Warum grusel ich mich nicht mehr bei Filmen?

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9 Antworten

Die Psyche des Menschen hat sich in seiner Stammesgeschichte so ausgebildet, dass er zu den anpassungsfähigsten Organismen des Planeten gehört. Da führt zum Einen dazu, dass wir zu Extremleistungen auf einem speziellen Gebiet gelangen können, wenn wir ungemein viel Übezeit und Übefleiss in ein spezielle Grundfähigkeit investieren und dann auf diesem Gebiet eine erstaunliche Professionalität erlangen. (Sport, Schach, usw.)

Wir haben aber auch diese Anpassungsfähigkeit im psychischen Bereich. So finden wir z.B. extreme Sensibilitäten bei Menschen, die im Feld der Psychotherapie tätig sind, weil sie bereits aus wenigen nur ganz schwach angedeuteten Signalen der Körpersprache Rückschlüsse auf die Befindlichkeiten der Klienten gewinnen können.

Umgekehrt gibt es dann aber auch die sog. "Hornhäute auf der Seele", d.h. reduzierte Sensibilitäten gegenüber dem Leiden von Mitmenschen. Wer sich hunderte von Stunden Szenen der Gewaltanwendung gegenüber Menschen aussetzt, verliert jede Empathie. Im Regelfall rechnen wir das zu den emotionellen Defiziten, weil sie den Menschen gefühlskalt machen. Salopp gesprochen sagt man von so einem, dass bei ihm "alle Antennen abgebrochen seien", im zwischenmenschlichen Bereich ein ernst zu nehmender Makel.

Allerdings gibt es da noch eine wichtige Unterscheidung. Sie wird angesetzt zwischen Menschen, die sich "nur" mit Gewaltmedien beschäftigen und solchen, die Gewaltausübung in ihr tägliche Leben und Agieren integriert haben (Kindersoldaten, die töten ohne dass der Pulsschlag steigt).

Wenn man sich nur gegenüber gewaltdurchsetzten Medien abgestumpft hat, ist zwar Gefahr im Anzug, aber es besteht noch Hoffnung. Die Gefahr ist jedoch real, wie man aus den vielen Berichten von Leuten sehen kann, die massenhaft gewaltverherrlichende Filme auf ihrem PC hatten und schließlich so ein Verhalten dann auch mal in die Tat umgesetzt haben.

Trotzdem warne ich vor diesem Konsum, weil wir nie sicher sein können, ob nicht das Unbewusste erheblichen Schaden nehmen kann, sei es, dass uns Beziehungen zu Mitmenschen mit emotioneller Tiefe nicht mehr möglich sind, oder sei es, dass wir bei Krankheit von den "im Unbewussten eingelagerten Dämonen" heimgesucht werden.

Bilanz: Unbedingt den Konsum von "harten Schockern" einstellen und hoffen, dass sich die verloren gegangenen Sensibilitäten noch wiedererwecken lassen, weil sie das Leben mehr bereichern als gefühlsmäßiges Abgebrühtsein.  

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Ach das kenn ich, im Moment grusel ich mich auch bei fast keinem Film. Am "langweiligsten" sind da die typischen "Mensch / Wesen schlachtet Teeniegruppe ab" - Filme. Gerade Cabin fand ich da recht entspannt, also keine Gänsehaut o.ä. Bei solchen Filmen interessiert mich meist nur die Story, z.B. bei Saw. Auch Orphan (das Weisenkind glaub ich) war interessant, aber für mich kein Grund zum gruseln.

Am meisten mag ich Filme wie die the Conjuring - oder die Insidious-Reihe. Einen Film, bei dem die Hauptperson bereits tot war und quasi aus Sicht des "Geistes" spielt  fand ich auch gut, leider weiß ich dessen Namen nicht mehr. Direkt gefürchtet habe ich mich nicht, aber ich mag die Geschichten und das "was wäre wenn" nachdem der Film zu Ende ist und man gegebenfalls im Dunkeln nach Hause fahren /laufen muss...genau wissend, was im Film dort lauerte..

Vor kurzem hatte ich einen sehr real wirkenden Traum, der sich anfühlte wie ein Horrorfilm :) da hab ich mich mehr gegruselt als nach vielen Filmen ^^

Schau dir einfach verschiedene Arten von Horrorfilmen an, am besten abends im Dunkeln, allein oder zu zweit. Verschiedene Genre, denn nicht jeder hat vor dem selben Horror auch Angst - manche eher vor menschlichen Tätern, andere vor Geistern /Übernatürlichem /Unerklärlichem, andere gruseln sich bei Filmen bei denen es um die Psyche geht. 

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ist bei mir genauso. Mein freund & ich haben mal ne Zeit lang alle Horrorfilme gesehen, die wir finden konnten & gruselig fanden wir sie alle nicht wirklich. 

ich glaube, wenn man klein ist dann gruselt man sich halt total davor, aber sobald du erwachsen wirst ist das halt nicht mehr wirklich gruselig 

oder gibt es erwachsene, die horrorfilme wirklich gruselig finden? Dann haette ich keine ahnung, woran das bei uns liegt.

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Kommentar von HelftMir123
21.08.2016, 23:54

oh ja, ein Freund von mir entwickelt da immer eine sehr hübsche Gänsehaut ^^ Er sieht solche Filme aber auch nicht soo gerne, eben weil es ihm manchmal richtig nachgeht. 

 Mein Freund und ich dagegen sind auch richtige Horrofilm-fans, uns gehts aber wie euch - wirklich Angst, nein, aber Interesse eben

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Wenn du schon viele unterschiedliche Horrorfilme gesehen hast, dann bist du bereits abgestumpft. Es gibt bestimmt noch paar Filme, die vlt etwas "gruselig" für dich sind, aber es werden weniger, je mehr du guggst.

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Dann bist du einfach abgestumpft. Könnte auch daran liegen, dass Conjuring absolut kein gruseliger Film ist, egal was die anderen sagen. Rückgängig machen kann man sowas nicht. Du hast dich eben einfach daran gewöhnt. Du kannst aber eine kleine Pause einlegen.

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Wenn Du einmal den Unterschied zwischen Fiktion und Realität verinnerlicht hast, kannst Du Dich bei solchen Filmen nie wieder gruseln. Im Gegenteil – mit jedem weiteren Gruselfilm erscheint Dir das Gesehene alberner, was es ja definitiv auch ist.

Die Rückkehr zum Kindesalter, in dem man beim Kasperletheater vor dem Krokodil Angst hatte, ist eben unmöglich.


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Schau dir "Katakomben" an
Der ist meiner Meinung nach SEHR gruselig, einer der gruseligsten Filme,die ich je gesehen habe...und ich habe schon so einige Horrorfilme gesehen.

LG

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Kommentar von BetterKraulSaul
22.08.2016, 08:36

Dem kenne ich schon :)
Beim ersten mal schauen habe ich mich noch Gegruselt, aber das ist mit der Zeit verschwunden

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Dann kauf dir 'ne Heimkinoanlage, da wird man bei jedem Horrorfilm die Haare zu Berge stehen haben ;)

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Versuch es mal mit dem Film “Der Fluch der zwei Schwestern“
Ich muss sagen ich hatte öfters die Hand vor meinen Augen..

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