Warum muss ich manchmal lachen, wenn ich traurig bin?

7 Antworten

Kann gut sein, dass du (mehr oder weniger unbewusst) mit dem Lachen die Traurigkeit in dem Moment überspielen willst, dir vielleicht nicht eingestehen willst, dass du traurig bist. Es gibt Menschen, die lachen ihr ganzes Leben lang rund um die uhr, um damit etwas zu überspielen. Aber das alles ist schwer zu sagen, da ich dich nicht kenne. Ich denke, das wirst du für dich selbst herausfinden müssen

Eigentlich ist es bei mir so, dass ich es nur vor anderen Menschen eher zu verdecken versuche, wenn ich traurig bin. Ich selbst weiß aber, dass ich es bin und akzeptiere es soweit ich weiß auch. Trotzdem könnte Deine Theorie evtl. stimmen, ich werd mal versuchen, der Sache weiter auf den Grund zu gehen. Dankeschön!

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Hallo C.,

Lachen und Weinen liegen viel dichter beieinander als 'man' normalerweise denkt. Und so wie es Freudentränen gibt, gibt es auch Lachen beim Trauern. Es gibt ja sogar so etwas wie Galgenhumor, also Lachen in Situationen, die lebensbedrohlich bis tödlich sind. Und das Schluchzen, die intensivste Form des Weinens ist dem Lachen sogar körperlich ähnlich.

Vergiss, dass Lachen und Weinen Gegensätze sein sollen, dass man nur in Trauer weinen und nur in Fröhlichkeit lachen darf. Beides kommt, wann es will und es tut gut, wenn man dann auch bereit dafür ist.

Ich glaube, dass beides durch emotionale Lernprozesse ausgelöst wird, durch plötzlich mögliche Entspannung nach langer Anspannung. Insofern ist es auch immer Teil eines Gesundungsprozesses. Auch das Trauern selber ist ja ein Heilungsprozess der Gefühle, um mit einer neuen schwierigeren Situation zurechtzukommen.

Dazu noch ein schönes Zitat aus Khalil Gibrans "Prophet":

"Von der Freude und vom Leid

Dann sagte eine Frau: Sprich uns von der Freude und vom Leid. Und er antwortete: Eure Freude ist euer Leid ohne Maske. Und derselbe Brunnen, aus dem euer Lachen aufsteigt, war oft von euren Tränen erfüllt. Und wie könnte es anders sein? Je tiefer sich das Leid in euer Sein eingräbt, desto mehr Freude könnt ihr fassen.

Ist nicht der Becher, der euren Wein enthält, dasselbe Gefäß, das im Ofen des Töpfers brannte? Und ist nicht die Laute, die euren Geist besänftigt, dasselbe Holz, das mit Messern ausgehöhlt wurde? Wenn ihr fröhlich seid, schaut tief in eure Herzen, und ihr werdet finden, dass nur das, was euch Leid bereitet hat, euch auch Freude gibt. Wenn ihr traurig seid, schaut wieder in eure Herzen, und ihr werdet sehen, dass die Wahrheit um das weint, was euch Vergnügen bereitet hat.

Einige von euch sagen: "Freude ist größer als Leid", und andere sagen: "Nein, Leid ist größer." Aber ich sage euch, sie sind untrennbar. Sie kommen zusammen, und wenn einer allein mit euch am Tisch sitzt, denkt daran, dass der andere auf eurem Bett schläft. Wahrhaftig, wie die Schalen einer Waage hängt ihr zwischen eurem Leid und eurer Freude. Und wenn ihr leer seid, steht ihr still und im Gleichgewicht. Wenn der Schatzhalter euch hochhebt, um sein Gold und sein Silber zu wiegen, muss entweder eure Freude oder euer Leid steigen oder fallen."

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@Machtnix53

Danke Dir. Vor allem das Zitat hat mich zum Nachdenken gebracht.

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Du kannst trainieren, dass dieses Lachen nicht erzwungen ist, sondern dass es wirklich von Herzen kommt und damit der Traurigkeit keine Chance gibt. Dann tut es nicht mehr weh und ist ein positives Lachen. Natürlich gibt es auch Situationen, wo die Tränen einfach raus müssen. Man sollte aber darauf achten, dass das nicht so häufig ist. Schnell kann man sich sonst ein Muster zulegen und immer in entsprechenden Situationen traurig sein und anfangen zu weinen. Nur wer weinen will, weint auch.

