Warum bin ich so gefühlslos (habe ich keine Empathie)?

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10 Antworten

Im einfachsten Fall bist du einfach ein Vertreter des weniger empathischen Endes des Spektrums des Mitgefühls. Auch wenn Empathie natürlich einen sehr positiven Ruf hat, wäre es schlimm, wenn alle Menschen gleich mitfühlend wären. In einer Gemeinschaft muss immer eine gesunde Mischung aller möglichen Kombinationen von Eigenschaften vorhanden sein. Welcher Anteil davon gelernt und eine Reaktion auf die ihre Gefühle nach aussen tragenden Menschen in deiner Kindheit ist und welcher auf deine Erbanlagen zurückgeht, kann man schlecht sagen. Vermutlich hat sich dein Naturell in Wechselwirkung mit deiner Lernumgebung zu deinem jetzigen Charakter herausgebildet.

Vielleicht ist es ein Selbstschutz von dir, um dich nicht mit negativen Gefühlen auseinandersetzen zu müssen. Wenn du dich nicht in andere einfühlen kannst (oder willst) dann fühlst du deren Traurigkeit und Schmerz nicht und somit fühlst auch du selbst keine Traurigkeit und Schmerz. Vielleicht hast du große Angst davor, mit solchen Gefühlen konfrontiert zu werden und wehrst dich daher mit Händen und Füßen dagegen. Wenn du mit alten Leuten konfrontiert bist, dann ist es vielleicht ähnlich. Du kannst dann nicht mehr davonlaufen, bist also mit dem Alter und somit auch mit dem Hinblick auf den Tod konfrontiert. Damit willst du dich nicht auseinandersetzen, kannst aber nicht flüchten davor, daher der Ekel.

Das macht Sinn.

Ich hatte damals ebenfalls eine kranke Mutter und habe diese leider mehr als Krankheit als als Mutter wahrgenommen.

Ich war damals ziemlich fröhlich, könnte es eine Rolle gespielt haben, dass ich mir meine gute Laune nicht kaputt machen lassen wollte?

Ist die Mutterliebe nicht eigentlich stärker? Und wieso konnte mein jüngerer Bruder damit besser umgehen?

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@Wembley, liegt daran dass du diese Gefühle noch nicht kennst und nicht nachvollziehen kannst. Lerne du erstmal das wahre Leben kennen Kindchen, dann verstehst du auch die "erwachsenen", oder die Menschen die schon im Kindesalter erwachsen werden, weil deren Leben es so will.

Weinen, weil jemand gestorben ist, ist definitiv nicht einfach "rumjammern". Stell dir einfach vor, deine mutter wäre gestorben, was würdest du dann tun? Lachen oder was? Oder stell dir vor, deine Kinder/Enkel würden dich genauso behandeln wie du deine Oma oder alte Menschen behandelst, was würdest du tun?

Lol, ich weiss jetzt nicht ob ich mit 16 Jahren so jung bin xD

Und du hast Recht, aber meine Oma ist vor jetzt eineinhalbem Jahr gestorben und meine Mutter weint sich immer noch in den Schlaf. :(


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Es kommt nicht wirklich aufs Alter an. Ich bin auch 16, aber ich bin glaube ich das mitfühlendste Wesen xd liegt einfach an den Erfahrungen. Je mehr man Erfahrungen macht desto mehr kann man andere verstehen. Du machst vor allem dann viel Erfahrung, wenn du einsam da stehst, niemanden hast. Aber naja, vielleicht kommt das alles noch.

Ich kann aber deine Mom wirklich sehr gut verstehen, würde meine Mom sterben, könnte ich ein Leben lang nicht einschlafen ohne an sie zu denken. Es ist einfach eine Mutter, sie hat uns als kleines Kind schon immer beschützt und wenn man halt ne gute und eine innige Beziehung hatte, kann das einen sehr treffen.

Sei als Kind für deine Mom da, auch wenn du ihre Mutter nicht zurückbringen kannst, sei für sie da, umarme sie wenn es ihr schlecht geht.

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@thisgirl0

"Je mehr man Erfahrungen macht desto mehr kann man andere verstehen. Du machst vor allem dann viel Erfahrung, wenn du einsam da stehst, niemanden hast. Aber naja, vielleicht kommt das alles noch."

Ja, das stimmt. Mir erging es auch so.

