Warum kann man den nuklearen Müll nicht einfach in den Vulkan werfen?

10 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Zunächst mal, Radioaktivität ist kein Bakterium oder Virus das man einfach abtöten/verbennen kann.

Als 'radioaktiv' wird ein Stoff bezeichnet, der durch eine nicht balancierte Anzahl an Protonen, Neutronen, Elektronen, instabil ist. Radioaktive Elemente geben daher mit der zeit Strahlung ab, diese klassifiziert man als: Alpha (Helium-Kern, also 2 Protonen 2 Neutronen, ohne Elektronen, kurze Reichweite hohe Zerstörerische Kraft, wird aber bereits durch ein Blatt Papier ausgebremst)

Beta (negativ geladenes Elektron, mittlere Reichweite, durchaus gefährlich kann aber mit genügend Material auch abgeschirmt werden)

Gamma (reine hochfrequente Energie die fast alles durchdringt aber keine 'Materie' besitzt daher nicht ganz so schlimm ist wie die anderen Typen)

Trifft nun ein Partikel oder Strahl von Radioaktivität auf ein anderes Atom - im Falle von Vulkanen eben meist Mineralien in geschmolzener Form - werden diese dadurch auch instabilisiert bzw. angeregt und fangen selber das strahlen an. Die extreme Hitze mag das radioaktive Material das man hineinwirft zwar schmelzen, aber deswegen ist es noch lange nicht un-radioaktiv (Wenn du Eis schmilzt wird's ja auch zu Wasser, sind trotzdem noch dieselben Atome). Genaugenommen begünstigt diese Hitze den Prozess nur noch, weil sich die Teilchen schneller und freier bewegen können. Nach 'ner Zeit hast du dann eine fette, rot glühende, radioaktiv strahlende Lavasoße, und wenn dieser Vulkan dann ausbricht... Prost Mahlzeit.

Ah alles klar. Deswegen gibt ja die Halbwertszeit für alle Elementen, die irgendwann mal "aussterben" werden.

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@Quantom

Die 'Halbwertszeit' gibt es nur für radioaktive Elemente, und die besagt wann die Hälfte der Radioaktiven Bestandteile zerfallen sein werden.

Als Beispiel Polonium, da beträgt die Halbwertszeit (t1/2) 5,01 Tage. Nimmst du jetzt 'nen Brocken 10 Kilo Polonium, und lässt ihn 5 Tage liegen, hast du danach noch 5kg Radioaktives Polonium. Die anderen 5kg sind zerfallen. Nach 10 Tagen 2,5, nach 15 Tagen 1,25 und so weiter. Das ist dann so 'ne Mathematiksache, die Menge der Radioaktiven Elemente wird immer geringer, aber nie 0. X/2 wird zwar immer kleiner und irgendwann haben wir 0,000[...]01µg, aber dennoch ist etwas vorhanden.

Bedenke dabei, das das Polonium nicht einfach puff verschwindet, sondern durch die Abgabe von Alpha und Betastrahlung zu anderen Atomen zerfällt, die dann auch wieder unter Umständen radioaktiv sind, und ihre ganz eigene Halbwertszeit haben. Kettenreaktion lässt grüßen.

Außerdem tun uns die für Energiegewinnung benutzen Radioaktiven Elemente selten den Gefallen, eine so kurze Halbwertszeit zu haben. Zwischen 10 und 8,2x10^9 Jahren gibts da alles mögliche. Klar, wenn man den radioaktiven Müll Jahrelang liegenlässt, iiirgendwann ist alles zerfallen.

Aber dann soll er doch bitte lieber irgendwo in Salzbergwerken vor sich hinverfallen, anstatt vorher noch eine Magmakammer zu verstrahlen bei der die Gefahr besteht, das der dazugehörige Vulkan im Lauf der nächsten Jahrzehnte vielleicht doch nochmal ausbricht. Vulkanausbrüche sind so schon schlimm genug - auch ohne radioaktive Begleiterscheinungen :)

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Es hätte den böseren Effekt, als die Katastrophe von Tschernobyl: Vulkane blasen ihre Aschewolken in so große Höhen, dass dort oft kein Flugverkehr mehr möglich ist, wenn da nun auch noch strahlender Müll dazu kommt, würden wir alle prima verstrahlt und hätten noch mehr Trumps und Erdogans.

Atommüll kann nicht verbrannt werden. Und was ist wenn der Vulkan ausbricht? Dann wird der Müll weit verstreut!

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