Wann wird ein "g" am Wortende wie ein "g" oder wie ein "ch" ausgesprochen? Welche Regel ist gültig?

12 Antworten

Außer am Wortende mit -ig, wo es wie "ch" ausgesprochen wird (König "Könich", fleißig "fleißich", eigenhändig "eigenhändich"), wird das -g im Deutschen wie ein "k" gesprochen. Das liegt an der sog. Auslautverhärtung: Tag - "Tak", Flug - "Fluk"... Das gilt z.B. auch für Worte auf -d: Sand - "Sant", Hand - "Hant".

DerTroll hat Recht.

Endet ein deutsches Wort auf "-ig", so wird es wie "-ich" ausgesprochen, also:

  • König -> Könich
  • Reisig -> Reisich
  • garstig -> garstich

Alles andere wäre falsch und klingt affektiert.

Aber ... Die Mehrzahl davon wird nicht mit 'ch' statt 'g' ausgesprochen, was ja auch der Regel entspricht, denn "-ige" ist nicht "-ig".

Also:

  • Könige -> Könige
  • (Reisige gibt's nicht)
  • garstige -> garstige

Bei Wörtern, die auf "-ag", "-eg", "-og", "-ug" enden, wird das Schluss-G ganz normal wie ein G ausgesprochen.

Also:

  • Donnerstag (-> Mundart: "Donnerstach")
  • Holzweg (-> Mundart: "Holzwech")
  • Wassertrog (-> Mundart: "Wassertrrooch")
  • Unfug (-> Mundart: "Unfuch")

So, nu leecht euch wieda hin, ihr Köniche. ;-)

Gute Beispiele! Daumen hoch!

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Ich habe bei Lesen lernen noch gelernt, dass ein -g auch wie ein -g ausgesprochen wird. Also König und nicht Könich. Deshalb ist alles andere für mein Sprachempfinden Dialekt, auch wenn die Dudenredaktion das erstaunlicherweise anders sieht.

Genauso gerne wird das -er zum -a verballhornt und so hört man doch tatsächlich Schiller ganz neu:

Freude, schöna Göttafunken, Tochta aus Elysium

Mit freundlicher Genehmigung der Dudenredaktion wird dann also in 20 Jahren überall zu hören sein: Deine Zauba binden wieda, was die Mode streng geteilt, alle Mensch'n werden Brüda, wo dein sanfta Flügel weilt. (*schüttel, leider kein Scherz, diese historische Aufnahme des Gewandhausorchesters Leipzich befindet sich in meiner Kuriositätensammlung)

@holodeck: Da hast Du leider was Falsches gelernt. Aber Du bist ja lernfähig, gell?

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@UlfDunkel

Was ja nicht heißt, dass ich nicht auch Dialekt spreche ;-)

Schade, dass ich dazu meinen Deutschlehrer nicht mehr befragen kann; der würde sich vermutlich im Grabe umdrehen. Dennoch wundere ich mich über diese Dudenaussage sehr und die Tatsache, dass die Duden Redaktion ursprünglich in Leipzig, ach nein, Leipzich beheimatet war und/oder es noch immer ist, lässt mich dann doch noch an der Allgemeinverbindlichkeit der Duden Interpretation zweifeln.

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@holodeck

In Sachsen heißt das aber net Leipzich, sondern Leipzsch (grins)

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@Kaldex

ja, wat'n nu ... noch 'ne Sonderrejelung für's -ig, wer soll sich'n ditte allet merken ;-))

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Ich, aus Bayern kommend und in Österreich lebend, kenn keine genaue Regel. Aber ich habe im reinen Hochdeutsch noch nie gehört, dass jemand "Könich statt König" sagt. Wenn sowas vorkommt, dann nur im Dialekt oder gleich in einer anderen Sprache.

Dasselbe gilt auch für die Buchstabenfolge -ig: Auch hier wird das auslautende -g standardsprachlich nicht wie ein k [k] gesprochen, sondern wie der Reibelaut in dem Wort „ich”. Das gilt für Wörter wie König, Honig, eilig, sperrig und viele andere Adjektive auf -ig. Sobald aber durch Deklination weitere Buchstaben hinzutreten, wird das g wieder wie g gesprochen: die Könige, eilige Nachrichten, in einer sperrigen Kiste. Folgt der Endung -ig die Ableitungssilbe -lich (königlich), so wird das g wie ein k [k] gesprochen. http://www.duden.de/deutsche_sprache/newsletter/archiv.php?id=151

Sehr gut, HerrLig --- äh.. HerrLich :-)

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