Erst seitdem ich selber die Erfahrung machen musste, dass man mich hängen ließ, obwohl ich dringenst Hilfe benötigt hätte, kann ich mich einfühlen. Obwohl ich nicht weiß, ob ich mich wirklich einfühlen kann oder ob ich mir das nur einbilde um selbst nicht wieder im Stich gelassen zu werden.

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Als Kind war ich auch so, ich hatte ebenfalls eine kranke Mutter und es ging mir total auf die Nerven, dass sie nicht richtig mit mir spielen konnte.

Ich habe sie nie getröstet, bin immer wieder zu ihr hingegangen um mit ihr zu toben und ähnliches, obwohl sie vorher schon mehrfach um Ruhe gebeten hatte. Ich habe das zwar wahrgenommen, aber es hat mich nicht wirklich interessiert, weil es mir selbst ja gut ging. Mein jüngerer Bruder hat ihre Grenzen respektiert und sie getröstet und sich Sorgen gemacht. Ich hingegen wollte einfach nur, dass sie als Mutter funktioniert.

Dann wurde ich körperlich krank. Sie kümmerte sich nicht um meine Gesundheit, weil ich die Symptome angeblich nur vorgespielt haben soll um Aufmerksamkeit zu bekommen. Da ich mich als Kind nicht selbst um eine Behandlung kümmern konnte, verschlimmerte sich die Erkrankung und ist heute wesentlich schlimmer. Außerdem stellte sich dadurch das Gefühl ein, weniger wert als andere zu sein. Ich bekam sehr häufig Schuldgefühle eingeredet und sie machte sich über meine Symptome lustig.

Ich habe daraus gelernt, dass ich nicht angemessen behandelt werde, wenn ich nicht so bin, wie andere mich haben wollen.

Man könnte es als "Rachaktion" meiner Mutter bezeichnen, aber sie würde das vermutlich nicht zugeben. Jedenfalls empfinde ich es so.

Du bist noch jung und weißt nicht was bedeutet wirklich traurig zu sein und mit Schicksalsschlägen klar kommen zu müssen.

Das ist aber keine positive Eigenschaft und daran solltest du arbeiten. Wie wär's den mit ehrenamtlicher Arbeit? Am besten direkt in einem Altenheim oder Obdachlosenheim? Da kannst du dich mit deinem "Ekel" konfrontieren, Menschen und Schicksale kennen lernen und so vielleicht Empathie entwickeln´.

Man sollte den alten Menschen im Heim aber nicht belasten mit solchen Leuten die ihren Ekel zeigen. Schliesslich schaemen sich die aelteren Leute auch, staendig auf Hilfe angewiesen zu sein und wenn jemand sich noch so respektlos verhaelt, oeffentlich, gehoert er definitiv nicht ins Altenheim, denn aeltere Leute haben auch Gefuehle.

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Vielleicht bist du durch Fernseher und Smartphone abgestumpft? Man kann auch durch Psychopharmaka und psychische Krankheiten emotionslos werden

ich merke z. B. nicht mehr von Gefuehle. Ich hatte seit der 1. Klasse immer wiederkehrend mit Mobbing zutun bis Mitte 20. Habe heute kaum Kontakt zu jemanden und bin oft am Smartphone und ich vermisse nichts. Manchen ist es ja wichtig Freund zu haben. Ich kann gut darauf verzichten und es macht mir nichts aus. Auch wenn jemand hinfliegt, koennte ich teilnahmslos zu gucken. Aber ich denke es sind nicht unbedingt Psychisch Kranke so. Man merkt es auch meistens an gesunde. Ich flog mal mit mein Fahrrad hin, lag am Boden, genug Leute um mich und so. Weisst du wer her kam um mir zu helfen? Keiner! Auch wenn mir nichts passiert ist, wussten die Leute es erstmal nicht und normalerweise muesste man gleich kommen. Immerhin bin ich damals nicht langsam gewesen mit den Fahrrad.

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@CBA123ABC321

Ich bin auch abgestumpft, aber nur in Bezug auf andere. In Bezug auf mich selbst und einige wenige, die mir ähnlich sind, war und bin ich eher zu sensibel.

Man fühlt sich damit als unfreiwilliger Außenseiter, kommt nicht gut in der Gesellschaft klar, hat das Gefühl, eine Rolle spielen zu müssen. Tut man es nicht, bekommt man zu hören, man sei egoistisch usw.. und das will man nicht hören, weil es was negatives ist. Man will sich ja nicht unbeliebt machen.