Indem man sich, wenn man weint, z. B. im Spiegel angrinst, nimmt man dem Grund seiner Traurigkeit den Ernst. Zunächst wirkt das Lachen noch etwas erzwungen. Doch nach einer Weile wird es in einen übergehen und dazu veranlassen, nicht mehr traurig zu sein. Man nimmt damit einer jeden Situation den Ernst und die Macht.

Jede Situation hat nur die Macht, die ich ihr verleihe.

Hallo "Carina",

das Lachen von dir lässt sich leicht erklären, denn das, was du beschreibst, ähnelt einer Depression. Du scheinst sehr traurig zu sein und du hällst es kaum noch aus.

Der Mensch weint nur um zu signalisieren, dass er traurig ist. Er möchte seinen Mitmenschen zeigen, dass das, was mit ihm passierte, ihm nicht gefällt und "verletzt".

Dummerweise hast du, so wie es aussieht, ziemlich viel Trauer empfunden. Der Körper möchte nun seine Trauer einstellen, weil er davon ausgeht genug signalisiert zu haben. Leider bist du immer noch traurig und es wird schwer deine Signale von traurig auf fröhlich zu stellen.

Also schüttet der Körper Glückshormone aus. Hormone, die dich zum Lachen bringen. Auf diese Weise hat der Körper seine Botschaft an die Außenwelt verändert und du "scheinst" wieder fröhlich zu sein, obwohl du eigentlich immer noch traurig bist.

Ich hoffe, dass ich damit deine Frage beantworten konnte.

Wenn du noch Fragen, Anmerkungen, oder Kritiken haben solltest, kannst du dich gerne anhand eines Kommentares bei mir melden.

Liebe Grüße

Der Hobbypsychologe

Danke Dir, ja, Du konntest mir die Frage beantworten...

Allerdings ergibt sich daraus wieder eine Frage...Du schreibst: "Dummerweise hast du, so wie es aussieht, ziemlich viel Trauer empfunden. Der Körper möchte nun seine Trauer einstellen, weil er davon ausgeht genug signalisiert zu haben."

Wann sagt der Körper denn, dass genug signalisiert wurde? Kommt es da eher auf den Zeitraum an oder auf die Intensität der Trauer? Und spielt auch das Verhältnis von Trauer und Freude eine Rolle?

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@Carina2432

Hallo,

diese Frage kann ich dir leider nur sehr schwer beantworten. Jeder Mensch ist anders und bei jedem Menschen gibt es verschiedene Grenzen wann man bei welcher Situation mit der Trauer abschaltet.

Ich kann dir aber sagen, dass das Verhältnis zwischen Trauer und Freude auf jeden Fall eine Rolle spielt. Aber auch hier gibt es zwischen Menschen deutliche Unterschiede. Wenn ein Mensch sehr oft ständige Trauer erfährt, kann er sich sozusagen auf die Glückshormonausschüttung trainieren, weil er vorbereitet ist, oder er schaltet gleich ganz ab und dann hat man eine eindeutige psychische Krankheit.

Sollten dich solche Dinge für diese Besonderheiten an deiner Psyche näher interessieren kann ich dir nur empfehlen einen Psychiater vorort aufzusuchen. Nur er kann dann genauere Informationen über deinen Geist herausfinden.

Wie immer, hoffe ich, dass ich helfen konnte.

Liebe Grüße

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Das scheint bei dir eine Übersprungshandlung zu sein - vielleicht bist du von dem traurigen Gefühl überfordert? Sowas führt manchmal zu Übersprungshandlungen. Sprich dich mal mit jemandem aus oder gehe zum Psychologen (hat nichts mit "verrückt sein" zu tun) - glücklich und zufrieden erscheinst durch deinen Text nicht.

Ich glaub ehrlich gesagt nicht, dass es nötig ist, auch aus dem Grund, dass ich hier nur bestimmte Momente beschreibe und nicht meinen dauerhaften Gemütszustand...aber danke für Deine Antwort.

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