiner Universität - mit anderen Worten: Die Uni muss für mich keinerlei finanzielle Mittel aufwenden; 2. Durch meine rege Publikationstätigkeit in den Jahren seit meinem Studienende bin ich sehr erfahren in wissenschaftlicher Forschung (Quellenerschließung), so dass ein Professor als Doktorvater auch nur sehr wenig Betreuungsaufwand mit mir haben würde. - An meiner alten Uni hatte ich bei den Historiker-Professoren nachgefragt u. die Dekanin hatte sich auch redlich für mich verwendet. Auch an anderen Unis hatte ich nachgefragt, aber nur Absagen erhalten. Ich hatte den Eindruck, dass 1. die Professoren wenig Arbeitslust hatten und dass es sie 2. wurmt, wenn ein Uni-Externer einfach so nebenbei eine wissenschaftliche Fachleistung erbringt. Mir ist es auch bekannt, dass es Institute gibt, die gegen hohe Gebühren von mehreren 1000 Euro Doktorväter "vermitteln". Das kommt aber absolut nicht in Frage für mich. Daher die Fragen: 1. Kennt jemand Mittel u. Möglichkeiten, wie man einen Doktorvater im Bereich der Geschichtswissenschaften in Deutschland finden kann, ohne persönlich an allen Geschichtsfachbereichen in Deutschland vorstellig werden zu müssen? 2. Gibt es eine Möglichkeit, einen Professor mehr oder weniger mit rechtlichen Mitteln unter Verweis auf den Bildungsauftrag der Universitäten sachte dazu zu zwingen, eine Dissertation zu betreuen, wenn der "Doktorand in spe" nachweislich schon gute Qualifikationen nachweisen kann und das Thema bisher unbearbeitet ist? Über Eure Antworten würde ich mich sehr freuen!

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