Ich habe keine Ahnung, woher sowas kommt. An der Erziehung kann es nicht gelegen haben. Möglicherweise liegen Anomalien im Gehirn vor? Auf jeden Fall ist das Sozialleben damit anstrengend, vor allem als Kind.

Man kann zwar Mitgefühl auf der kognitiven Ebene erlernen und ausleben, aber es ist nicht dasselbe und auf Dauer auch anstrengend.

Irgendwie hat man das Gefühl, etwas zu verpassen.

Ich denke auch nicht, dass man dazu unbedingt psychisch krank sein muss, aber die Gesellschaft sieht das meistens so. Meistens bekommen solche Menschen eine Persönlichkeitsstörung diagnostiziert.

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In der Regel reagiert man gereizt und abfällig auf MEnschen, die das tun, was man sich selbst verbietet.

Wenn du andere Menschen siehst, die sich erlauben zu weinen, verzweifelt zu sein, etc... dann rummst das mit deiner Regel: Nie Schwäche zeigen!
zusammen.

Also das kann eigentlich nur stimmen :o Ich wollte nie Schwäche zeigen in meinemLeben und hab so gut wie nie geweint :o

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@Wembley

Sobald du dir selbst erlaubst, deine schwachen Anteile zu haben und eventuell auch zu zeigen, sind dir alte Menschen und deine Mutter wieder sympathisch.

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Stimmt nicht immer.

Ich selber habe immer viele Gefühle gezeigt und auch viel geweint. Dennoch ging es mir auf die Nerven, wenn andere das taten. Ein Problem mit Schwäche hatte ich nicht, eher wollte ich, dass die anderen so funktionieren, wie ich es mir vorgestellt hatte.

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Dann hoff ich mal für dich dass dir all das widerfährt worüber du dich aufregst warum jemand weint. Vielleicht siehst du es dann einmal.

Naja, das hat mich jetzt nicht unbedingt weitergebracht....

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@Wembley

Naja wie sollen wir dir helfen? Du bist eben so, nur du kannst dich ändern, wir nicht.

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Nicht nur der ist so. In meinen Umfeld sind fast alle so ohne Ausnahme. Die Leute gucken generell lieber weg als zu helfen und auch die Leute die im Internet "Armer Hund" bruellen, sind nicht zwangslaeufig die besseren. Im Internet den grossen Held spielen - es sollte eigentlich alle fuer uns eine Selbstverstaendlichkeit sein, also nicht nur vor einer Kamera oder vom Schreiben her in Foren. Es faengt ja schon einmal bei Kleinigkeiten an, wie den aelteren und/ oder behinderten Menschen, spreche vor allem von Gehbehinderungen, einen Sitzplatz in den oeffentlichen Verkehrsmitteln anzubieten.

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@CBA123ABC321

Richtig und wenn ich jetzt schreibe, ich bin hilfsbereit, dann ist das hier kontraproduktiv weil es erstens nicht stimmen muss und Taten mehr sprechen als Worte.

Auf der Straße kannst du heutzutage nicht mehr von selbstverständlich sprechen dass einmal jemand hilft, leider...

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Mir ist das passiert.

Allerdings bin ich nicht wirklich einfühlsamer, nur deutlich vorsichtiger in meinem Verhalten geworden.

Die Frage dabei ist ja auch: Wenn man kein Mitgefühl hat, soll man dann anderen was vorspielen, um sich selbst vor eventuellen späteren Ereignissen zu schützen? 

Nur weil man die Retourkutsche bekommen hat, heißt das nicht, dass man dadurch einfühlsamer wird. Man weiß aber, dass man in Zukunft vorsichtiger sein sollte.

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du bist nicht gefühllos, da du ja selbst geschrieben hattest:

"mich nervt ..." (dein Zitat)

Wenn man von was auch immer genervt ist, so ist dies auch ein Gefühl.

Weiterer Beweis:

"Angewidert ....", "mit Händen und Füßen" sich sträuben alles Zeichen des Ausdrucks, wenn man fühlt...

Sie meinte wahrscheinlich, sie ist in Bezug auf andere gefühllos.

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Mich wiedern auch bestimmte Menschen an. Menschen die keinen Respekt vor Älteren Menschen und Ihren eigenen Eltern haben z.b. !!!!!!

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